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Faszinierendes Spektakel am Himmel - Zugvögel und wie man sie am besten beobachtet (Beitrag)
(ddp direct)
In Hitchcocks Grusel-Klassiker „Die Vögel“ sind Spatzen und Krähen die Hauptdarsteller. Riesige Schwärme fallen über Menschen her. Das ist eine ziemlich gruselige Vorstellung, aber der Film ist Fiktion und in Wirklichkeit haben wir von den Schwärmen unserer gefiederten Freunde nichts Böses zu erwarten. Im Gegenteil: Es ist ein großes Natur-Spektakel, das man immer aufs Neue im Herbst beobachten kann. Riesige Schwärme von Zugvögeln fliegen übers Land und machen sich auf in wärmere Gefilde. Warum sie das tun und wie jeder dieses Phänomen ganz einfach verfolgen kann, das verrät uns jetzt Uwe Hohmeyer.
Sprecher: Ab in den Süden, dahin wo es warm ist und wo die Menschen im Sommer gern Urlaub machen. Dort zieht es jetzt auch die Vögel hin, sagt die stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Mein schönes Land“, Marie-Luise Schebesta.
O-Ton 1 (Marie-Luise Schebesta, 0:20 Min.): „Es gibt Langstreckenflieger, wie Kraniche und Störche, die fliegen bis an die Südspitze Afrikas. Oder eben auch Kurz- und Mittelstreckenzieher, wie man das auch nennt, Stare, Rotkehlchen fliegen zum Beispiel in den Mittelmeerraum, oder Feldlerchen nach West-Frankreich. Mauersegler, der legt so 3.000 Kilometer zurück, Gänse sogar ganze 9.000 Kilometer.“
Sprecher: Der Grund dafür, dass sie diese langen Strecken in Kauf nehmen, ist übrigens ganz einfach: Ihnen geht hier im Herbst und Winter das Futter aus.
O-Ton 2 (Marie-Luise Schebesta, 0:12 Min.): „Dieser Zugzwang, der ist genetisch angelegt. Es gibt aber auch verschiedene Kompasse, nach denen Vögel sich orientieren. Das ist der innere Kompass, der angeborene Magnetkompass, aber auch einen Sonnen- und einen Sternenkompass.“
Sprecher: Dank der Beringung der Vögel und mithilfe kleiner Peilsender verfolgen Wissenschaftler heutzutage die Flugrouten ganz genau. Dabei stoßen sie ab und zu auf ganz kuriose Dinge.
O-Ton 3 (Marie-Luise Schebesta, 0:26 Min.): „Peilsender-Auswertungen haben ergeben, dass es Vögel gibt, die zwischen dem immer gleichen Nest eines deutschen Stalles und dem immer gleichen afrikanischen Busch hin- und herfliegen - unvorstellbar. Es gibt aber auch ganz kuriose Beweise für den Vogelflug oder die Ziele, die Vögel so ansteuern. Und zwar hat man Stare beobachtet, die die Handytöne spanischer Mobilfunktelefone nachgeahmt haben - und da wusste man dann auch, dass sie eben in Spanien waren und nirgendwo sonst.“
Sprecher: Übrigens: Obwohl die Gene den Vögeln die Reise in den Süden ja eigentlich vorschreiben, machen sich längst nicht mehr alle auf den Weg.
O-Ton 4 (Marie-Luise Schebesta, 0:18 Min.): „Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass immer mehr Vogelarten, also vor allem auch Singvögel, wie die Drossel oder der Hausschwanz, im Winter in Deutschland bleiben und nicht mehr in den Süden fliegen. Und die kann man sehr gut unterstützen, nämlich indem man sie einfach füttert. Natürlich im Winter, aber entgegen der landläufigen Meinung sagen die Vogelforscher auch ganzjährig.“
Mehr über Zugvögel und wohin die einzelnen Arten jetzt überall aufbrechen, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von „Mein schönes Land“. Ab sofort bei Ihrem Zeitschriftenhändler!
