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„Höflichkeit 2.0“ - Do´s and Don´ts für das digitale Leben! (Beitrag)
(ddp direct)
Wie lange darf man im Café hocken und kostenlos surfen, ohne etwas zu bestellen? Ist es eigentlich unhöflich, beim Abendessen mit Freunden das Handy auf den Tisch zu legen und ständig rumzusimsen? Solche Fragen des guten Benehmens konnte bisher niemand so richtig beantworten, selbst der Knigge nicht. Bisher! Denn das Creation Center der Telekom Laboratories hat nun 101 „Do´s and Don´ts“ für einen stilvollen Umgang im digitalen Zeitalter zusammengestellt. Dörte Bandmann weiß mehr darüber!
Sprecherin: Voll aus dem Leben gegriffen sind sie, die neuen Leitlinien für die moderne Kommunikationsgesellschaft: Kids aus Berlin-Neukölln, Studenten aus zwölf verschiedenen Ländern und Benimm-Experten haben sie erstellt. Zum Beispiel auch diese hier:
O-Ton 1 (Raimund Schmolze, 0:27 Min.): „‘Stell kein Bild ins Internet, was Deine Mutter nicht gutheißen würde‘. Ein Hinweis an junge Leute, die vielleicht später sich dann freuen, dass ihr Chef sie nicht im volltrunken Zustand auf einem Foto sieht. Andere Richtlinien sind, was mache ich mit meinem Handy im Restaurant? Und da kam so der Hinweis, naja, wenn es eine Tischdecke gibt, dann lass es ganz weg und in der Tasche. Und wenn es ein Restaurant ist ohne Tischdecke, wo es etwas legerer zugeht, dann kannst du es auf den Tisch legen - allerdings mit Gesicht nach unten, dass man nicht die ganze Zeit auf das Display schaut.“
Sprecherin: So der Leiter des Projekts, Raimund Schmolze vom Creation Center der Telekom Laboratories. Sein Team hat sich aber auch Klassiker wie beispielsweise das „Simsen im Restaurant“ zur Brust genommen.
O-Ton 2 (Raimund Schmolze, 0:21 Min.): „Wenn Du in einem Restaurant eine SMS schicken musst, darfst Du dafür nicht mehr Zeit brauchen wie der Gang zur Toilette. Idealerweise verbindet man auch beides. Schönes Beispiel ist: Wenn ich in ein Café gehe, wo es umsonst WLAN gibt, wie viel Kaffee muss ich da eigentlich trinken, um diese Umsonstnutzung wieder zu rechtfertigen? Die Richtlinie sagt dann, ein Cappuccino und ein Muffin in der ersten Stunde und in der zweiten Stunde vielleicht noch ein Schokokeks hinterher.“
Sprecherin: Absolut unfein ist es übrigens, seinen Partner per SMS in die Wüste zu schicken. Das geht gar nicht – unter gar keinen Umständen.
O-Ton 3 (Raimund Schmolze, 0:22 Min.): „Es ist verständlich, wenn man Angst hat vor dem zwischenmenschlichen Prozess des Schlussmachens. Aber ehrlich gesagt, außer R2D2 darf das keiner tun. Man muss eigentlich darüber nachdenken, was sage ich über mich selber aus, wenn ich mit einer SMS Schluss mache. Ich bringe mich hinunter auf das Niveau einer Maschine, die keine Emotionen zeigen kann oder will. Und das ist etwas, was man eigentlich nicht tut, nicht mag und nicht möchte.“
Sprecherin: Natürlich kann jeder selbst entscheiden, ob er sich an die neuen 101 Leitlinien halten möchte oder nicht. Niemand wandert in den Knast, wenn er es nicht tut.
O-Ton 4 (Raimund Schmolze, 0:21 Min.): „Wir sehen das als Anfang eines Dialogs. Also, wir haben die 101 Leitlinien entwickelt in einem Projekt, was jetzt in eine Webpage mündet, die wiederum die Möglichkeit zur weiteren Diskussion bietet. Bindend ist es natürlich nicht, es ist eine Anregung, es ist etwas zum Nachdenken. Es ist vieles davon auch geschrieben mit einem Sinn fürs Schmunzeln, wo man auch durchaus mit etwas Selbstironie über sich selber nachdenken kann.“
Ein bisschen mehr Stil und gutes Benehmen kann ja nicht schaden: Mehr zu den Leitlinien, den Do´s and Don´ts für den digitalen Lifestyle, gibt’s übrigens im Internet unter www.eEtiquette.de. Einfach weitersagen!
