15.10.2012 12:27 Uhr in Gesundheit und Vermischtes

Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt feiert 100jähriges Jubiläum

100 Jahre an der Seite des Menschen / Historischer Überblick


(Mynewsdesk) Unter dem Motto „100 Jahre an der Seite des Menschen“ feiern die Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser im November das 100 jährige Jubiläum ihrer Klinik Maingau vom Roten Kreuz. Die Klinik Maingau ist einer von zwei Standorten der Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser und befindet sich in Trägerschaft der Schwesternschaften vom Roten Kreuz. „Das Motto unseres Jubiläums ist uns Verpflichtung. Die Verbindung von Menschlichkeit und Professionalität, das ist das besondere Versprechen, das wir täglich in unserem medizinischen und pflegerischen Angebot, gemeinsam mit unseren Belegärzten, für unsere Patienten einlösen“ so Oberin Karin Schoppet, die zugleich Vorsitzende des Vorstands des Trägervereins ist.

Der Ursprung der Klinik Maingau liegt im Engagement des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz in Frankfurt am Main, der 1890 die Schwesternschaft Maingau gründete, die Vorläuferin der heutigen Schwesternschaft Bad Homburg- Maingau vom Roten Kreuz, eine der zwei Frankfurter Rotkreuz-Schwesternschaften. „Bis heute sind es die Schwesternschaften vom Roten Kreuz, die die Arbeit in der gesundheitlichen Versorgung der Klinik prägen“, so Oberin Schoppet.

Am 17. November 1912 erfüllte sich dank der Spendenbereitschaft der Frankfurter Bürgerschaft und dem Vermächtnis der Bankiersfamilie Georg und Franziska Speyer der lang gehegte Wunsch des Vaterländischen Frauenvereins nach einer eigenen Klinik. Aus einer ehemaligen Kinderkrippe wurde das neu erbaute „Kaiserin Auguste Viktoria Haus des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz“ mit zugehöriger Krankenpflegeschule. Die Ausbildung junger Schwestern sollte von Anfang an eine zentrale Aufgabe sein.
Die Frankfurter nannten es „Das Vaterländische Krankenhaus; es war stadtbekannt, nicht zuletzt aufgrund der für damalige Verhältnisse modernen Entbindungsstation. Viele Frankfurter haben in der Klinik Maingau das Licht der Welt erblickt, so auch Anne Frank, die 1929 hier geboren wurde.

100 Jahre später ist aus dem „Vaterländischen Krankenhaus“ eine moderne Belegarztklinik im Herzen Frankfurts geworden, die für höchste Qualität in medizinischer und pflegerischer Versorgung steht. Die Klinik Maingau verfügt über 138 Betten und 90 Pflegefachkräfte sind dort im Einsatz, bis heute in der Mehrzahl Rotkreuzschwestern. In den Anfängen waren es 45 Betten und 56 Krankenschwestern.
In enger Zusammenarbeit mit den erfahrenen Belegärzten weist die Klinik Maingau heute ein breites medizinisches Spektrum auf, wie etwa der Fachbereich der Orthopädie, der Urologie, der Nephrologie, der Pulmologie, der Gynäkologie, der Inneren Medizin und Viszeralchirurgie, der Plastischen Chirurgie und der HNO. Darüber hinaus finden sich in der Klinik Maingau heute ein spezialisiertes Prostatazentrum und ein Zentrum für Palliativmedizin. Die Ausbildung von jungen Menschen nimmt nach wie vor eine zentrale Stellung ein. In der angegliederten Pflegeschule werden 60 Schüler in der Gesundheits- und Krankenpflege und 20 Schüler der Krankenpflegehilfe ausgebildet. 1992 fusionierte die Klinik Maingau mit der Klinik Rotes Kreuz zum neu gegründeten Betriebsverein der „Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V.“.
Insgesamt verfügen die Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser, zu denen zusätzlich auch der Standort Klinik Rotes Kreuz gehört, über 365 Betten und ca. 15 000 Fallzahlen jährlich sowie 400 Beschäftigte. In der jüngsten Patientenumfrage der Techniker Krankenkasse waren die Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser unter den ersten drei der besten Kliniken im Rhein-Main Gebiet.

