31.03.2011 11:35 Uhr in Verbraucherthemen und Alternative Energien

Bei Strom und Gas entscheidet der Geldbeutel – noch? Bisher spielten Umwelt und Nachhaltigkeit beim Energieversorgerwechsel kaum eine Rolle (O-Ton-Pk)

(ddp direct) Japan ist weit weg und Naturkatastrophen dieses Ausmaßes sind hierzulande nur schwer vorstellbar: Dennoch sind nach der schweren Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima mittlerweile rund 70 Prozent der Deutschen der Meinung, dass so ein tragisches Unglück mit seinen unabsehbaren Folgen auch in einem unserer Atomkraftwerke passieren könnte. Mehr als die Hälfte plädiert jüngsten Umfragen zufolge deshalb bereits für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Selbst wenn der Strom dadurch erstmal deutlich teurer werden würde. Ein auffälliger Sinneswandel, denn bisher standen da ganze andere Dinge im Vordergrund. Heiko Genzlinger von YAHOO! Deutschland kann uns mehr dazu erzählen, hallo.


O-Ton 1 (Heiko Genzlinger, 0:01 Min.): „Hallo!“

1. Herr Genzlinger, Sie haben die deutschen Internetnutzer gefragt, welche Aspekte für sie wichtig sind, einen Energieversorger zu wählen oder auch zu wechseln. Was ist dabei herausgekommen?

O-Ton 2 (Heiko Genzlinger, 0:11 Min.): „Die Studie, die wir Ende 2010 durchgeführt haben, zeigt eindeutig, dass das Thema Preis und die Preissensibilität ganz klar im Vordergrund stehen, gefolgt von dem Thema Umwelt und Ökotarifen.“

2. Heißt das denn jetzt, dass den meisten die Umwelt egal ist?

O-Ton 3 (Heiko Genzlinger, 0:19 Min.): „Nein, es zeigt nur eindeutig, dass Preis, Preisgarantien und die Laufzeit des Vertrages als auch Service des Anbieters ganz klar im Vordergrund stehen. Umweltaspekte sind eher kein Motiv, den Anbieter zu wechseln. Man darf gespannt sein, ob sich die Atomkatastrophe in Japan auf die Auswahl der Anbieter in Zukunft auswirken wird.“

3. In jüngster Zeit haben wieder etliche Strom- und Gasanbieter kräftig die Preise erhöht. Was sagen die Deutschen denn dazu?

O-Ton 4 (Heiko Genzlinger, 0:17 Min.): „Hier ist Vorsicht geboten für die Anbieter. Also, diese Treue zu ihrem jeweiligen Anbieter, was wir vor zwei, drei Jahren noch gesehen haben, gibt es heute nicht mehr. Jeder Zweite will in 2011 den Stromanbieter wechseln, jeder Dritte sogar den Gasanbieter wechseln. Also, hier sehen wir, da ist klar eine Verschiebung da.“

4. Wie gehen die Wechselwilligen dabei in der Regel vor?

O-Ton 5 (Heiko Genzlinger, 0:22 Min.): „Ganz klar: Internet ist das Informationsmedium Nummer eins. Hier liegt auf der Hand, dass die Tarifvergleiche ganz klar im Vordergrund stehen, gefolgt von den Suchmaschinen als Informationsmedium, und auch die Seiten der Anbieter sind sehr, sehr wichtig. 75 Prozent der Befragten wollen den Abschluss auch online durchführen. Nur noch ältere Menschen wünschen sich Ansprechpartner vor Ort.“

Heiko Genzlinger von YAHOO! Deutschland über die deutschen Internetnutzer und ihr Verhältnis zu Strom, Gas, Wasser und Internet, vielen Dank.

O-Ton 6 (Heiko Genzlinger, 0:01 Min.): „Gerne!“


Weitere Infos dazu gibt’s im Internet unter YAHOO.de. Übrigens: Noch ist jeder Dritte Kunde bei den örtlichen Stadtwerken, aber die Wechsellaune steigt. Nach der Atomkatastrophe in Japan wollen immer mehr auf Atomstrom verzichten und auf regenerativen Strom umsteigen.