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Champagner gegen den Rest der Welt - Schampus und Sekt im großen Vergleich
(ddp direct) Nur noch XX Tage bis Silvester – haben Sie denn schon alles besorgt? „Dinner for One“ läuft ja zum Glück oft genug im Fernsehen. Was aber noch fehlt, sind Luftschlangen, Partyhüte, Das Set zum Bleigießen und natürlich der Sekt zum Anstoßen an Mitternacht. Wer es dabei gerne etwas edler hat, stößt auch mal mit teurerem Champagner an. Ob das aber wirklich nötig ist, weiß Tilo Neuhaus, der stellvertretende Chefredakteur von „Guter Rat“ – hallo!
O-Ton 1: „Guten Tag!“
Sie haben Champagner und Sekt miteinander verglichen. Wie genau haben Sie getestet?
O-Ton 2: „Ja, also zunächst mal lag der Versuch natürlich auf der Hand: Der Champagner gilt seit über 200 Jahren als ‚König der Schaumweine‘, verliert aber weltweit zurzeit an Marktanteil. Auf der anderen Seite entstehen zurzeit in Europa immer bessere Sekte, Crémants, Cavas und Spumanti, die alle natürlich wesentlich günstiger sind – und da wollten wir jetzt einfach mal wissen: Wie hält sich der bekannteste Champagner – also der klassische ‚Moët & Chandon‘ – als Herausforderer gegen elf Schaumweine aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien.“
Konnten sich die verschiedenen Sekte gegen den Champagner behaupten?
O-Ton 3: „Wir waren sehr überrascht, wie gut der Sekt mit dem Champagner mithalten konnte. Bei drei Flaschen tippten die meisten Juroren auf Champagner, obwohl es sich um ‚Pinot Brut‘ handelte. Es war im Geschmack kaum zu unterscheiden und alle drei haben auch eine Note zwischen ‚1‘ und ‚2‘ bekommen – das ist ein Spitzenwert. Die schlechteste Note, die überhaupt vergeben wurde, war eine ‚3‘ – und selbst das ist noch sehr ordentlich.“
Wie hat der deutsche Sekt im Test abgeschnitten?
O-Ton 4: „Die deutschen Winzersekte haben sich erstaunlich gut gehalten: Viele Weingüter und Genossenschaften fertigen ihren Sekt mittlerweile aus eigenen hervorragenden Weinen – und erfreulicherweise kam sogar der Testsieger aus Deutschland. Das ist ein ‚2009er Riesling Brut‘ vom Weingut ‚Müller‘, der neben dem Champagner als einziger Sekt mit der Note ‚1‘ abgeschnitten hat. Und das schöne ist, er kostet mit 12 Euro pro Flasche gerademal ein Drittel so viel, wie der Champagner.“
Wie ist also Ihr Fazit?
O-Ton 5: „Ja, es muss nicht immer teurer Champagner sein. Er schmeckt natürlich hervorragend, da kann man überhaupt nichts gegen sagen – also der Champagner hat hervorragend abgeschnitten. Aber er kostet eben auch das Dreifache – und wenn man jetzt mal mehr auf den Preis achtet, dann gibt es einfach viele vergleichbar gute Sekte, die dem Champagner geschmacklich kaum nachstehen. Aber letztlich ist es natürlich auch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und womöglich muss man erst mehrere Sekte testen, bevor man den richtigen gefunden hat.“
Ist der Champagner vom Aussterben bedroht?
O-Ton 6: „Na vom Aussterben mit Sicherheit nicht – also da kann man durchaus sagen: Champagner ist unsterblich! Aber er kann in Bedrängnis geraten, zum Beispiel finden die französischen Crémants in Deutschland immer mehr Liebhaber und der Champagner wird vermutlich in nächster Zeit unter Druck geraten: In der Gegend von Reims wollen dutzende von Weindörfern in das dortige Anbaugebiet mitaufgenommen werden. Dem Druck wird man sich vermutlich kaum entziehen können und damit wird natürlich diese ganze Anbaufläche auch etwas verwässert.“
Der stellvertretende Chefredakteur von „Guter Rat“, Tilo Neuhaus – vielen Dank!
O-Ton 7: „Vielen Dank – auf Wiederhören!“
Deutscher Winzersekt kann sich also durchaus in der „Champagner-League“ behaupten. Den ausführlichen Test können Sie übrigens auch in der aktuellen Ausgabe von „Guter Rat“ nachlesen – ab sofort (08.12.) beim Zeitschriftenhändler.