„Für eine optimale gesundheitliche Versorgung der Frankfurter Bürger zu sorgen, die Professionalisierung der Pflegeberufe zu fördern und die Karrieren von Frauen in den Pflegeberufen zu begleiten, all diese Themen sind es, die von Anfang an für uns Frankfurter Schwesternschaften im Zentrum standen und heute so aktuell sind wie vor 100 Jahren“, erläutert Oberin Karin Schoppet. Inzwischen haben die Frankfurter Schwesternschaften über 250 Mitglieder, denen sie in den eigenen Einrichtungen nicht nur gute Rahmenbedingungen für die Ausübung des Pflegeberufs bieten, sondern auch eine arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge und umfassende Fort- und Weiterbildungsangebote. „Wir wollen, dass Frauen in den Pflegeberufen Karriere machen. Und genau die begleiten wir“, erklärt Oberin Karin Schoppet.

Die Geschichte der Klinik Maingau war wechselhaft. „Das Fundament unseres Erfolges sind unsere Rotkreuzschwestern und unsere Mitarbeiter. Es ist deren tägliche Leistung, die Patienten und Belegärzte gleichermaßen schätzen und unseren Erfolg ausmachen“, davon ist Oberin Karin Schoppet überzeugt. Und tatsächlich ist die Geschichte der Klinik Maingau Zeugnis dieser Leistung.

Lazarett im Ersten Weltkrieg und Zeit des Wachstums

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde das Haus in ein Lazarett umgewandelt und blieb es bis 1918. Nach Kriegsende folgten trotz Inflation und schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen die Jahre der Um- und Ausbauten. Durch den Ankauf weiterer Liegenschaften in direkter Umgebung vergrößerte sich die Klinik Maingau stetig, nicht zuletzt begünstigt durch die Bedürfnisse der Zeit, die durch einen erheblichen Bettennotstand geprägt waren. Aber nicht nur die Räumlichkeiten selbst wurden erweitert, auch der Standard der Klinik wurde ständig dem medizinischen und technischen Fortschritt angepasst. So erhielt beispielsweise die Entbindungsstation einen Anschluss mit fließendem Wasser, ein Novum der damaligen Zeit; die Röntgenabteilung wurde nach dem neusten Stand der Technik eingerichtet und es wurde Radium angeschafft, eine Neuerung, die damals einzigartig war. Auch eine elektro-therapeutische Abteilung wurde eingeweiht.


Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieg

Eine große Prüfung für die Schwesternschaft und die Klinik Maingau bedeutete das Leben und Arbeiten unter der Diktatur der Nationalsozialisten. Das Reichsgesetz über das Deutsche Rote Kreuz vom Dezember 1937 brachte die „Gleichschaltung“. Alle selbständigen Rotkreuz-Organisationen in Deutschland wurden aufgelöst, das „Vaterländische Krankenhaus“ bekam den Namen „Krankenhaus Maingau vom Roten Kreuz“. Viele jüdische Ärzte, der Klinik Maingau eng verbunden, verließen Deutschland, oder wurden gezwungen ihren Beruf aufzugeben. Es folgten die Kriegsjahre. 1939-1945 wurden aus Frankfurt die Mehrzahl der Rotkreuzschwestern in den Wehrmachts-Sanitätsdienst berufen. Das Krankenhaus wurde mehrfach durch Bombenangriffe beschädigt und schließlich in der Neujahrsnacht 1944/45 fast vollständig zerstört.

