Social Media Release

17.01.2011 10:05 Uhr in Gesundheit und Gesundheitspolitik

Für eine sichere Therapie mit starken Schmerzmitteln

Öffentliche Petition der Deutschen Schmerzliga braucht 50.000 Mitzeichner bis zum 1. Februar

(ddp direct) Der Bundestag soll durch eine Gesetzesänderung stark wirksame, dem Betäubungsmittelrecht unterliegende Schmerzmittel von der automatischen Austauschpflicht ausschließen. Dies fordert die Deutsche Schmerzliga in einer öffentlichen E-Petition. Bis zum 1. Februar will die Patientenorganisation 50.000 Unterschriften sammeln, um ihrer Forderung nach einer sicheren Schmerztherapie Nachdruck zu verleihen.

  • »Ist ein Patient auf ein starkes Schmerzmedikament individuell gut eingestellt, sollte er nicht ohne medizinischen Grund auf ein anderes Präparat umgestellt werden«, erklärt Dr. med. Marianne Koch, die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga. Doch genau dies erzwingen seit einigen Jahren gesetzliche Vorgaben: Schließt der Arzt es nicht auf dem Rezept aus, muss der Apotheker dem Patienten ein wirkstoffgleiches Präparat aushändigen, mit dessen Hersteller die Krankenkasse des Patienten einen Rabattvertrag abgeschlossen hat.
  • Bei einem Blutdrucksenker ist dieser kostensparende Austausch unproblematisch – nicht aber bei starken Schmerzmitteln. Trotz gleichem Wirkstoff und gleicher Dosierung sind bei diesen Medikamenten Wirkungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Arzneimittelzubereitungen häufig. »Starke Schmerzmittel sind daher bei einer Umstellung eine kritische Substanzklasse«, erklärt der Göppinger Schmerztherapeut und Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe. Durch eine Umstellung werde das Therapiegleichgewicht gestört.
  • Für die betroffenen Patienten bedeutet dies mehr Schmerzen oder mehr Nebenwirkungen und eine aufwendige Neueinstellung auf das Austausch-Präparat. Nicht zuletzt werden Patienten durch andere Formen, Farben und Verpackungen ihres Medikamentes verunsichert, was zu Verwechslungen und EInnahmefehlern führen kann – und solches verursacht letzlich mehr Kosten als die Umstellung einspart.
  • Im großen politischen Gezerre um das Arzneimittel-Neuordnungsgesetz (AMNOG) waren die Forderungen der Schmerzliga nach Abschaffung der Austauschpflicht für starke Schmerzmittel untergegangen, obwohl auch medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaften sowie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ebenfalls die Herausnahme von starken Schmerzmitteln aus der Austauschpflicht gefordert hatten. Dennoch bleibt die Patientenorganisation am Ball: »Wir hoffen, dass wir durch unsere Petition nun diese dringend erforderliche Gesetzesänderung auf den Weg bringen können«, sagt Marianne Koch. »Denn schließlich geht um die Lebensqualität von Millionen Schmerzpatienten.« Die E-Petition kann auf der Website des Deutschen Bundestages https://epetitionen.bundestag.de/ mitgezeichnet werden.
  • Wir hoffen, dass wir durch unsere Petition nun diese dringend erforderliche Gesetzesänderung auf den Weg bringen können. Denn schließlich geht um die Lebensqualität von Millionen Schmerzpatienten.

    Dr. med. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schemrzliga e.V.

  • Starke Schmerzmittel sind daher bei einer Umstellung eine kritische Substanzklasse.

    Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga und Schmerztherapeut aus Göppingen

  • Ist ein Patient auf ein starkes Schmerzmedikament individuell gut eingestellt, sollte er nicht ohne medizinischen Grund auf ein anderes Präparat umgestellt werden.«

    Dr. med. Marianne Koch, die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V.

  • Informationen zur Petition der Deutschen Schmerzliga

    http://www.schmerzliga.de/dsl/petition/default.htm
  • Anleitung zum Zeichnen der Petiton der Deutschen Schmerzliga

    http://www.youtube.com/Schmerzliga

Deutsche Schmerzliga. e.V.

Die Deutsche Schmerzliga e.V., die Organisation für Patienten mit chronischen Schmerzen, wurde von Patienten und Ärzten im Jahr 1990 als gemeinnütziger Verein gegründet.

Seit 1997 steht die Internistin, Autorin und Fernsehmoderatorin Dr. med. Marianne Koch als Präsidentin an der Spitze des Vorstands. Dieser wird von einem Team in der Geschäftsstelle unterstützt.

Die Deutsche Schmerzliga hat zur Zeit 5000 Mitglieder. Mehr als 100 regionale Selbsthilfegruppen haben sich unter ihrem Dach zusammengeschlossen.

Die Deutsche Schmerzliga hat das Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern.
Sie vermittelt Informationen über die Möglichkeiten der modernen Schmerztherapie, über spezialisierte Therapeuten und macht sich stark für das Recht der Patienten auf eine kompetente Behandlung. Sowohl bei den politisch Verantwortlichen als auch in der Öffentlichkeit wirbt die Deutsche Schmerzliga um Verständnis für die Probleme von Menschen mit chronischen Schmerzen.

Deutsche Schmerzliga e.V.
Adenauerallee 18
61440 Oberursel
Deutschland

EMail:Kontakt aufnehmen
Website:www.schmerzliga.de
Telefon:0700 / 375 375 375
Fax:0700 / 375 375 38