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Die Prinzenhochzeit und ihre Fans - Großbritannien im Souvenir-Boom (Beitrag)
(ddp direct) Zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton am 29. April werden nicht nur die Hochzeitsglocken läuten – auch die Kassen der Souvenirshops werden klingeln. Schon jetzt boomt die Nachfrage nach royalen Fanartikeln. Von Kate und William persönlich abgesegnete Souvenirs gibt es im autorisierten Shop in der Nähe des Buckingham Palace. Edel und geschmackvoll - so mag es Familienoberhaupt Queen Elisabeth. Deshalb gibt es im offiziellen Shop Hochzeitsteller aus feinstem Porzellan mit echter Vergoldung. Etwas kreativer sind Londons Straßenhändler, die ohne offiziellen Segen des Königshauses Andenken unters Volk bringen, wie Straßenhändler Ali berichtet:
“Wir verkaufen Tassen, Teller, Magnete und Schluesselanhaenger. Wir versuchen noch weitere Artikel der königlichen Familie zu verkaufen. Wir verkaufen auch Aschenbecher und Bilderrahmen.”
Auch T-Shirts, Fähnchen und Teebeutel mit dem Konterfei des Paares finden reißenden Absatz. Für viel Aufsehen hat KK Outlet, eine Agentur im angesagten Londoner East End gesorgt. Dort ließ man sich vom königlichen Porzellan inspirieren, druckte aber freche Sprüche auf die Teller. Zum Beispiel: „Danke für den freien Tag“ oder „Mich hättest Du heiraten sollen!“. Der Geschäftsführer von KK Outlet, Dave Bell, erklärt seine Verkaufstrategie:
“Uns fiel auf, dass sie ziemlich langweilig, ein wenig altmodisch, auswechselbar und witzlos waren. Wir dachten uns, wenn die königliche Familie Anklang bei dem Teil der Bevölkerung finden möchte, dem die Hochzeit sonst egal ist, sollten wir versuchen Erinnerungsstücke mit ein wenig mehr Witz zu entwerfen.”
Mittlerweile werden die Teller zu Tausenden an Kunden in aller Welt verschickt. Antiquitätenexperte Mark Hill geht davon aus, dass unter den Bestellern auch viele junge Leute sind.
“Sie sprechen eine ganz andere Generation an, eine neue Generation von Sammlern. Und zwar, weil sie anders sind. Sie sagen etwas aus. Und das ist es, was auch die anspricht, die sonst keine koeniglichen Souvenirs sammeln.”
Doch wer glaubt, mit lustigen Tellern wäre der trockene Humor der Briten schon ausgereizt, der irrt sich gewaltig: den Vogel schoss die Grafikdesignerin Lydia Leith ab. Sie designte königliche „Spit Bags“, zu deutsch Spuckbeutel, wie man sie aus dem Flugzeug kennt. Ob sich auch die Queen über dieses skurrile Souvenir amüsieren konnte, ist nicht bekannt. Doch eins steht fest: vor ein paar hundert Jahren wäre man für eine derartige Majestätsbeleidigung im tiefsten Kerker Londons gelandet.
