Pressemitteilung

14.10.2015 14:27 Uhr in Kultur und Wissenschaft

Journalistenpreis PUNKT: Multimedia-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“ und Fotoserie „Schnarcher“ ausgezeichnet

(Mynewsdesk) Beim Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT stehen die diesjährigen Gewinner fest: In der Kategorie Multimedia überzeugte die von Thomas Reintjes und einem Team des Deutschlandfunks produzierte Online-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“ die Jury. Für ihre siebenteilige Bilderserie „Schnarcher“ wird Karoline Tiesler in der Kategorie Foto ausgezeichnet. Das acatech Fotostipendium erhält der Fotojournalismus-Student Konrad Lippert. Die von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften ausgelobten Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Zusammen mit einem Team des Deutschlandfunks realisierten der freischaffende Autor Thomas Reintjes und die Redakteure Christiane Knoll und Markus Waldhauser die Multimedia-Reportage „1 oder 0, Leben oder Tod“, die sich mit dem Einsatz unbemannter Systeme wie Roboter oder Drohnen in der Kriegsführung beschäftigt. Die Jury lobt sowohl die Relevanz des Themas als auch dessen sachkundige, differenzierte und sensible Darstellung, die durch die Zusammenführung unterschiedlicher Medienkanäle unterstützt wird. Basierend auf einem zunächst unabhängig produzierten Hörfunk-Feature stellen Reintjes und sein Team die zur Verfügung stehenden militärischen Systeme ausführlich dar und beschreiben die politisch-gesellschaftliche Debatte sowie die mit dem Einsatz dieser Technologien verbundenen Ambivalenzen. Der Nutzer hat die Möglichkeit, sich selbständig durch die in vier Kapitel gegliederte Reportage zu klicken und die angebotenen Meinungen und Quellen aufzurufen. Als vorbildlich beschreibt die Jury die Integration von Videos, O-Tönen und akustischer Elemente – entsprechend den Ausschreibungskriterien des Preises wird hiermit ein Mehrwert erzielt, der mit den Einzelkanälen nicht realisierbar wäre. Für den Deutschlandfunk waren Boris Bittner, Richard Weiß, Michael Jodaitis, Mirko Tzotschew, Markus Heidmeier und Nicola Balkenhol (Projektverantwortliche) an der Reportage beteiligt.

Somnotron, Kinnband, Nasenspange – in ihrer Fotoserie „Schnarcher“ präsentiert Karoline Tiesler dem Betrachter verschiedene medizinische Hilfsmittel, die dem Schlafapnoe-Syndrom, einer Form der Schlafstörung, vorbeugen. Die Produkte sollen beispielsweise helfen, die Nasenwege offen und den Mund geschlossen zu halten oder die Patienten mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen. Die PUNKT-Jury zeigt sich fasziniert von der unkonventionellen Auseinandersetzung der jungen Fotografin mit den Themen Schlaf und Schlafstörung. Jedes der sieben Motive verlangt nach einer Erklärung und weckt damit die Neugier des Betrachters: Was bedeutet es für den Mensch, wenn er nur noch schwer in den Schlaf findet? Führen diesen Produkte wirklich zu einem besseren, zu einem erholsameren Schlaf? Von der Jury lobend hervorgehoben wird auch die reduzierte Bildsprache, mit der Karoline Tiesler ihre „Hilfsmittel für Schnarcher“ inszeniert – zum Teil würden ihre Arbeiten wie grafische Illustrationen wirken.

Mit Unterstützung des acatech Fotostipendiums wird der freiberufliche Fotograf Konrad Lippert die Region südlich von Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt portraitieren. Geprägt ist die Landschaft durch ihre industrielle Strukturen: Auf dem Gelände der Leunawerke, dem einst größten Chemieunternehmen der ehemaligen DDR, haben sich moderne Raffinerien angesiedelt. Und im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal entwickelt sich zaghaft eine touristische Infrastruktur. Landleben und High-Tech-Industrie, Vergangenheit und Blick in die Zukunft – sowohl das Nebeneinander als auch der Gegensatz von Provinz- und Industrielandschaft sollen im Fokus des Projekts mit dem Titel „Brot, Wohlstand und Schönheit“ stehen. Die Jury überzeugt Konrad Lipperts Idee, den „Wandel vor unserer Haustür“ fotografisch zu dokumentieren. Jenseits bekannter Klischees wird der in Leipzig aufgewachsene Fotograf neben gesellschaftlichen Bezügen auch technische Aspekte in den Fokus seiner Reportage rücken.

