04.01.2012 10:00 Uhr in Umweltthemen und Print

„Die Jahreszeiten der Natur“ - So nutzen Sie den phänologischen Kalender für Ihren Garten (Beitrag)

(ddp direct) Das Jahr hat 365 Tage und 12 Monate – möchte man meinen. Beim phänologischen Kalender hingegen gibt es statt Monaten nur Jahreszeiten – davon aber nicht nur vier, sondern ganze zehn. Und aufgrund unterschiedlichster Einflüsse auf das Klima ändern sich die Vegetationszeiten – der Klimawandel lässt grüßen. Bei der Phänologie, der Lehre der Erscheinungen, geht es darum, die Natur zu beobachten und daraus bestimmte Schlussfolgerungen zu ziehen. Christine Heuer berichtet.


BEITRAGSTEXT:

Sprecher: In der Phänologie werden die Entwicklungsschritte bestimmter Pflanzen beobachtet, ebenso spielt die Tierwelt eine Rolle. Dabei kann man auch im eigenen Garten eine jährlich wiederkehrende Abfolge von Ereignissen beobachten. Marie-Luise Schebesta, stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Mein schönes Land“.

O-Ton 1: „Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach sammelt und wertet diese Daten aus und die werden dann zum Beispiel genutzt für die Beratung von Landwirten oder auch – ganz wichtig – für den Pollenflugkalender. Zum anderen gibt es eben auch verschiedene wissenschaftliche Zwecke, im Zusammenhang mit der Klimaänderung, wo das sehr wichtig ist.“

Sprecher: In den letzten Jahrzehnten ist der Winter nach den phänologischen Beobachtungen bereits um zehn bis zwanzig Tage kürzer geworden. Und das hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

O-Ton 2: „Wenn die Apfelbäume früher blühen, dann sind natürlich auch die Früchte früher reif und dann auch früher auf dem Markt. Das gilt auch für andere Obstsorten. Auch die Weinreben blühen oft schon sehr zeitig und profitieren dann von der sehr lange sehr hochstehenden Sonne. Dann kann die Weinlese früher beginnen und die Qualität der Trauben ist natürlich besser.“

Sprecher: Diese Erfahrungen kann man auch ohne Probleme für den eigenen Garten nutzen. Dazu sollte man sich einfach an den tatsächlichen Entwicklungen der Natur orientieren und eben nicht nur an einem Datum im Kalender.

O-Ton 3: „Wenn die Forsythien blühen, dann beginnt im phänologischen Kalender der Erstfrühling und das ist einfach die beste Zeit für den Rosenschnitt – und das ist eben in Norddeutschland zu einem anderen Zeitpunkt, als in Süddeutschland. Mit der Apfelblüte bricht der Vollfrühling an. Jetzt ist die Bodentemperatur so hoch, dass Gräsersamen gut keimen und der neue Rasen ausgesät werden kann.“

Sprecher: Viele Gartenarbeiten können so ganz am Rhythmus der Natur abgestimmt werden. Und das hat am Ende dann auch mehr Erfolg.


ABMODERATIONSVORSCHLAG:

Viele weitere nützliche Tipps, wie Sie sich den phänologischen Kalender zu Nutze machen können, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von „Mein schönes Land“ – ab sofort (4. Januar) beim Zeitschriftenhändler.