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29.04.2010 13:22 Uhr in Film/TV

Aus Freundschaft wird ein tödliches Spiel

Kommissar Bukow und Profilerin König lösen ihren zweiten «Polizeiruf»-Fall in Rostock

Rostock (ddp). Nach dem fulminaten Start vor zwei Wochen dürfen die neuen NDR-«Polizeiruf 110»-Ermittler in Rostock am Sonntag bereits ihren zweiten Fall lösen. Das ungleiche Duo aus Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) und Fall-Analytikerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) hat es in der Folge «Aquarius» mit alten Freundschaften und tödlichem Verrat zu tun.

Der obdachlose Künstler Sohle (Thomas Darchinger) schmeißt in einer Eisdiele mit Geld nur so um sich. Als der Randalierer rausgeschmissen wird, folgt ihm Familienvater Maik Lehmann (Christoph Gaugler) bis in dessen Versteck in einem Wald am Warnowufer. Dabei tritt er auf eine Ufermine aus den 70er Jahren und wird tödlich verletzt.

Zur gleichen Zeit stellt Katrin König im Polizeipräsidium fest, dass jemand in ihren Computer eingedrungen ist. Der von ihr verdächtigte Hauspostbote Rolf Schulte (Rainer Reiners) wird am nächsten Tag als Wasserleiche im Rostocker Hafen geborgen. Als die Ermittler Schultes erstaunlicherweise luxeriös eingerichtetes Wochenendhaus durchsuchen, finden sie Bundeswehr-Pistolen und ein Foto, dass Schulte als Kampfschwimmer der DDR-Volksmarine Arm in Arm mit dem inzwischen toten Lehmann zeigt.

Bei ihren Ermittlungen stoßen Bukow und König auf einen Kampfschwimmer-Veteranenverein rund um die Brüder Heinz (Karl Kranzkowski) und Uli Kowski (Hans Uwe Bauer). Die ehemaligen DDR-Elitesoldaten verbindet aber nicht nur die gemeinsame Vergangenheit, sondern auch das Geheimnis um einen wertvollen Goldschatz. Beim Finale im winterlichen Wald werden nicht nur die Täter gestellt, sondern auch Freundschafts- und Familienbande zerstört.

Bukow hat es bei seinen Recherchen mit durchtrainierten Gegnern zu tun, die nicht zimperlich sind. Genau das Richtige für den bulligen Kommissar, der keiner schlagkräftigen Auseinandersetzung aus dem Weg geht, sondern die Situation eher noch anheizt. «Bukow geht überall rein, er hat vor nichts Angst», sagt Hübner über seine Rolle, für die er selbst Boxen trainiert hat.

Bei allen kriminellen Machenschaften lebt auch «Aquarius» zum großen Teil vom Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Charaktere von Bukow und König. Als König von ihrem Kollegen als «Quotenfrau» beschimpft wird und sie ihn aus dem Büro schmeißt, scheint zwischen beiden alles vorbei zu sein. Doch wenig später knistert es zwischen Bukow und König derart, dass der Zuschauer sich fragt: Wo soll das noch hinführen?

Regisseur Edward Berger («KDD», «Schimanski»), der zusammen mit Martin Rosefeldt («Tatort») auch das Drehbuch schrieb, hat einen bis zum Schluss spannenden Krimi inszeniert. Um dem Film ein «dokumentarisches Gefühl» und ein hohes Tempo zu geben, wurde mit zwei Handkameras und möglichst nur einer Aufnahme pro Szene gedreht. «Wir wollten wie bei einer Dokumentation die Atmosphäre des Moments einfangen», sagt Berger.

Bei Kälte und Schnee sei ein «einzigartiges Ensemble» mit vollem Einsatz dabei gewesen, lobt der Regisseur die Schauspieler. Mit einer mobilen Sauna am Set sorgte er aber auch dafür, dass ihnen der Spaß am Spiel nicht gefror.

Die erste Folge des Rostocker «Polizeirufs», «Einer von uns», hatten am 18. April 8,32 Millionen Zuschauer (Marktanteil 24 Prozent) eingeschaltet, die dem Sender den bisherigen «Polizeiruf»-Bestwert dieses Jahres bescherten. Der zweiten Folge ist ebenso reges Zuschauerinteresse zu wünschen. 2011 wird es die nächsten beiden Geschichten um Bukow und König geben. Bis dahin müssen sich die Zuschauer gedulden, um zu erfahren, was es mit dem geheimnisvollen Brief auf sich hat, den König zum Schluss des Films auf ihrem Schreibtisch findet.

(ddp)