Aus dem Takt gekommen - Herzwochen informieren im November über Herzrhythmusstörungen (Beitrag 3)

(ddp direct) Herzrhythmusstörungen sind das Thema bei den diesjährigen Herzwochen im November. Die häufigste Störung unseres Lebensmotors ist das Vorhofflimmern. Daran leiden viele Patienten in Deutschland. Doch gerade hier gibt es sehr große Fortschritte bei der Heilung. Das ist auch gut so. Denn Vorhofflimmern kann weitere Krankheiten nach sich ziehen. Zum Beispiel einen Schlaganfall auslösen. Welchen Zusammenhang Vorhofflimmern und Schlaganfall haben, hat Jessica Ciotta recherchiert.

BEITRAGSTEXT

Sprecherin: Wenn das Blut nicht mehr richtig fließt, kann es Probleme geben. Auch in den Vorhöfen des Herzens, sagt Professor Thomas Meinertz, Kardiologe vom Universitären Herzzentrum Hamburg und Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

O-Ton 1 (Prof. Dr. Thomas Meinertz, 0:21 Min.): „Die größte Gefahr ist die Gerinnsel-Bildung und -Verschleppung in den Gehirn-Kreislauf und meist sehr unangenehme Schlaganfälle. Wenn man es andersrum sieht: Schlaganfall-Patienten haben etwa bis zu ein Drittel Vorhofflimmern als Ursache ihres Schlaganfalls, also viele Schlaganfälle sind durch dieses Vorhofflimmern bedingt.“

Sprecherin: Beim Vorhofflimmern ist der Rhythmus des Vorhofs gestört. Er schlägt ganz schnell und ganz unregelmäßig und zieht sich nicht mehr als ganzer zusammen.

O-Ton 2 (Prof. Dr. Thomas Meinertz, 0:10 Min.): „Dadurch stehen die Vorhöfe praktisch still, die Kammern können trotzdem weiterarbeiten, und in diesen mechanisch still stehenden Vorhöfen können sich Gerinnsel bilden, die verschleppt werden.“

Sprecherin: Der Schlaganfall ist vorprogrammiert. Bei richtiger Behandlung muss es so weit aber erst gar nicht kommen.

O-Ton 3 (Prof. Dr. Thomas Meinertz, 0:25 Min.): „Das Vorhofflimmern kann man medikamentös behandeln im Sinne einer Vorbeugung, das es gar nicht erst auftritt. Wenn es längere Zeit besteht kann man durch einen Elektroschock das Vorhofflimmern beseitigen. Aber es besteht die große Gefahr, dass es erneut zu Vorhofflimmern kommt. Und das muss man meist dann durch Medikamente verhindern. Und wenn diese Therapie nicht funktioniert, dann kommt die Ablation in Frage.“

Sprecherin: Also die Verödung von betroffenen Stellen am Herzen. Blutverdünner helfen Patienten, die schon einen Schlaganfall hatten und zu Vorhofflimmern tendieren.

O-Ton 4 (Prof. Dr. Thomas Meinertz, 0:09 Min.): „Die gerinnungshemmende Therapie zum Beispiel mit Marcumar ist wirksam und kann einen Schlaganfall mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit verhindern beim Patienten.“

ABMODERATIONSVORSCHLAG

Wenn Sie mehr zu Herzrhythmusstörungen wissen möchten, dann besuchen Sie doch eine der vielen Veranstaltungen der „Herzwochen“ vom 1. bis 30. November. Wo etwas in Ihrer Nähe stattfindet, erfahren Sie im Internet unter Herzstiftung.de.