04.12.2013 11:57 Uhr in Gesundheitspolitik und Gesundheit

Koalitionsvertag aus Sicht der Physiotherapeuten zu vage

Wille zur Aufwertung der Fachberufe im Gesundheitswesen nicht erkennbar


(Mynewsdesk) München, 4. Dezember 2013. Ohne Frage: Der unlängst veröffentlichte Koalitionsvertrag von Union und SPD enthält aus Sicht der Physiotherapeuten einige interessante Ansatzpunkte, die auf eine Verbesserung sowohl in der Patientenversorgung als auch der beruflichen Perspektive für Physiotherapeuten hoffen lassen. Die Aussagen bleiben jedoch wenig konkret. So ist beispielsweise die Rede davon, dass der Einsatz von qualifizierten, nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen beim Erbringen von ärztlichen Leistungen ermöglicht und leistungsgerecht vergütet werden soll. Allerdings wird dieser Vorstoß nur mit Handbremse gemacht: Die Leistungen müssen von einem Arzt delegiert werden. Einen Direktzugang, wie ihn die physiotherapeutischen Berufsverbände schon seit Jahren fordern und wie ihn das Bundesverwaltungsgericht längst über den Umweg des sektoralen Heilpraktikers für den Bereich Physiotherapie erlaubt hat, ist nach wie vor nicht vorgesehen.

Andere zentrale Themen für Physiotherapeuten werden im Koalitionsvertrag überhaupt nicht aufgegriffen. So wäre es beispielsweise dringend notwendig, die Akademisierung des Berufsstands voranzutreiben, um die Qualität der Behandlung zu sichern und den Anschluss an das Ausland nicht zu verlieren.

Vor allem für die wirtschaftliche Situation der Physiotherapeuten, die vermehrt durch Altersarmut bedroht sind, bietet der Koalitionsvertrag keine Lösung.

Grund für Hoffnungen geben die Koalitionsaussagen bzgl. der geplanten strukturierten Behandlungsprogramme für die Behandlung von Rückenleiden. Offensichtlich wurde hier verstanden, dass gerade in diesem Bereich zu oft zum Messer gegriffen wird und alternative Behandlungsmethoden wie die Physiotherapie stärker in den Vordergrund gerückt werden müssen. Große Erwartungen sind auch mit dem geplanten Präventionsgesetz verbunden. Hier erwarten die Physiotherapeuten vor allem eine Abschaffung der Steuerungerechtigkeit, die sie gegenüber anderen Anbietern in diesem Segment deutlich benachteiligt.

„Primäres Ziel unserer Anstrengungen als Berufsverband in den kommenden Jahren wird es sein, die wirtschaftliche Situation unserer Mitglieder zu verbessern und die drohende Altersarmut abzuwenden“, so Rüdiger von Esebeck, 1. Vorsitzender des Deutschen Verbands für Physiotherapie, LV Bayern. „Mit dem Koalitionsvertrag wurden schon einige Weichen in die richtige Richtung gestellt. Wir werden die Entwicklung genau beobachten und die Politik gerne bei Gelegenheit an die mit dem Koalitionsvertrag beschlossenen Ansatzpunkte erinnern.“

Der Deutsche Verband für Physiotherapie (PHYSIO-DEUTSCHLAND), LV Bayern e. V.

Der Deutsche Verband für Physiotherapie e.V. bildet die Dachorganisation von rund 28.000 Mitgliedern in 12 Landesverbänden. Der Landesverband Bayern vertritt die berufspolitischen und fachlichen Interessen für rund 4.500 freiberufliche und angestellte Physiotherapeuten sowie für Schüler und Studierende in Bayern.
Der Deutsche Verband für Physiotherapie ist der einzige deutsche Berufsverband für Physiotherapeuten, der in internationalen Fachorganisationen Sitz und Stimme hat. Wir setzen uns für die Qualität in Aus-, Fort- und Weiterbildung von Physiotherapeuten ein und sind bestrebt, die akademische Qualifizierung von Physiotherapeuten in Deutschland umzusetzen. In der Heilmittelversorgung arbeitet der Deutsche Verband für Physiotherapie für einen hohen Qualitätsstandard. Vielseitige Informationen zur Physiotherapie finden Interessierte in Faltblättern, Broschüren und auf der Homepage des Deutschen Verbandes für Physiotherapie unter www.physio-deutschland.de.

Frau Silke Becker-Hagen

Deutscher Verband für Physiotherapie, LV Bayern
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Deutschland

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