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Frau Simone Pott
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- O-Ton-Paket
Schlagworte
- WelthungerhilfeWeltwassertagsauberes TrinkwasserWasserversorgungKenia
Weltwassertag am 22.03.2011: Jeder Tropfen zählt- Über die Wasserprojekte der Welthungerhilfe (O-Ton-Paket)
(ddp direct) Wir lassen morgens beim Zähneputzen das Wasser laufen, gönnen uns im Winter öfter mal ein heißes Wellness-Bad, und im Sommer stellen wir den Rasensprenger an, wenn die Sonne erbarmungslos vom Himmel knallt. Ganz normal, Wasser ist ja mehr als genug da. Gut 130 Liter verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich am Tag. Davon können die Menschen in vielen anderen Ländern der Welt nur träumen: Rund 900 Millionen haben nicht mal ausreichend sauberes Trinkwasser. Darüber sprechen wir zum Weltwassertag (22.03.2011) jetzt mit dem Generalsekretär der Welthungerhilfe Wolfgang Jamann, hallo.
O-Ton 1 (Dr. Wolfgang Jamann, 0:01 Min.): „Einen schönen guten Tag!“
1. Herr Jamann, wo gibt’s denn überall Probleme mit der Wasserversorgung?
O-Ton 2 (Dr. Wolfgang Jamann, 0:24 Min.): „Wasserversorgung ist vor allem ein Problem des Südens. Wie auch beim globalen Hunger leiden vor allem die Menschen in Afrika und Asien. In Afrika ist es ein Problem tatsächlich von sauberem Trinkwasser und Wasser für die Landwirtschaft. In Asien geht es vor allem darum, sanitäre Grundentsorgung sicherzustellen. Dort ist nur jeder Dritte an funktionierende Abwassersysteme angeschlossen. Und das führt dazu, dass leider jedes Jahr zwei Millionen Menschen sterben.“
2. Wie hilft die Welthungerhilfe diesen Menschen?
O-Ton 3 (Dr. Wolfgang Jamann, 0:35 Min.): „Wir versuchen, die gesundheitlichen Folgen aufzufangen. Das heißt, Menschen werden geschult, werden unterrichtet im Umgang mit sauberem Wasser. Das muss ja ganz oft trotz allem abgekocht oder gefiltert werden. Wir stellen allerdings auch Wasser zur Verfügung durch Brunnenbau oder durch Kanäle für die landwirtschaftliche Bewässerung. Aber am Allerwichtigsten ist es, tatsächlich mit den Menschen zu arbeiten, dieses kostbare Gut vernünftig zu handeln, vernünftig zu nutzen. Das heißt, sich die Finger zu waschen, hygienisch mit seiner Gesundheit umzugehen, damit zum Beispiel solche furchtbaren Katastrophen wie die Cholera in Haiti oder in Simbabwe sich nicht weiter verbreiten.“
3. Was ist für Sie bei der konkreten Arbeit vor Ort besonders wichtig?
O-Ton 4 (Dr. Wolfgang Jamann, 0:20 Min.): „Ganz wichtig ist dieses Prinzip ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘. Das heißt, an allem, was wir tun, muss die Dorfbevölkerung - und es ist leider oft ein ländliches Problem - muss diese Dorfbevölkerung aktiv einbezogen werden. Das Wichtigste ist da, nicht nur den Brunnen zu bohren, sondern Wasserkomitees zu gründen, die dafür sorgen, dass dieser Brunnen auf Dauer instand gehalten wird.“
4. Und das gelingt Ihnen auch?
O-Ton 5 (Dr. Wolfgang Jamann, 0:20 Min.): „Ja, unsere Projekte laufen vor Ort ganz wunderbar, weil wir die Bevölkerung intensiv einbeziehen. Allerdings fehlt es uns oft am Geld, und die Menschen hier in Deutschland können da etwas tun. Für nur 10 Euro können wir zehn Familien einen Monat lang mit sauberem Grundwasser versorgen. Und davon profitieren natürlich vor allem die Kinder, die ja ein gesundes Leben verdient haben.“
Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe, über die weltweiten Probleme mit der Wasserversorgung, vielen Dank!
O-Ton 6 (Dr. Wolfgang Jamann, 0:01 Min.): „Ich danke Ihnen!“
Zwischenmoderation:
Allein zehn Wasserprojekte der Welthungerhilfe laufen zurzeit in Kenia, einem der von lang anhaltenden Dürreperioden besonders gebeutelten afrikanischen Land. Wie dort um jeden Tropfen Wasser gerungen wird, weiß Johan van der Kamp, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe in Kenia, hallo.
O-Ton 1 (Johan van der Kamp, 0:01 Min.): „Guten Tag!“
1. Herr van der Kamp, wie schlimm ist die Lage zurzeit in Kenia?
O-Ton 2 (Johan van der Kamp, 0:18 Min.): „Momentan ist es so, dass die letzte Regenzeit ausgefallen ist. Und das bedeutet, dass viele Menschen wieder fast keine Ernte eintragen können. Das heißt zum Beispiel, dass das Welternährungsprogramm schon die Anzahl von Menschen, die Nahrungsmittel brauchen, drastisch erhöht hat.“
2. Geben Sie uns doch bitte mal ein konkretes Beispiel für eins der Wasserprojekte, die Sie in Kenia betreuen.
O-Ton 3 (Johan van der Kamp, 0:34 Min.): „Wir haben verschiedene Techniken, aber eine der Techniken, die vielversprechend sind, ist der sogenannte ‚Felsregenfang‘. Das sind meistens größere Felsen, die keine Bäume oder Sträucher haben. Und da wird dann Regenwasser durch gemauerte Rinnen in ein Speichersystem geleitet. Von da aus wird das Wasser durch einfache Hähne an die Bevölkerung verkauft oder verteilt. Und diese Felsenhänge sind vor allem in den ländlichen Gebieten die meistens einzige Lösung für die Bevölkerung da.“
3. Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie dabei zu kämpfen?
O-Ton 4 (Johan van der Kamp, 0:20 Min.): „Leider ist es so, dass diese Investitionskosten sehr hoch sind. Und momentan ist es so, dass für sogenannte Entwicklungshilfe-maßnahmen, was diese Speicher sind, kein Geld vorhanden ist. Meistens gibt es Geld für Notsituationen, aber für dauerhafte Lösungen - so wie diese - gibt es leider kein Geld.“
Johan van der Kamp über die Wasserprojekte der Welthungerhilfe in Kenia und die Probleme mit der Finanzierung, vielen Dank.
O-Ton 5 (Johan van der Kamp, 0:01 Min.): „Danke sehr, wiederhören!“
Übrigens: Trotz der vielen erfolgreichen Hilfsprojekte geht die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass 2015 immer noch gut 670 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im Netz unter Welthungerhilfe.de.
