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Beatrice Weder di Mauro verlässt den Sachverständigenrat
Wirtschaftsweise für Wahl in den UBS-Verwaltungsrat nominiert - Rat verliert Finanzmarktexpertin
Mainz/Zürich (dapd). Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro geht zurück in die Schweiz. Die Professorin will in den Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS einziehen und verlässt den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR). Das teilte die Universität Mainz am Freitag mit. Dort hat Weder di Mauro einen Lehrstuhl inne. Der Vorsitzende des SVR, Wolfgang Franz, bedauerte das Ausscheiden der Wissenschaftlerin.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärte, Weder di Mauro sei "eine der tragenden Säulen in diesem wichtigen Gremium" gewesen. Ihre große Expertise in Fragen der internationalen Finanzmärkte werde dem Sachverständigenrat fehlen.
Nach Universitätsangaben hat die 46-jährige Wissenschaftlerin, die sowohl einen Schweizer als auch einen italienischen Pass besitzt, der Bundesregierung mitgeteilt, dass sie "zur Vermeidung jedweden Konfliktes für eine nochmalige Wiederberufung in den Rat nicht zur Verfügung stehen" könne.
Weder di Mauro ist seit 2004 Mitglied des Gremiums, dessen Mitglieder auch die fünf Wirtschaftsweisen genannt werden. Sie war die Nachfolgerin von Axel Weber, der Mitte 2004 zum Präsidenten der Deutschen Bundesbank berufen wurde. Weber soll gut ein Jahr nach seinem Rücktritt von diesem Posten im April 2011 Präsident des UBS-Verwaltungsrates werden.
Franz sagte der Online-Ausgabe des "Handelsblatts": "Wir bedauern das Ausscheiden von Weder di Mauro sehr - das ist ein Schlag ins Kontor." Sie sei nicht nur fachlich eine exzellente Unterstützung für den Rat gewesen, sondern habe auch sehr zu einer harmonischen Zusammenarbeit beigetragen. "Ich kann ihre Entscheidung aber verstehen - solch ein Angebot bekommt man nicht alle Tage", fügte Franz hinzu.
Die Professorin wurde am Freitag der Generalversammlung der UBS im Mai zur Berufung in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Neben Weder di Mauro wurde die Schweizer Rechtsprofessorin und Anwältin Isabelle Romy für den Verwaltungsrat nominiert. Einzige Frau in dem Gremium ist bislang die frühere Swiss-Re-Finanzchefin Ann Godbehere.
Weder di Mauro ist seit 2001 Professorin für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik und Internationale Makroökonomie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Sie ist Mitglied im europäischen Beratungsausschuss des Internationalen Währungsfonds. Im Sachverständigenrat ist Weder di Mauro für die Analyse des Finanzmarktes zuständig. Ihre Amtszeit endet am Monatsende. Über ihre Nachfolge wurde zunächst nichts bekannt.
Der Sachverständigenrat wurde 1963 eingerichtet. Er soll die Politik beraten, ist in seinem Beratungsauftrag aber unabhängig. Der Rat besteht aus fünf Mitgliedern, die für jeweils fünf Jahre berufen werden. Die anderen Weisen sind die Professoren Lars Feld, Peter Bofinger und Christoph Schmidt.
Die in Basel geborene Weder di Mauro ist verheiratet und hat ein Kind. Ihre Karriere begann sie an der Universität Basel, wo sie 1993 promovierte. Anschließend war sie anderm als Ökonomin beim Internationalen Währungsfonds und bei der Weltbank in Washington tätig.
dapd
