25.07.2011 10:05 Uhr in International und Politik

Wasser für alle - Noch bis vor einem Jahr keine Selbstverständlichkeit (Beitrag)

(ddp direct) Wasser ist immer da: morgens beim Zähneputzen, beim Kochen, beim Duschen – sogar unsere Autos können wir waschen, ohne dabei auch nur einen Moment lang darüber nachdenken zu müssen, dass plötzlich nichts mehr aus der Leitung kommen könnte. Was man schnell vergisst: nicht überall auf der Welt ist dieser Luxus so selbstverständlich wie bei uns. Erst vor heute genau einem Jahr (28. Juli 2010) haben die Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Wasser zu einem Menschenrecht erklärt – ein Recht, das durch die Jahrhundertdürre in Ostafrika, mit zum Teil katastrophalen hygienischen Umständen aktueller denn je ist. Die Welthungerhilfe leistet unter anderem in Kenia Hilfe – also dort, wo die Situation aktuell mit am schlimmsten ist. Und trotzdem: es gibt Hoffnung! Dagmar Wittek war für uns im Osten Afrikas und zeigt, wie es auch gehen kann. Ein Erfolgsprojekt: Made in Kenia.

ATHMO DORF

Sprecher: Maparasha, ein Massai Dorf etwa 5 Stunden südlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Das Buschland ist ausgedörrt. Aber: Menschen und Tiere haben hier dennoch reichlich Wasser, weil sie zusammen mit der Welthungerhilfe Felsregenfänge gebaut haben. Trotzdem waren sie alle erst einmal skeptisch, als die Welthungerhilfe mit der Idee der Felsregenfänge kam, erzählt NiorangOroma.

O-Ton 1: „Am Anfang haben wir uns das gar nicht vorstellen können, dass man vom Fels Wasser bekommt. Aber dann haben sie angefangen zu bauen und wir konnten sehen, dass das Wasser an den Mauern die Felsen runtergeleitet und dann in Tanks gesammelt wird.“

Sprecher: Fast eine Million Liter Wasser haben sie jetzt in drei Tanks gespeichert, erzählt Oromas Freundin NdaliEmissia stolz.

O-Ton 2: „Seitdem wir hier Wasser holen können, geht es uns viel besser. Cholera und andere Krankheiten gibt es nicht mehr.“

Sprecher: Emissia hat 12 Kinder, die zuvor oft nicht zur Schule gehen konnten, weil sie ihrer Mutter helfen mussten Wasser zu holen. Das nächste ausgetrocknete Flussbett, aus dem man aus einem mit der Hand gebuddelten Loch noch Wasser schöpfen kann, ist drei Stunden Fußmarsch entfernt, berichtet Oroma.

O-Ton 3: „Das Wasser ist jetzt schön nah, das ist gut, weil wir Zeit sparen und dafür mehr Zeit zum arbeiten haben.“

Sprecher: Auch Ndalia sieht nur Vorteile in den Felsregenfängen.

O-Ton 4: „Wir profitieren zudem, weil wir das Wasser auch verkaufen. Das Geld geht auf ein Bankkonto und wenn wir Reparaturen an den Tanks, Leitungen oder Mauern haben, dann können wir sie davon bezahlen.“

Sprecher: Bohrlöcher und Brunnen sind oft nicht nachhaltig. Bohrlöcher brauchen meist Generatoren und um die zu betreiben, benötigt man Diesel und Geld.Das haben nur wenige Menschen in Afrika und damit können in guter Absicht gebaute Brunnen ganz oft nach kurzer Zeit nicht mehr benutzt werden, erklärt der Regionalleiter der Welthungerhilfe, Johann van der Kamp.

O-Ton 5: „Darum versuchen wir so viel wie möglich mit Regenwasser, mit Auffangbecken, das Wasser zu nutzen, das umsonst vom Himmel fällt. Und es stellt sich heraus, dass sich diese Wasserauffangsysteme einfach auf Dauer viel mehr lohnen.“

ATHMO WASSER ABFÜLLEN

Abmoderationsvorschlag:

Erst seit einem Jahr gibt es ein offizielles Menschenrecht auf Wasser. Dagmar Wittek hat sich eines dieser ersten Erfolgsprojekte, mit denen die Welthungerhilfe vor Ort hilft, angesehen: die „Felsenfänge“ in Kenia. Mehr über dieses spannende Projekt finden Sie auch im Netz auf www.welthungerhilfe.de.