Audio

21.10.2011 13:45 Uhr in Essen & Trinken

Diagnose: Krebs!- So wichtig ist eine Zweitmeinung (O-Ton-Paket)

(ddp direct) Zweitmeinungsdienste liegen im Trend. Gesundheitsexperten raten Patienten seit langem zur „zweiten Meinung“. Dies gilt auch und insbesondere für komplexe Erkrankungen wie Krebs. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass gerade bei Krebserkrankungen die erste Therapieempfehlung durch eine qualifizierte interdisziplinäre Zweitmeinung in vielen Fällen zum Teil wesentlich geändert wurde. Doch gerade für Patienten in ländlichen Regionen und abseits der großen Universitätskliniken oder Krankenhäusern der Maximalversorgung war es bislang oft schwierig und mit hohem Aufwand verbunden, an eine qualitativ hochwertige Zweitmeinung zu gelangen. Das neue Onlineportal www.krebszweitmeinung.de will dies nun ändern, weiß Prof. Dr. Wolf-Ulrich Heitland, Chefarzt an der Chirurgischen Klinik des Städtischen Klinikums München-Bogenhausen – hallo!

O-Ton 1: „Hallo, guten Tag. Ich grüße Sie.“

Eine zweite Meinung kann man sich ganz einfach holen – im Internet. Wie genau funktioniert das?

O-Ton 2 : „Das ist ganz einfach: Sie gehen in Ihren Computer, Sie klicken an www.Krebszweitmeinung.de, zusammen geschrieben Krebszweitmeinung, dann werden Sie durch die weiteren Fragen geführt und müssen nur beantworten, was Sie gefragt werden.“ 00:14

Kann man überhaupt richtig beraten, ohne direkten Patientenkontakt?

O-Ton 3: „Das ist eine ganz wichtige und interessante Frage. Was wir vermitteln wollen ist eigentlich der derzeitige Stand der Wissenschaft. Und die Beantwortung setzt nicht automatisch den Patientenkontakt voraus. Das sehen Sie gar nicht selten in unseren Tumorboards, dass wir von verschiedenen Kliniken aufgefordert werden, eine zweite Meinung zu geben, die jetzt also nicht übers Internet kommt, sondern von kleineren Kliniken, die unsere Expertise in Anspruch nehmen wollen. Und wo wir dann, ohne den Patienten zu sehen, eine Meinung abgeben, dann ggf. auch mit dem Erstbehandler sprechen und dann kommt natürlich schon heraus, wie individuell belastungsfähig ist der Patient und welchen Weg möchte der Patient selbst auch gehen.“ 00:41

Welchen Vorteil hat ein Tumorboard gegenüber dem Erstbehandler?

O-Ton 4: „Heute ist es nicht mehr so, dass Krebs automatisch heißt operieren. Heute ist es so, dass man verschiedene Waffen einsetzen kann: Sei es alternative Medizin, sei es Bestrahlung, sei es Chemotherapie. Und diesen Stand des Wissens wirklich parat zu haben, das ist nicht wirklich gegeben. Und deswegen sollte man eben auf eine Zweitmeinung zurückgreifen aus dem Kreis der Experten.“ 00:20

Wieso ist eine Zweitmeinung so wichtig?
O-Ton 5: „Sie haben zwei Vorteile. Erstens, der Erstbehandler wird ggf. in seiner Meinung bestärkt. Zweitens: Der Patient selbst kann darüber nachdenken, ob die vorgeschlagene Therapie des Erstbehandlers schon optimal war oder ob er doch noch einmal ggf. sogar eine dritte Meinung einholen möchte.“ 00:16

Was hat der behandelnde Arzt von einer Zweitmeinung?

O-Ton 6: „Sie machen Sie als Erstbehandler ja auch Ihre Gedanken. Und diese Gedanken mögen fundiert sein, aber die Gedanken müssen nicht immer völlig richtig sein. Und wenn Sie sich jetzt absichern mit einer Zweitmeinung durch ein Expertengremium, dann kann das ja auch für Sie nur gut sein.“ 00:15

Wer bezahlt den Zweitmeinungsservice?

O-Ton 7: „Ja das ist eine ganz wichtige Frage. Ich denke, in erster Linie ist der Patient interessiert und zurzeit bezahlt das noch der Patient. Aber wir gehen davon aus, dass es auch für die Kassen, für die Allgemeinheit interessant ist und dass die Kassen, wenn eine optimale Therapie passiert, dann auch Geld sparen. Und da sind wir gerade in Verhandlungen mit Kassen, ob das nicht wirklich auch ein interessanter Ansatz für Kassen wäre.“ 00:22

Prof. Dr. Wolf-Ulrich Heitland, Chefarzt an der Chirurgischen Klinik des Städtischen Klinikums München-Bogenhausen – vielen Dank!

O-Ton 8: „Vielen Dank für das Interview und auf Wiederhören!“


Zwischenmoderationsvorschlag:
Wie wichtig eine qualifizierte Zweitmeinung ist, weiß auch Ekkehard Wolf. Er ist Case Manager der HMO AG (Health Management Online) und begleitet Krebspatienten – hallo!


O-Ton 1: „Guten Tag / Hallo“

Warum ist es als Krebspatient sinnvoll, eine Zweitmeinung einzuholen?

O-Ton 2: „Als Krebspatient mit dieser schwerwiegenden Diagnose, wo es um Leben und Tod geht, ist es sehr wichtig , sich eine zweite Meinung eines interdisziplinären Tumorboards einzuholen, um bei seiner Therapieentscheidung jederzeit auf dem aktuellsten, wissenschaftlichen Stand zu sein. Ich sage immer ganz salopp: Kaufe ich mir eine Waschmaschine, hole ich mir fünf, sechs Meinungen ein, und sobald es um mein eigenes Leben geht, soll ich mich mit der erstbesten Meinung zufrieden geben. Da hakt’s ein bisschen, finde ich.“ 00:28

Inwieweit helfen Zweitmeinungen Krebspatienten?

O-Ton 3: „Diese Zweitmeinungen helfen auf jeden Fall! Wenn die Erstmeinung vom Tumorboard bestätigt wird, so hat der Patient die Sicherheit, jederzeit bei seinem Erstbehandler sehr gut aufgehoben zu sein. Weicht die Meinung ab, so hat der Patient die Sicherheit, die für seinen Fall beste Therapieform erhalten zu können.“ 00:18

Case Manager Ekkehard Wolf – vielen Dank!

O-Ton 7: „Vielen Dank für das Gespräch, Dankeschön. / Danke und auf Wiederhören.“

Als Patient kann man vom Zweitmeinungsservice Krebs also nur profitieren. Alle wichtigen Infos dazu gibt es natürlich auch im Internet www.krebszweitmeinung.de