Jahre des Wiederaufbaus

Schon 1944 begann die Schwesternschaft mit dem Wiederaufbau des Krankenhauses. Sie versorgten Flüchtlinge aus den Ostgebieten und nahmen zahlreiche Flüchtlingsschwestern aus den Ost-Mutterhäusern auf. 1949 wurden die Liegenschaften schließlich offiziell an die Schwesternschaft zurückgegeben. 1954 begannen erste Überlegungen zu einem großen Krankenhausneubau, das Richtfest des Neubaus wurde im September 1956 gefeiert und nur ein Jahr später war der Bau fertig gestellt und die ersten Patienten konnten versorgt werden.

Zeit der Modernisierung und Erweiterung

Die 70er und 80er Jahre waren bestimmt durch weitreichende Modernisierungsmaßnahmen. Der steigende Bedarf von Operationen und die damit verbundenen baulichen Anforderungen führten dazu, dass in den 70er Jahren mit Unterstützung des Sozialministeriums umfangreiche Neubauprojekte zur OP-Erweiterung realisiert werden konnten. Am 11. Januar 1978 erfolgte die Einweihung der damals modernsten Operationssäle in Hessen.

1985 und 1986 wurden zwei Stationen des Stammhauses vollständig technisch erneuert und eine Überwachungseinheit aufgebaut, um die Patienten postoperativ noch besser betreuen zu können. Ende der 1990er Jahre wurden die bettenführenden Stationen saniert. 1992 fusionierte die Klinik Maingau mit der Klinik Rotes Kreuz zum neu gegründeten Betriebsverein der „Frankfurt Rotkreuz-Krankenhäuser e.V.

2003 wurde eine palliativmedizinische Abteilung eröffnet. Im Dezember 2005 konnte der Neubau der Krankenpflegeschule bezogen werden. Die Folgejahre waren geprägt von organisatorischen Umstrukturierungen, um sich den neuen Herausforderungen eines marktorientierten Gesundheitssystems optimal anzupassen.

Die Klinik Maingau: ein starker Teil der Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V.

2012 starteten die Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuer mit einer neuen Geschäftsführung. Der ehrenamtliche Vorstand der Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V. wird künftig durch eine Dreiergeschäftsführung unterstützt. Gunnar Sevecke verantwortet den Geschäftsführungsbereich Finanzen und Strategie, Prof. Dr. Johannes Ruef den Bereich Medizin und Dr. Marion Schink vertritt derzeit Frau Oberin Schoppet, die sich in Elternzeit befindet. Dr. Schink verantwortet den Bereich Personal, Pflege und Kommunikation sowie die Wirtschafts- und Versorgungsdienste. „Ziel dieser Veränderung in der Führungsstruktur war es, die wesentlichen Kompetenzen eines modernen Krankenhausmanagements in der Geschäftsführung zu vereinen. Aktuell arbeiten die Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V. an einer Neupositionierung, um die Erfolgsgeschichte der letzten 100 Jahre fortzuführen“, erläutert Gunnar Sevecke.


Weitere Informationen unter: http://www.rotkreuz-kliniken.de/

Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V.

Die Frankfurter Rotkreuz Krankenhäuser mit den beiden Betriebsstätten Klinik Rotes Kreuz und Klinik Maingau befinden sich in Trägerschaft der beiden Frankfurter Rotkreuz-Schwesternschaften. Es handelt sich um zwei zentral gelegene Klinken mit Haupt- und Belegabteilungen, 365 Betten und ca. 15 000 Fallzahlen jährlich sowie 400 Beschäftigten. Neben der modernen Ausstattung der Häuser und der exzellenten Pflege durch hochqualifizierte Rotkreuzschwestern und Pflegekräfte bieten die Häuser über den Schwerpunkt des Belegarztsystems den Vorteil, dass die Patienten durch niedergelassene erfahrene Fachärzte ihrer Wahl behandelt werden und zwar sowohl ambulant in der Praxis, als auch stationär in der Klinik. Die Patienten sind von Anfang an in guten Händen. In der jüngsten Patientenumfrage der Techniker Krankenkasse belegten die Rotkreuz Krankenhäuser einen der ersten drei Plätze der besten Kliniken im Rhein-Main-Gebiet.

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