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Herr Jonas Grashey
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- O-Ton-Paket
Schlagworte
- 11. September 2001USAWorld Trade CenterWTCOpferKatastropheKindWeltFlugzeugAnschlägeMahnmalGround ZeroOsama Bin Laden
Ein Kind des 11. September - 10 Jahre danach - Opfer der Katastrophe (O-Ton-Paket)
(ddp direct) Der 11. September 2001 – die Welt steht unter Schock. Die dramatischen Bilder vom World Trade Center gingen um die Erde, niemand wird sie je vergessen. Es war der schlimmste Tag in der Geschichte der USA – ein Tag, der die Welt veränderte. Tausende Menschen haben ihre Freunde, Partner und Familienangehörige verloren und leiden noch immer unter den schlimmen Folgen der Katastrophe. FOCUS-Redakteur Josef Hufelschulte.
Hallo Herr Hufelschulte!
O-Ton 1: „Hallo, grüße Sie!
Können Sie die dramatischen Ereignisse vom 11. September 2001 bitte noch mal kurz zusammenfassen?
O-Ton 2 (0:24 Min.): „Am 11.September 2001 wurden in den USA vier Verkehrsmaschinen nahezu simultan entführt. Zwei Maschinen flogen in das World Trade Center, in die Twin Towers. Eine dritte Maschine wurde aufgrund der Gegenwehr der Passagiere davon abgehalten, ein Ziel zu treffen, das stürzte ab in Pennsylvania. Und ein weiteres Flugzeug ist geflogen in das Pentagon, als Wahrzeichen des amerikanischen Militärs.“
Nun sind mittlerweile zehn Jahre seit den Anschlägen vom 11. September vergangen. An der Baustelle am Ground Zero ist ein Mahnmal entstanden, dass zehn Jahre nach den Anschlägen eröffnet wird. Wie verarbeiten die Amerikaner heute noch die Katastrophe?
O-Ton 3 (0:32 Min.): „Das hat damals mehr als dreitausend Tote gegeben – die genaue Zahl steht nicht fest. Man weiß zum Beispiel gar nicht, wie viele Leute illegal sich aufgehalten haben in den Twin Towers. Die Reaktion hat man kürzlich sehr genau erkennen können, nach der Erschießung von bin Laden. Da sind ja tausende zum Ground Zero gekommen und haben den Tod des großen Drahtziehers bin Laden gefeiert. Die Leute wurden auch gefragt, warum sie feiern. Und die Leute haben geantwortet: ‚Ich feiere heute hier, weil ich niemals vergessen werde, wie meine Freunde, wie meine Verwandten oben aus dem Fenster springen mussten, weil sie die Hitze von 1.200 Grad Celsius nicht ertragen konnten.“
Inwieweit spielt der Tod von Osama bin Laden eine Rolle?
O-Ton 4 (0:32 Min.): „Es geht um die Verarbeitung eines Traumas. Es war der größte Zwischenfall, der größte terroristische Anschlag auf amerikanischen Boden. Alle Kriege der letzten Jahrzehnte sind im Ausland geführt worden. Hier haben die Islamisten – an der Spitze Osama bin Laden – den Krieg nach Amerika getragen. Dennoch bleibt man bei der Aufarbeitung zum Beispiel bei der Person Chalid Scheich Mohammed, der als wirklicher, als eigentlicher Drahtzieher dieser Flugzeugattentate gilt, er sitzt in Haft und wird vernommen und wird irgendwann vor Gericht gestellt, man weiß bloß noch nicht, ob es geschehen wird vor einem Militärgericht oder vor einem Zivilgericht.“
Die Spätfolgen sind in den USA also noch immer zu spüren – vor allem aber natürlich für Beteiligte, die bei den Anschlägen Freunde oder Familie verloren haben. Wie geht es denen heute?
O-Ton 5 (0:36 Min.): „Mein Kollege Schöttau hat zum Beispiel einen Fall sehr gut dokumentiert – es ist der Fall einer kleinen Familie. Aus Iserlohn kommt Sebastian Gorky, der war leitend tätig bei der Deutschen Bank. Er ist im Tower gestorben, wo er eigentlich an dem Tag gar nicht sein sollte. Seine Frau wollte ihn abholen, die Frau war hochschwanger. Das ist die heute 39-jährige Paula Bellini. Und mit ihrem heute 9-jährigen Sohn Nikolas – er war damals im Bauch seiner Mutter. Und die beiden haben die Anschläge nur durch Zufall überlebt. Jetzt konnte sie zum ersten mal sprechen mit FOCUS in diesem Fall. Sie hat uns diese Geschichte erzählt, weil sie möchte, dass ihr damaliger Partner Sebastian aus Iserlohn nicht vergessen wird.“
Was meinen Sie damit, sie hätte durch einen Zufall überlebt?
O-Ton 6 (0:18 Min.): „Ja, ihr Mann Sebastian hat eigentlich ganz woanders, in einem anderen Teil Manhattans gearbeitet. Er hat an diesem Tag einen Kollegen vertreten und hat diesen Termin, den der Kollege hatte, im Nordturm, wo das erste Flugzeug einschlug, übernommen und war deswegen unter den Toten. Seine Frau wusste nicht, dass er eingesprungen war – sie wollten sich in der Nähe treffen.“
Sie haben Paula Bellini getroffen. Wie hat sie die Ereignisse verkraftet? Und wie hat sie ihrem Sohn davon erzählt?
O-Ton 7 (0:16 Min.): „Sie hat uns berichtet, dass sie in den ersten Jahren den Sohn darüber nicht unterrichtet hat. Nach und nach hat sie ihm erzählt – auch, als er eingeschult wurde – was sich damals zugetragen hat. Und der Sohn hat so gesehen ein sehr gutes Wissen über seinen Vater und er weiß sehr genau Bescheid, wie er, dieser Vater, sterben musste.“
Das war FOCUS-Redakteur Josef Hufelschulte über den zahnten Jahrestag des 11. September, vielen Dank für das Gespräch!
O-Ton 8: „Ja, gerne!“
Die dramatische Geschichte von Paula Bellini, die ihren Mann Sebastian verloren hat, sowie weitere Infos und Hintergründe können Sie im aktuellen FOCUS nachlesen – ab sofort (Samstag) bei Ihrem Zeitschriftenhändler.
