07.09.2011 17:25 Uhr in Print

Pilze sammeln für Anfänger- Tipps und Tricks für Sammler und Hobbyköche (Beitrag)

(ddp direct) Der Sommer in Deutschland hat sich in diesem Jahr nicht gerade von seiner schönsten Seite gezeigt – Urlaub auf „Balkonien“ war 2011 leider keine Option. Für manche allerdings ein wahrer Segen: für alle Pilzsammler. Sie werden in diesem Jahr wegen des feuchten Sommerwetters in den Wäldern besonders früh fündig. Nur würde ein passionierter Sammler wohl eher die PIN-Nummer der EC-Karte preisgeben als seine bevorzugten Pilzplätze. Wo soll man als Anfänger also anfangen? Das weiß mein Kollege Mario Hattwig.

6300 Pilz-Arten gibt es in Deutschland – kein Wunder also, dass man als Laie so seine Bedenken hat, wenn man auf Pilzsuche gehen will. Tipps für Anfänger hat Marie-Luise Schebesta, stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Mein schönes Land“.

O-Ton 1: „Anfänger sollten sich so am Anfang so auf wenige Pilze konzentrieren, sich mit denen vertraut machen und dass sie die auch eindeutig bestimmen können. Pilzbestimmungs-Bücher geben in der Regel wirklich eine gute Orientierung, aber man sollte sich in der Praxis auf keinen Fall auf die Abbildungen verlassen, denn je nach Entwicklungsstadium, Standort und Licht sehen die Pilze in der Natur einfach anders aus. Sogar die besten Speisepilze können übrigens Vergiftungen verursachen, wenn sie überaltert sind. Das erkennt man daran, dass sie dann so nach oben gebogenen Hutränder haben – also die dann im Zweifelsfall lieber nicht essen.“

Anhaltspunkte für gute Sammelplätze sind feuchte, moosige Stellen, zwischen Baumkronen oder auf sehr mineralreichen Böden. Die beste Zeit zum Sammeln ist früh am Morgen – fehlt nur noch die richtige Ausrüstung.

O-Ton 2: „Also, Sie sollten auf keinen Fall Plastiktüten benutzen, denn die quetschen die Pilzkörper und verursachen eine rasche Zersetzung, weil keine Luft an die Pilze kommt. Nach Möglichkeit also einen ganz normalen Weidenkorb nehmen – der ist handlich, luftdurchlässig und daher ideal. Außerdem braucht man auf jeden Fall ein Pilzmesser zum Schneiden, denn die Pilze sollten auf keinen Fall aus dem Boden gerissen werden, das zerstört nämlich das feine Geflecht, das im Boden bleibt – das Pilzmyzel. Nur wenn dieses erhalten bleibt, kann an der gleichen Stelle wieder ein neuer Pilz nachwachsen. Es ist aber allerdings auch möglich, die Pilze vorsichtig herauszudrehen.“

Bevor die gesammelten Pilze dann aber in den Korb wandern, sollten sie zunächst einmal grob gereinigt werden.

O-Ton 3: „Dann zuhause noch mal überprüfen, schadhafte Stellen abschneiden und die Erdreste mit einem trockenen Tuch abreiben – Pilze verlieren nämlich an Geschmack, wenn sie in Wasser einweicht werden. Eine Ausnahme sind Pfifferlinge, und die sind auch noch besonders schwer zu reinigen. Aber es gibt da einen Geheimtipp: drei Esslöffel Mehl auf zwei Liter Wasser geben und die Pilze hineinlegen. Kurz durchschwenken und nach wenigen Minuten sind die Pfifferlinge sauber und werden mit einem Küchentuch abgetupft.“

Pilzberatungsstellen sind gerade für Anfänger sehr zu empfehlen, eine Adressenübersicht finden Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie unter www.dgfm-ev.de.

Und falls Sie sich immer noch nicht trauen sollten, alleine auf Pilzsuche zu gehen: In der aktuellen Ausgabe von „Mein schönes Land“ finden Sie viele weitere nützliche Tipps, Abbildungen der wichtigsten Pilzsorten sowie köstliche Rezepte – ab sofort beim Zeitschriftenhändler.