10.01.2012 19:30 Uhr in Film/TV

„Joaquin Phoenix: I’m still here“- Ab 13. Januar auf Blu-ray (Beitrag)

(ddp direct) Was macht man, wenn man als Schauspieler schon alles erreicht hat? Warum nicht einfach aussteigen und mal etwas ganz Neues ausprobieren – oder zumindest so tun als ob? 2008 hat der Golden Globe-Gewinner Joaquin Phoenix (gesprochen: Oakin Finix) verkündet, dass er die Schauspielerei an den Nagel hängen wird, um ins Musikbusiness zu wechseln. Ganz ernst gemeint hat er das nicht. Trotzdem konnte er die USA damit ein Jahr lang an der Nase herumführen. Dabei hat er sich die ganze Zeit über von der Kamera begleiten lassen. Am 13. Januar erscheint die „I’m still here“ auf Blu-ray. Dennis Hooke hat den Film gesehen.


Alles beginnt im Oktober 2008. In einem Interview überrascht der Schauspieler Joaquin Phoenix die Öffentlichkeit mit der Ankündigung, seine Karriere vor der Kamera zu beenden und stattdessen Rapper zu werden.

O-Ton 1: "Ich will nicht länger die Rolle von Joaquin spielen. Ich will nur das sein, was ich bin. Meine künstlerische Leistung bisher war ein verdammter Betrug - wenn ich ganz ehrlich sein soll. Das hier ist zum ersten Mal etwas Echtes. Ob es Euch gefällt oder nicht, das hier bin ich."

Sprecher: Die Dokumentation über seinen Ausstieg zeigt ein Panorama der Entgleisungen und Fehltritte des Schauspielers. Er nimmt Drogen, prügelt sich und vergnügt sich mit Prostituierten. Doch das ist nur die eine Seite. Auf der anderen wird er immer dicker und seine Haare wachsen und wachsen. Entsprechend entsetzt reagieren die Medien auf den vermeintlichen Abstieg des Sunnyboys.

O-Ton 2: Medienstimmenmix

Immer dabei ist die Kamera und die dokumentiert peinlich genau, wie Starkollegen auf die Entwicklung des Schauspielers reagieren. Comedy-Star Ben Stiller beispielsweise möchte Phoenix unbedingt zu einer Rolle in seinem neuen Film überreden, um ihm zu helfen. Und P. Diddy kann nur mit Mühe die Fassung bewahren, als er gebeten wird, das erste Album des Aussteigers zu produzieren. Und das, obwohl der nicht mal singen kann.

O-Ton 3: Schlechter Gesang

In „I’m still here“ spielt Joaquin Phoenix die Rolle seines Lebens – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Während er sich in seiner Dokumentation zum Gespött Hollywoods macht, hält er der Unterhaltungsindustrie schonungslos den Spiegel vor. Als Zuschauer fragt man sich spätestens jetzt: Was ist Fiktion und was ist Realität? „I’m still here“ lässt beides gekonnt miteinander verschmelzen. Mal dramatisch, mal komisch. Die Blu-ray enthält jede Menge Extras: unter anderem Audiokommentare des Regisseur und von Joaquin Phoenix selbst und ein alternatives Ende des Films.

Am 13. Januar erscheint "I'm still here" auf Blu-ray.