Social Media
Pressekontakt
Frau Daniela Rechenberger
Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)
Hegelplatz 1
10117 Berlin
EMail:Kontakt aufnehmen
Website:http://www.izmf.de
Telefon:+49 - (0)30 - 2091698 - 23Kategorie
- O-Ton-Paket
Schlagworte
- IZMFHandygewaltCybermobbing
Gefahren durch das Handy - Was tun, wenn plötzlich diskriminierende Fotos und Videos im Netz auftauchen? (O-Ton-Paket)
(ddp direct) Willkommen in der Zukunft: Prügeleien zwischen Jugendlichen bergen heute eine neue Gefahr. Immer häufiger werden die Taten gefilmt und dann ins Netz gestellt. Bereits jeder dritte Jugendliche hat so etwas schon einmal beobachtet. Was das für die Opfer bedeutet, erklärt uns Andreas Mayer, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, hallo.
O-Ton 1 (Andreas Mayer, 0:01 Min.): „Schönen guten Tag.“
1. Herr Mayer, ist Handygewalt unter Kindern und Jugendlichen heutzutage die Ausnahme, oder trifft man häufiger darauf?
O-Ton 2 (Andreas Mayer, 0:48 Min.): „Es ist so, dass heutzutage alle Kinder und Jugendlichen ein eigenes Handy haben. Und dementsprechend wissen natürlich auch viele, dass darüber auch gewalthaltige oder auch pornografische Bilder und Filme verbreitet werden. Nach einer aktuellen Basisstudie, die uns vorliegt, ist es aber so, dass nur circa sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen solche Inhalte auch selbst erhalten haben. Anders sieht es aus beim sogenannten ‚Happy Slapping‘. Dabei filmen junge Menschen mit der Handy-Kamera reale Schlägereien, um dann diese Videos über Handy und Internet zu verbreiten. Jeder vierte Jugendliche hat nach dieser Basisstudie auch schon einmal selbst mitbekommen, dass eine tatsächliche Schlägerei gefilmt wurde und die Aufnahmen hinterher verbreitet wurden.“
2. Was bedeutet das für die Kinder und Jugendlichen, die Opfer so einer Tat werden?
O-Ton 3 (Andreas Mayer, 0:24 Min.): „Wenn ein Video von einer Schlägerei beispielsweise unter vielen Mitschülern verbreitet wird, ist es für das Opfer besonders erniedrigend, besonders verletzend. Oft setzt das einen Mobbingprozess in Gang oder ist bereits Teil eines schon länger andauernden Mobbings. Nicht selten tauchen solche Videos dann auch im Internet auf, in sozialen Netzwerken zum Beispiel, und werden damit vielen anderen Menschen zugänglich gemacht.“
3. Mit so einer Situation umzugehen, ist sicherlich nicht leicht. Was empfehlen Sie den Opfern?
O-Ton 4 (Andreas Mayer, 0:28 Min.): „Wer Opfer einer Schlägerei geworden ist, sollte auf jeden Fall bei der Polizei Anzeige gegen den Täter erstatten. Zunächst sollten betroffene Kinder und Jugendliche sich zum Beispiel den Eltern anvertrauen. Wichtig ist es aus unserer Sicht, dass verbreitetes Material und dass auch beleidigende Mails oder Kommentare gespeichert werden. Denn auch die Weitergabe von diesen Bildern oder Filmen mit Gewaltdarstellungen hat strafrechtliche Konsequenzen.“
4. Nicht jedes Kind oder jeder Jugendliche geht mit seinen Problemen offen um. Bei welchen Anzeichen sollten Eltern stutzig werden?
O-Ton 5 (Andreas Mayer, 0:26 Min.): „Solche Kinder und Jugendliche sind häufig bedrückt, ungewöhnlich schweigsam, können aggressiv sein, nervös oder auch angespannt. Sie leiden manchmal unter Schlaf- und Lernstörungen, Schulangst bis hin zu Depressionen. Ein Anzeichen ist auch, wenn Kinder nur noch wenig Umgang mit Freunden, mit Klassenkameraden haben. Oder auch, wenn Kinder plötzlich Sachen verlieren oder diese zerstört werden. Da sollten dann Eltern genau hinsehen.“
5. Viele denken sicherlich, dass die Polizei den Tätern sowieso nicht auf die Schliche kommt. Welche Möglichkeiten haben Sie da?
O-Ton 6 (Andreas Mayer, 0:25 Min.): „Das Opfer weiß in der Regel, wer die Schläger sind und damit auch, wer derjenige war, der die Schlägerei gefilmt hat. Die Polizei hat dann die Möglichkeit, außer einer Anzeige zu fertigen, auch das Handy des Täters einzuziehen oder auch dann den PC zu beschlagnahmen, wenn es um die Verbreitung solcher Bilder geht. Die Täter können dann nicht nur wegen Körperverletzung angezeigt werden, sondern auch wegen der Verbreitung gewalthaltiger Inhalte.“
Polizeiexperte Andreas Mayer über das Handy als Waffe und wie Opfer sich dagegen wehren können, vielen Dank.
O-Ton 7 (Andreas Mayer, 0:01 Min.): „Tschüss, ich bedanke mich fürs Gespräch.“
97 Prozent der Jugendlichen ab zwölf Jahren besitzen ein Handy. Genutzt wird dies aber schon lange nicht mehr nur zum SMSen und Telefonieren. Mehr zum Thema Handygewalt und Cybermobbing finden Sie beim Informationszentrum Mobilfunk im Internet unter Izmf.de.
