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Fulda-Challenge 2012: Arktischer Zehnkampf in Nordkanada und Alaska (O-Ton-Paket)
(ddp direct) Sport im Winter: Klar, da denkt jeder sofort an Skifahren. Aber ein Halbmarathon bei wirklich arktischer Kälte mit Temperaturen unter minus 20 Grad? Das gehört bei der Fulda-Challenge durch Nordkanada und Alaska dazu – der arktische Zehnkampf startet Mitte Januar zum zwölften Mal. Neben prominenten Sportlern wie der Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss ist auch ein Ärzte-Team dabei. Die Mediziner versorgen die Teilnehmer und erforschen, wie der menschliche Körper unter extremen Bedingungen reagiert. Professor Christian Byhahn ist der medizinischer Leiter der 12. Fulda-Challenge – welche Herausforderungen warten auf die Sportler?
O-Ton 1: „Wir rechnen mit Temperaturen jenseits der minus 20 Grad, Spitzentemperaturen waren minus 53 Grad im vergangenen Jahr und das sind natürlich ganz besondere Herausforderungen an den menschlichen Körper, erst recht unter Belastung.“
Kann man sich in irgendeiner Weise darauf vorbereiten??
O-Ton 2: „Einerseits durch einen täglichen Check-Up. Wir haben eine medizinische Checkliste, die jeden Tag abgearbeitet wird, wo Vitalfunktionen überprüft werden, aber auch Finger, Ohren, Nase, Augenpartien auf Erfrierungen und wir haben natürlich auch gewisse Grenzen, wo wir sagen müssen, unter den und den Bedingungen ist es unter Umständen fragwürdig, ein sportliches Event zu starten.“
Welche Bedingungen sind das, die das nötig machen?
O-Ton 3: „Es gibt vom Internationalen Olympischen Komitee für Wintersportwettbewerbe eine Grenze von minus 30 Grad, ganz konkret heißt das, wenn das Thermometer unter minus 30 Grad geht, und es sind Wettbewerbe, die mit einer hohen körperlichen Belastung einhergehen, wie Langlauf oder Laufen, dann muss man noch mal überlegen, ob man diesen Wettbewerb tatsächlich starten kann.“
Wie sieht das technische Equipment aus, das mit nach Kanada genommen wird?
O-Ton 4: „Das heißt, es gibt entsprechende Fahrzeuge, die auch entsprechende Innentemperaturen haben, dass man, wenn zum Beispiel auf einer Piste bei einer sportlichen Übung etwas passieren sollte , man ja nun jemanden der, ich sag mal banal, sich das Bein gebrochen hat, dort nicht vor Ort versorgen kann. Der wird dann entsprechend ins Begleitfahrzeug verbracht. Das ist so ausgestattet wie ein Rettungs- oder Notarztwagen in Deutschland.“
Stellen die großen Entfernungen zum nächsten Krankenhaus möglicherweise ein Problem dar?
O-Ton 5: „Wenn Sie tatsächlich den Worst Case haben, dass sich ein Sportler durch einen Unfall potentiell schwer oder lebensgefährlich verletzt, den können Sie natürlich vor Ort nur basisversorgen und müssen ihn dann in aller Regel luftgebunden irgendwohin transportieren. Und das limitiert sich natürlich über die Wetterlage dort. Wenn Sie bewölkten Himmel haben, können Sie nirgendwo auf einem Schneefeld landen. Dann müssen also zum Beispiel durchaus Entfernungen von 200-300 Kilometern durch Schnee und Eis mit dem Auto zurückgelegt werden. Aber auch dafür wären wir vorbereitet.“
Das war Professor Christian Byhahn, der medizinischer Leiter der 12. Fulda-Challenge. Alle weiteren Infos zu dem arktischen Zehnkampf gibt es auch im Internet unter www.fulda-challenge.com.