Bereits im elften Jahr prämiert acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften mit dem Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT herausragende Text-, Bild- und Multimediabeiträge. In diesem Jahr werden Einsendungen in den Kategorien Multimedia und Foto ausgezeichnet. Zusätzlich vergibt acatech ein Fotostipendium. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Festveranstaltung der Akademie am 20. Oktober in Berlin statt.

Die Mitglieder der Multimedia-Jury sind:

  • Prof. Dr. Friederike Herrmann, Professorin für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Reiner Korbmann, Wissenschaftsjournalist und Gründer von Science&Media,
    Büro für Wissenschafts- und Technikkommunikation
  • Christiane Riedel, Geschäftsführerin, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie
  • Prof. Dr. Andreas Schümchen, Professor für Journalistik, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
  • Sandra Valentin, Executive Director, ]init[ AG für digitale Kommunikation
  • Markus Weißkopf, Geschäftsführer, Wissenschaft im Dialog gGmbH
  • Kathrin Zinkant, Redakteurin Wissen, Süddeutsche Zeitung


Die Mitglieder der Foto-Jury sind:

  • Jörg Buschmann, Fotochef, Süddeutsche Zeitung
  • Ellen Dietrich, Ressortleiterin Fotoredaktion, DIE ZEIT
  • Judith Egelhof, Bildredaktion, Publicis Pixelpark
  • Betty Fink, Freiberufliche Fotoredakteurin und Ausstellungsmanagerin
  • Tobias Lehmann, Freiberuflicher Bildredakteur
  • Heiner Müller-Elsner, Freiberuflicher Fotograf
  • Christa Schraivogel, Bildredaktion, Fraunhofer-Gesellschaft




Bildhinweis: Collage aus sechs Motiven der ausgezeichneten Fotoserie „Schnarcher“ von Karoline Tiesler (Foto/Bildrechte: Karoline Tiesler). Foto darf nur in Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Journalistenpreis PUNKT der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften verwendet werden.




Diese Pressemitteilung wurde via Mynewsdesk versendet. Weitere Informationen finden Sie im acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Über acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
acatech vertritt die deutschen Technikwissenschaften im In- und Ausland in selbstbestimmter, unabhängiger und gemeinwohlorientierter Weise. Als Arbeitsakademie berät acatech Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Darüber hinaus hat es sich acatech zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Zu den Mitgliedern der Akademie zählen herausragende Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. acatech finanziert sich durch eine institutionelle Förderung von Bund und Ländern sowie durch Spenden und projektbezogene Drittmittel. Um die Akzeptanz des technischen Fortschritts in Deutschland zu fördern und das Potenzial zukunftsweisender Technologien für Wirtschaft und Gesellschaft deutlich zu machen, veranstaltet acatech Symposien, Foren, Podiumsdiskussionen und Workshops. Mit Studien, Empfehlungen und Stellungnahmen wendet sich acatech an die Öffentlichkeit. acatech besteht aus drei Organen: Die Mitglieder der Akademie sind in der Mitgliederversammlung organisiert; das Präsidium, das von den Mitgliedern und Senatoren der Akademie bestimmt wird, lenkt die Arbeit; ein Senat mit namhaften Persönlichkeiten vor allem aus der Industrie, aus der Wissenschaft und aus der Politik berät acatech in Fragen der strategischen Ausrichtung und sorgt für den Austausch mit der Wirtschaft und anderen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Die Geschäftsstelle von acatech befindet sich in München; zudem ist acatech mit einem Hauptstadtbüro in Berlin und einem Büro in Brüssel vertreten.

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