10.03.2011 13:00 Uhr in Bio und Wellness & Ernährung

Ostereier aus dem eigenen Garten - Warum es sich lohnt, Hühner zu halten (O-Ton-Paket)

(ddp direct) 210 Eier verputzt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr - beim Backen, Kochen und Frühstücken. Vor Ostern werden sie außerdem farbig bemalt und im Garten versteckt, damit die Kinder ihren Spaß haben. Nach dem jüngsten Dioxin-Skandal beschleicht einen beim Griff ins Supermarktregal allerdings doch eher ein ungutes Gefühl. Viele sind schon auf Bio-Eier umgestiegen, und so mancher überlegt sogar, sich selbst ein paar Hühner anzuschaffen. Welche Vorteile das hat, verrät Marie-Luise Schebesta, stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Mein schönes Land“, hallo.

O-Ton 1 (Marie-Luise Schebesta, 0:01 Min.): „Hallo, guten Tag!“

1. Frau Schebesta, was sind die Vorteile, wenn man sich zuhause Hühner hält?

O-Ton 2 (Marie-Luise Schebesta, 0:30 Min.): „Dass man ganz sicher sein kann, dass man gesunde Eier von glücklichen Hühnern aus artgerechter Haltung verspeist. Nämlich echte Bio-Eier. In der Grünlandhaltung enthalten die Eier auch besonders viele Vitamine und Carotine. Schön ist übrigens auch, wenn man Hühner hat, dass Kinder das wunderschön finden, die zu beobachten, und die helfen auch so ein bisserl bei der Gartenarbeit. Die scharren nämlich das Moos aus dem Rasen und fressen Schnecken, Engerlinge und Raupen auf. Und schließlich ist der Hühnermist ein sehr guter Dünger, wenn der vorher kompostiert wurde.“

2. Hört sich schon überzeugend an. Was ist alles nötig, um Hühner im eigenen Garten glücklich zu machen?

O-Ton 3 (Marie-Luise Schebesta, 0:33 Min.): „Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert, aber man braucht vor allem genügend Platz. Also, man rechnet 30 Quadratmeter pro Huhn, wenn die Tiere frei herumlaufen. Wenn die in einem Gehege sind, dann zehn Quadratmeter pro Tier. Vor allem sollte man Hühner auch nicht einzeln halten, so drei bis fünf sind für den Anfang ganz optimal. Und da kann man sich auch so fertige Hühnerhäuschen kaufen, in denen ist alles schon drin: Sitzstange, Legenest und Kot-Brett. Wichtig ist: Wenn man in einem Wohngebiet lebt, dass man sich halt in der örtlichen Gemeinde vorher mal erkundigt, ob man dort im Garten Hühner halten darf.“

3. Wie viel Arbeit macht die heimische Hühnerzucht?

O-Ton 4 (Marie-Luise Schebesta, 0:22 Min.): „Es ist gar nicht so aufwendig. Die brauchen natürlich täglich frisches Wasser, und neben dem, was sie an Nahrung im Garten selber finden, kriegen die auch noch Kraftfutter. Dann muss man schon aus hygienischen und geruchstechnischen Gründen alle paar Tage das Kot-Brett reinigen, das unter der Sitzstange in diesem Nachtquartier von denen ist - und hin und wieder auch den Trog und die Tränke und den Stall halt insgesamt säubern.“

4. Soweit, so gut. Aber vergessen wir nicht den Hahn und sein Gekrähe. Ich könnte mir vorstellen, dass sich nicht jeder Nachbar unbedingt über den täglichen Weckruf zum Morgengrauen oder auch den Geruch aus dem Hühnerstall freut. Wie löst man das Problem Hahn?

O-Ton 5 (Marie-Luise Schebesta, 0:24 Min.): „Relativ einfach, denn das Schöne ist, und das wissen die wenigsten, man braucht gar keinen Hahn, wenn man leckere Frühstückseier haben möchte. Den Hahn braucht man nur für die Zucht. Wenn man keinen Hahn hat, entfällt ja dieses Geschrei in den frühen Morgenstunden, das ist schon mal ganz prima. Und bei bis zu fünf Hühnern hält sich auch die Geruchsbelästigung in Grenzen. Ich würde aber trotzdem immer im Vorfeld mit den Nachbarn sprechen. Und die freuen sich ja vielleicht auch, wenn sie ab und an mal ein paar frische Hühnereier bekommen.“

5. Jetzt vor Ostern sind in Sachen „Eier“ natürlich Dekotipps gefragt. Wie färbt man die am besten, wenn man auf Chemie verzichten will?

O-Ton 6 (Marie-Luise Schebesta, 0:32 Min.): „Man braucht wirklich keine Industriefarben kaufen, denn die Natur bietet ein ganzes Spektrum an Pflanzen, mit denen man sehr schöne Farbtöne erzielen kann. Zum Beispiel rote Beete und Holundersaft färben natürlich rot, Zwiebeln geben so einen bräunlichen Farbton. Spinat und Efeu färben grün, und Kamille zum Beispiel gelb. Eine schöne Methode, um gefärbte Ostereier dann zu verzieren, ist die Kratz-Technik. Da nimmt man einfach ein Küchenmesser und schabt Muster auf die gefärbten Eier, dann wird die Schale an der Stelle wieder weiß, und das sieht schön natürlich aus.“

Marie-Luise Schebesta von der Zeitschrift „Mein schönes Land“ mit Tipps fürs Ostereierfärben und die Hühnerhaltung im eigenen Garten, vielen Dank!

O-Ton 7 (Marie-Luise Schebesta, 0:01 Min.): „Gern geschehen!“

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