10.03.2015 13:45 Uhr in IT/Hightech

BMJV fördert die Entwicklung der Open-Source Software „PanBox“ zur sicheren Nutzung von Cloud-Diensten im Internet

Der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Kelber stellt heute „PanBox“-Anwendung der Öffentlichkeit vor. Die Lösung ist für die allgemeine Nutzung kostenfrei verfügbar


(Mynewsdesk) Cloud-Speicherdienste erfreuen sich dank einfacher Benutzbarkeit, günstiger Preise und schneller Internetverbindungen steigender Beliebtheit. Allerdings kann der Schutz der Vertraulichkeit der eigenen Dateien, die auf einem Cloud-Speicherdienst abgelegt werden, nicht garantiert werden.

Viele Speicherdienste verschlüsseln lediglich die Daten auf dem Transportweg mittels einer SSL-Verbindung. Ob und wie die Vertraulichkeit der Daten beim Anbieter selbst geschützt wird, bleibt oft unklar. Daten können unter Umständen durch den Cloud-Speicherdienst selbst analysiert werden oder durch Cyber-Attacken ungeschützt entwendet werden.

Eine Lösung für dieses Problem bietet die entwickelte Softwarelösung PanBox. Sie erweitert Cloud-Speicherdienste um eine nutzerseitige Ende-zu-Ende Verschlüsselung aller Dateien.

Hier zu Parlamentarischer Staatssekretär der Justiz und für Verbraucherschutz Ulrich Kelber:

„Zum Verbraucherschutz in der digitalen Welt gehört nicht nur die Fortentwicklung des rechtlichen Rahmens. Wir treiben auch die Entwicklung technischer Werkzeuge und Lösungen voran. Wir wollen die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Erhalt und der Wiedererlangung der Souveränität und Selbstbestimmung im Umgang mit ihren Daten unterstützen. Die Konzeption und Programmierung von Programmen wie PanBox ist eine einfache und sinnvolle Verbraucherschutzmaßnahme in der digitalen Welt. Neben der Festplattenverschlüsselung, der Mailverschlüsselung und der Chat-Verschlüsselung ist die Online-Speicher-Verschlüsselung meiner Meinung nach der vierte Eckpfeiler zum Erhalt eines umfassenden kryptographischen Schutzes der Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Einzigartig an PanBox ist die konsequente Umsetzung des „Privacy-by-Design“-Ansatzes: Die verschlüsselten Daten sind durch ein dezentrales Schlüsselmanagement gesichert. Schlüssel und damit die volle Kontrolle liegen allein bei den Nutzern von PanBox. Gleichzeitig können Nutzer Dateien einfach mit anderen austauschen.

„PanBox zeigt, wie Privacy-by-Design in realen Anwendungen umgesetzt werden kann. Datenschutz ist keine ergänzende Funktionalität, sondern von Anfang an Teil der Lösung. Funktionalität und Nutzungsfreundlichkeit sind damit problemlos vereinbar und die Verbraucher bleiben Herren ihrer Daten.“

Die Software steht seit heute für Privatanwender unter der Domain www.panbox.org zum kostenfreien Download zur Verfügung. Zunächst werden die Versionen für Windows 7/8, Linux und Android bereitgestellt. Die Unterstützung weiterer Clients sowie eine Enterprise Version ist durch die Sirrix AG noch für dieses Jahr angekündigt.

Die Lösung wurde gemeinsam durch die Sirrix AG und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie entwickelt und wurde durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

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Fraunhofer SIT zeigt die Lösung in Halle 9 am Stand E40. 

Über das Fraunhofer SIT

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie zählt zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen für angewandte Cybersicherheit und Datenschutz. Rund 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich mit aktuellen Themen und Fragestellungen der Cybersicherheitsforschung und entwickeln neue Technologien und konkrete Lösungen für reale Herausforderungen.
Fraunhofer SIT gehört zu den Impulsgebern der internationalen IT-Sicherheitslandschaft und ist Teil des Centers for Research in Security and Privacy (CRISP) in Darmstadt, dem größten Forschungszentrum zur Cybersicherheit in Deutschland

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