12.12.2011 18:15 Uhr in Bildung und Bildungspolitik

Helden des Nachmittags - Die besten Tipps der Nachhilfeprofis (O-Ton-Paket)

(ddp direct) Kaum ist das Kind auf dem Gymnasium, geht der Notenschnitt nach unten – und dabei hatte der Kleine doch in der Grundschule nur Einsen! Dieses Phänomen gibt es immer wieder, für Eltern gibt es dann oft nur einen Ausweg: Nachhilfe. Das Kind bekommt Extraunterricht am Nachmittag aufgebrummt – ob das zusätzliche Pauken allein aber wirklich hilft, weiß Focus Schule-Redakteurin Iris Röll, hallo!

O-Ton 1: „Hallo, ich grüße Sie!“

Ganz platt gefragt: Sind Schüler, die zur Nachhilfe gehen müssen, dumm?

O-Ton 2: „Nein, auf keinen Fall! Schüler sind ja nicht dumm, die haben oft ja auch nur Probleme in einem Fach – wie zum Beispiel Mathe oder Englisch. Manche Sachen liegen einfach nicht jedem und mit den allgemeinen Lernmethoden in der Schule können manche auch nichts anfangen – manchmal fehlt nur die Konzentration. Andere sind vielleicht total unmotiviert, weil gerade alles andere wichtiger ist als die Schule. Eine gute Nachhilfe sollte natürlich auch genau auf die jeweiligen Knackpunkte eingehen und jetzt nicht einfach pauschal Lateinvokabeln pauken, weil das Kind halt in Latein eine schlechte Note hat. Manchmal ist wirklich erst mal Lernen lernen angesagt.“

Haben Eltern zu hohe Erwartungen?

O-Ton 3: „Oft ja! Man kennt ja diese sogenannte Viertklassenhysterie – vor allem aus den Bundesländern, wo die Noten über die weiterführende Schule entscheiden. Das Kind muss dann um jeden Preis fit gemacht werden fürs Gymnasium – egal wie. Aber das ist natürlich oft ein Fehler, denn das Kind wird dann in der neuen Schule meist gar nicht Glücklich und die Eltern auch nicht. Also ein paar Monate soll man das durchaus probieren, vielleicht hat das Kind wirklich nur grad einen Durchhänger. Aber dann würde ich eher zur Schulberatung gehen, als das auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben.“

Machen Lehrer an den Schulen etwas falsch?

O-Ton 4: „Ich glaube, das wäre als Pauschalurteil zu unfair. Umgekehrt kann man aber natürlich sagen: Nachhilfelehrer können einfach manches besser machen. Und wir haben eben für das neue Heft von ‚Focus Schule‘ vier von ihnen besucht, die – jeder für sich – ihre ganz besonderen Tricks haben. Zum einen ist da natürlich eine viel individuellere Betreuung – oft eins zu eins. Der Nachhilfelehrer merkt schnell, welche Methode dem Schüler liegt, welche nicht – und stellt sich im Idealfall auch drauf ein. Viele Lehrer sind ja auch schon lange im Job und können sich gar nicht mehr vorstellen, warum manche Schüler den Stoff nicht begreifen. Die haben einfach nicht mehr den Schülerblick und das ist dann wiederum der große Vorteil von älteren Schülern als Nachhilfelehrern.“

Zusatzfrage: Ab wann sollte ein Kind denn zur Nachhilfe gehen?

O-Ton 5: „Da gibt’s leider keine feste Regel dazu. Sicher nicht bei der ersten Fünf, aber Eltern sollten sich jede Fünf gut anschauen und mit dem Schüler und auch mit dem Lehrer besprechen, woran es lag und was man tun kann damit es nächstes Mal besser wird. Bei der zweiten schlechten Note würde ich dann allerdings schon einen Profi suchen. Denn Nachhilfe ist ja keine Strafe, sondern wie der Name schon sagt: eigentlich erst mal Hilfe.“

Ist jede Nachhilfe eine gute Nachhilfe?

O-Ton 6: „Nein! Wichtig ist ein individueller Ansatz, der nicht pauschal irgendein Programm durchzieht. Die meisten Nachhilfelehrer schwören übrigens auf Einzelunterricht, weil der schlicht und einfach mehr bringt und nicht jetzt der Nachbar über irgendeinen blöden Fehler lacht. Ansonsten gilt, wie so oft beim Thema Schule: Man sollte nach Empfehlungen und Erfahrungen anderer Eltern fragen. Die Schülerin, die wir zum Beispiel für den Artikel in Focus Schule getroffen haben, die war seit Jahren in der ganzen Schule bekannt und geschätzt für ihren guten Nachhilfeunterricht in Naturwissenschaften. Und die wird jetzt übrigens Lehrerin, was sicherlich keine schlechte Idee ist.“

Focus-Schule Redakteurin Iris Röll, vielen Dank!

O-Ton 8: „Bitte, Tschüss!“

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