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Frau Constanze von der Schulenburg
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Aufklären und Vorbeugen statt Mangel verwalten
(ddp direct) Erfurt. Hyperaktivität, Lernschwächen, Intelligenzmangel, Wachstumsstörungen und körperliche Fehlbildungen – das sind Schäden, die Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursachen kann. Etwa 10.000 in Deutschland Neugeborene weisen diese und andere Alkoholschäden auf. Eine Zahl, die trotz permanenter Aufklärung seit Jahren stagniert. Am 9. September wird mit einem Gedenktag für alkoholgeschädigte Kinder in vielen Ländern auf das Thema aufmerksam gemacht.
Mit „zwei bis dreimal im Jahr“, beziffert Professor Axel Sauerbrey, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum Erfurt, die Fälle im Einzugsgebiet. Das Problem: Eine Sucht lässt sich therapieren – die Schädigungen bei Kindern durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft nicht. „Dann kann man nur noch den Mangel verwalten“, so Prof. Sauerbrey. Frühförderung, Physiotherapie und die Behandlung beispielsweise von Herzfehlern seien entsprechende Maßnahmen. Seine eindringliche Empfehlung: Generell auf Alkohol während der Schwangerschaft verzichten. Der Rat gilt insbesondere auch deshalb als eindringlich, weil es bis heute keine Erhebungen dazu gibt, wie viel Alkohol zu Schädigungen führt. „Es ist fast unmöglich, dazu vernünftig zu evaluieren“, so Prof. Sauerbrey weiter.
Schätzungen zufolge trinken zwölf bis 15 Prozent der werdenden Mütter Alkohol – ein- oder mehrmals im Monat. Die Wirkung ist bekannt: In den ersten drei Monaten wird die Ausprägung der Organe des Kindes bei Alkoholkonsum stark beeinträchtigt. Zwischen dem vierten und sechsten Monat ist das Wachstum anfällig für Störungen. Auch die Fehlgeburtsrate nimmt drastisch zu. Im letzten Schwangerschaftsdrittel besteht die Gefahr für Gehirnschädigungen.
Mit dem Tag des alkoholgeschädigten Kindes soll auf die Problematik weltweit aufmerksam gemacht werden. Die Idee für diesen Gedenktag stammt aus Kanada. Zahlreiche Länder – darunter auch Deutschland – haben ihn für sich übernommen.
