Pressemitteilung

06.05.2011 15:40 Uhr in Essen & Trinken und Bio

Nachhaltiger Weinbau – der Qualität zuliebe

Weine aus nachhaltigem Anbau liegen im Trend. Doch auch ohne den Besitz eines Biosiegels gehen Winzer zum natürlichen Weinbau über – aus Qualitätsgründen.

(ddp direct) Hamburg, den 06. Mai 2011 – Die Sympathie für biologisch angebaute Weine ist mit zunehmendem Bewusstsein der Öffentlichkeit für Nachhaltigkeit und umweltverträgliche Produktionsmethoden in den letzten Jahren gestiegen. Ziel sind der Erhalt des natürlichen Gleichgewichtes und der bewusste Umgang mit Ressourcen. Was viele Weinliebhaber nicht wissen: Obwohl bislang nach Angaben des Bundesverbandes Ökologischer Weinbau Ecovin nur etwa 5 bis 6 Flaschen in Deutschland mit dem Vermerk „aus biologischem“ bzw. „ökologischem Anbau“ gekennzeichnet sind und die Beliebtheit von Bioweinen weiter zunimmt, arbeiten viele Winzer in ihren Weinbergen bereits so ökologisch wie möglich. „Für viele Winzer sind ein qualitätsorientierter Weinbau und der nachhaltige Umgang mit der Natur untrennbar miteinander verbunden“, weiß Eckhard Hillmann, Weinexperte vom Hanseatischen Wein und Sektkontor HAWESKO. „Ein unbelasteter, gesunder Weinberg bildet schließlich die Basis für einen guten Wein. Und nur über eine gesunde Rebe können die Trauben das für die Region oder die Lage typische Terroir aufnehmen, welches sich später auch im Geschmack des Weines wiederfindet.“

Weinberge sind Monokulturen. Eine geringe Vielfalt an Pflanzen und Tieren und ein feuchtes Klima lassen die Reben besonders anfällig für Schädlinge und Schimmelpilze werden. Vor allem die Reblaus und der echte und falsche Mehltau werden von Winzern gefürchtet. Beim ökologischen Weinbau geht es in erster Linie um die Schonung der Umwelt während des Anbaus der Trauben. Auf chemisch-synthetische Mittel, Herbizide und Mineraldünger wird verzichtet und dafür gezielt die Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten im Weinberg gefördert. Ein natürlich bewirtschafteter Weinberg sorgt für einen lebendigen Boden, ein tiefes Wurzelwerk der Reben und eine gute Versorgung mit Nährstoffen und Mineralien.

Aber nicht überall haben Winzer mit Schädlingen zu kämpfen. „Viele Weine aus Chile kommen ohne den Einsatz chemischer Keulen aus“, weiß Eckhard Hillmann. „Die geografischen und klimatischen Gegebenheiten dort sind einfach optimal. Viele Schädlinge, darunter ganz besonders die gefürchtete Reblaus, haben bis heute aus bislang ungeklärten Gründen nicht den Weg nach Chile gefunden. Und wegen des trockenen Klimas stellen weder der Mehltau noch die gefürchtete Fäule oder Schimmelpilze eine besondere Gefahr dar.“

Allein aus dem ökologischen Anbau oder einer nachhaltig orientierten Arbeitsweise im Weinberg lässt sich aber nicht automatisch auf die Qualität des späteren Weines schließen. Sie wird von einer Vielzahl zusätzlicher Faktoren beeinflusst. Die Wahl der Rebsorte und der Reifegrad der Trauben, die Hangrichtung und seine Neigung sowie die geografische Lage (Makroklima) und die Witterung während eines Jahrgang (Mikroklima) spielen eine Rolle. Darüber hinaus bestimmt vor allem die Arbeit des Winzers die Weinqualität. So sind auch die Pflege und Bearbeitung der Reben und ihre Ertragsmengen an Trauben von großer Bedeutung. „Alle deutschen Qualitätsweine unterliegen beispielsweise einer Ertragsbegrenzung. Wenn viele Trauben am Rebstock hängen, reduzieren sich der Zuckergehalt des Mostes und der Gehalt an Extraktstoffen“, erklärt Hillmann weiter. „Um qualitativ hochwertigen Wein zu produzieren, begrenzen die Winzer ihre Ertragsmengen, jeder auf seine Art. Erreicht wird das zum Beispiel durch einen niedrigen Anschnitt im Frühjahr, das Entfernen von Doppel- und Kümmertrieben nach der Blüte oder das Ausdünnen der Trauben kurz vor der Reifung.“

Auch das Schwefeln des Weines liegt – wenn auch nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen seitens der EU – im Ermessen des Winzers. Es macht den Wein haltbarer, wirkt antibakteriell und verhindert die Entwicklung ungewünschter Hefen. Fehlgärungen, die den Geschmack und die Qualität mindern könnten, werden vermieden. Jeder Wein enthält von Natur aus in geringem Maße Schwefeldioxid, denn er entsteht bei der Vergärung des Traubenmostes. Grundsätzlich gilt die zusätzliche Schwefelung von Wein nicht als ungesund und schon die Römer schwefelten ihre Weine zur Stabilisierung und Konservierung. Jedoch unterliegen Qualitätsweine gesetzlichen Schwefelungshöchstgrenzen im Mikrogrammbereich. Diese Grenzwerte gelten auch für Weine aus ökologischem Anbau. Einzelne Anbauverbände schreiben ihren Bio-Winzern zusätzlich nochgeringere Grenzen vor.

Um einen guten Wein zu erzeugen, müssen Winzer viele Faktoren bedenken. „Falsch ist sicherlich die Aussage, dass ein biologisch angebauter Wein automatisch von besserer Qualität ist als seine herkömmlich produzieren Pendants“, zieht Eckhard Hillmann Bilanz. „Fest steht jedoch, dass ein nachhaltiger Umgang mit der Natur sehr zum Gelingen eines wirklich großen Weines beiträgt. Heute produzieren viele Winzer Weine sehr naturbewusst und nachhaltig, ohne die Attribute Bio oder Öko groß herauszustellen.“

Über HAWESKO

Das Hanseatische Wein- und Sekt-Kontor (HAWESKO GmbH) ist Deutschlands Marktführer im Weinversandhandel. HAWESKO beliefert seine Kunden seit 45 Jahren mit hochwertigen Weinen aus allen bedeutenden Weinanbaugebieten der Welt. Das ca. 1.500 verschiedene Weine und Champagner umfassende Sortiment vereint ausgezeichnete Qualität mit einer vielfältigen Auswahl an Weinen. Darüber hinaus bietet HAWESKO ein großes Angebot an Weinzubehör und einen umfangreichen Präsentservice für Privat- und Firmenkunden.
Die HAWESKO GmbH ist ein Tochterunternehmen der Hawesko Holding AG, zu der auch Carl Tesdorpf – Weinhandel zu Lübeck, Jacques' Wein-Depot, Wein Wolf und die CWD Champagner- und Wein-Distributionsgesellschaft gehören.
Internetadresse: www.hawesko.de/presse