Pressemitteilung

01.02.2012 16:00 Uhr in Gesundheit

Kampf um den ärztlichen Nachwuchs

Sachsen legt nach

(ddp direct) Der Freistaat Sachsen stockt die Förderung von Medizinstudierenden auf. Im Kampf gegen den Ärztemangel will die Landesregierung noch größere Anreize für junge Mediziner schaffen, damit diese sich in Sachsen niederlassen. Dazu soll es ab dem Wintersemester 2013/2014 ein Sonderkontingent von 20 Studienplätzen geben, die monatlich mindestens 1.000 Euro Stipendium erhalten. Die Förderung ist an die Bedingung geknüpft, sich zu verpflichten, später in unterversorgten Gebieten als Landarzt tätig zu werden. Im Rahmen des "Förderprogramms zur Studienbeihilfe für Medizinstudenten" können derzeit bereits bis zu 50 Medizinstudierende pro Jahr unterstützt werden, jedoch mit deutlich geringeren Beträgen.

Zudem sollen die in Dresden und Leipzig geschaffenen Lehrstühle für das Fach Allgemeinmedizin intensiver beworben werden. Weitere Punkte des insgesamt 20 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalogs sind eine Abschaffung der Studienplatzvergabe durch die Stiftung Hochschulzulassung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Christine Clauß sind all diese Pläne mittel- und langfristig angelegt. „Wir brauchen in Sachsen mehr medizinischen Nachwuchs“, so Claus. Ihren Angaben zufolge fehlen bereits jetzt mehr als 350 Hausärzte, vor allem im ländlichen Raum. Die Sächsische Landesärztekammer bewertet den Maßnahmenkatalog hingegen kritisch. Sie bezweifelt, dass die Sonderkontingente eine Wirkung haben werden, und sieht das Geld besser in zusätzlichen Studienplätzen angelegt. So würden sich angehende Studierende in der Regel nicht schon zum Beginn ihres Studiums dazu entscheiden, Allgemeinmediziner zu werden, argumentiert die Kammer.