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Frau Susanne Seemann
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Kältehoch Cooper
Frostschaden – was zahlt die Versicherung?
(ddp direct) Dauerfrost in vielen Regionen Deutschlands / Jeden Winter viele tausend Schäden / Sicherheitsvorschriften beachten / Wohngebäude- und Hausratversicherung zahlen bei geplatzten Rohren
Bei Minusgraden können Rohre und Heizkörper platzen. Denn beim Gefrieren vergrößert sich das Volumen von Wasser um etwa 9 Prozent – und die Rohre halten diesem Druck nicht Stand. Weitere Schäden entstehen durch das aufgetaute Wasser, das aus den Rohren fließt. Den deutschen Versicherern wurden 2010 rund 1,4 Millionen Leitungswasserschäden gemeldet, 2,3 Milliarden Euro wurden dafür an die Versicherten bezahlt. Viele Schäden werden in den Wintermonaten durch Frost verursacht.
Bei Minusgraden können Rohre und Heizkörper platzen
Wofür die Versicherung leistet
Ob Rohrbruch oder auslaufendes Wasser: Die Wohngebäudeversicherung deckt Frostschäden am Haus ab, wenn das Risiko "Leitungswasser" eingeschlossen ist. Der Versicherer zahlt für Frost- und Bruchschäden an Rohren der Wasserversorgung, der Warmwasser- oder Dampfheizung innerhalb des versicherten Gebäudes. Frostschäden an Gegenständen der Sanitärinstallation, an Heizkörpern, Heizkesseln und Wärmepumpen sind ebenfalls eingeschlossen. Auch die Auftaukosten für Rohre, Fußbodenheizung oder Heizkörper gehören zum Versicherungsschutz. Werden Möbel und anderer Hausrat durch einen Wasserschaden beschädigt oder zerstört, kommt die Hausratversicherung dafür auf. "Mieter und Hausbesitzer müssen das Risiko eines Frostschadens möglichst gering halten", sagt Günther Schütz, Schadenexperte der Allianz. "Das ist wichtig, damit voller Versicherungsschutz besteht. Die Sicherheitsvorschriften findet man in den Versicherungsbedingungen."
Frost-Tipps fürs Haus
Die Heizung im Winter nie ganz ausschalten; immer auf kleiner Stufe weiterlaufen lassen. In Gebäudeteilen, die nicht beheizt werden, Rohre und Heizkörper entleeren und die Wasserzufuhr absperren.
Bei längerer Abwesenheit die Brennstoffvorräte für die Heizung prüfen. Heizungspumpen müssen ständig laufen, damit das Heizungswasser zirkulieren kann. Nachbarn oder Bekannte sollten das kontrollieren.
Außenwasserhähne und Rohre entleeren – sonst ist der volle Versicherungsschutz gefährdet! In der Außenwand verlegte Leitungen frieren besonders leicht zu. Deshalb Absperrvorrichtung in den Zuleitungen schließen und das Wasser an der tiefstgelegenen Stelle ablassen.
Alle anderen freiliegenden Leitungen durch gute Wärmedämmung oder Beheizung schützen.
Leitung eingefroren?
Auftauen mit heißem Wasser, heißen Tüchern, Heizmatten, Haartrocknern oder Heizlüftern. Vom geöffneten Hahn in Richtung der blockierten Strecke hin auftauen, damit die Leitung nicht platzt.
Wasserzufuhr während des Auftauens abstellen. Bei Wiederinbetriebnahme Haupthahn langsam öffnen, um Brüche durch Bewegung am Wasserzähler festzustellen.
Auf keinen Fall Infrarotstrahler, Heißluftpistolen oder offenes Feuer (Kerzen, Lötlampen oder Schweißbrenner) zum Auftauen verwenden, dadurch könnten die Rohre platzen.
Aus den Schadenakten der Allianz
Familie S. verbrachte einen zweiwöchigen Winterurlaub auf den Seychellen. Zu Hause kam es unbemerkt zu einem Defekt an der Umwälzpumpe, die Heizanlage fiel aus. Frisch aus dem Urlaub zurückgekehrt, erwartete die Heimkehrer das Chaos: Heizkessel, Rohre, Heizkörper waren geplatzt: Das aus der aufgetauten Bruchstelle strömende Wasser – die Bruchstelle wirkt wie ein offener
Wasserhahn – hatte einen riesigen Wasserschaden verursacht. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit waren Wände angefault, Putz und Holzdecken aufgewellt und die Türstöcke verbogen. Auch die Möbel hatten gelitten: Sofa und Teppiche verfärbt und angeschimmelt, Rost- und Schimmelflecken auf Mobiliar aus Metall und Holz, aufgequollene Bücher und Bilder. Während der Reparaturarbeiten war das Haus unbewohnbar, es entstanden hohe Kosten für die Übernachtung im Hotel. Zusammen mit den Reparatur- und Neuanschaffungskosten war eine Summe von rund 70 000 Euro erreicht.
