23.11.2011 10:05 Uhr in Gesundheitspolitik und Gesundheit

Radiobeitrag zum MLP Gesundheitsreport 2011

(ddp direct) Beitrag:
MLP Gesundheitsreport 2011
Die Deutschen bezweifeln Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens


Anmoderationsvorschlag:
Wer krank ist, geht zum Arzt und lässt sich behandeln – so einfach ist das in Deutschland. Schließlich gilt unser Gesundheitssystem als eines der besten der Welt. Nur: Das wird wohl nicht immer so bleiben. Schon heute gibt es vor allem in ländlichen Regionen zu wenige Ärzte und trotz Termin sitzt man schon länger im Wartezimmer als noch vor zwei, drei Jahren. Und für die Zukunft befürchten die Deutschen, dass sich die Situation eher verschlimmern als verbessern wird und sie im Krankheitsfall nicht mehr alles Notwendige erhalten. Das ergab der 6. MLP Gesundheitsreport, der heute (23.11.) in Berlin vorgestellt wurde. Mario Hattwig kennt die Ergebnisse.


Sprecher: 72 Prozent der Bevölkerung und sogar 88 Prozent der Ärzte beurteilen die aktuelle Gesundheitsversorgung in Deutschland als ‚gut‘ oder sogar ‚sehr gut‘. Trotzdem wächst bei den Menschen die Sorge, ob sich der heutige Stand der Versorgung auch in Zukunft aufrechterhalten lässt, weiß der MLP-Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Schroeder-Wildberg.

O-Ton 1: „Aktuell befürchten sie einen regelrechten Notstand bei der Pflege – da machen sich mehr als drei Viertel der Deutschen Sorgen, dass die Leistungen zur Sicherstellung einer guten Pflege nicht ausreichen. Angst macht einem guten Drittel der Befragten auch, im Krankheitsfall nicht ausreichend behandelt zu werden. Und auf längere Sicht befürchten viele stark steigende Kassenbeiträge und auch Einschränkungen bei der freien Arztwahl.“

Sprecher: Und auch den oft vorhergesagten Ärztemangel bekommen die Menschen allmählich zu spüren.

O-Ton 2: „Betroffen vom Ärztemangel sind vor allem Menschen in strukturschwächeren oder ländlichen Regionen. Und spürbar wird der Medizinermangel unter anderem durch die längeren Wartezeiten trotz Termin. Das haben bereits 22 Prozent der Kassenpatienten in den letzten zwei, drei Jahren festgestellt.“

Sprecher: Hinzu kommt, dass die Deutschen in den nächsten Jahren immer älter werden. Eine deutliche Mehrheit der Befragten sieht das Gesundheitssystem darauf unzureichend vorbereitet.

O-Ton 3: „Knapp drei Viertel der Befragten fürchten, dass es in Zukunft schwieriger sein wird, einen Platz im Pflegeheim zu bekommen. Ein anderes Beispiel: 61 Prozent rechnen mit volleren Arztpraxen und Problemen, einen Termin zu erhalten – und die Hälfte befürchtet, dass teure Behandlungen bei älteren Menschen aus Kostengründen nicht mehr durchgeführt werden.“

Sprecher: Wichtig ist also, das jeder für sich privat vorsorgt – denn vom Staat wird in Zukunft nur noch eine medizinische Grundversorgung zu erwarten sein.


Abmoderationsvorschlag:
Auch wenn das deutsche Gesundheitssystem derzeit noch in Ordnung ist, hat die Bevölkerung ein gutes Gespür dafür, was in den nächsten Jahren an Einschränkungen droht. Den aktuellen Gesundheitsreport können Sie auch im Internet nachlesen unter mlp-gesundheitsreport.de.


Quellen

 MLP Gesundheitsreport 2011 ...  23.11.2011 10:05 Uhr