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Buschkowsky will nur noch die Hälfte des Kindergeldes auszahlen
Eingespartes Geld soll für Bildungsangebote investiert werden
Berlin (dapd). Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) hat sich für eine radikale Reform der Kindergeldzahlung ausgesprochen. "Ich sage: Nur noch die Hälfte des Kindergeldes an die Eltern bar auszahlen", sagte Buschkowsky in einem am Mittwoch vorab veröffentlichtem Interview des Nachrichtenmagazins "Stern". Die andere Hälfte will der Kommunalpolitiker nutzen, um die Chancen von Kindern aus bildungsfernen Familien zu erhöhen. "Aus den restlichen 17 Milliarden Euro machen wir Krippen, Kindergärten, Ganztagsschulen, kleinere Klassen, Mittagessen, kostenlose Schulbücher, Sprachunterricht, Sport, Musik."
Buschkowsky plädierte zudem für eine Kita-Pflicht. Nur auf diese Weise ließen sich Jungs aus "fundamentalistischen Migrantenfamilien" integrieren. "Wir müssen dem 'Ey-hast-du-Problem' den Nachwuchs abschneiden", führte der SPD-Politiker an. "Das erreichen wir nur mit Vorschulerziehung und Ganztagsschulen."
Im Moment sei zu beobachten, "dass der Rückmarsch ins Mittelalter weiter fortschreitet", sagte Buschkowsky. Es gebe zunehmend Eltern, die Probleme mit dem Biologieunterricht hätten, Kinder mit katastrophalen Sprachschwierigkeiten, Kinder, die sich dem Unterricht verweigerten und Mädchen, die keinem Jungen die Hand geben würden. Die Lehrer schätzten den Anteil dieses Milieus auf 20 bis 30 Prozent. Und er werde nicht kleiner, sondern größer, gab der SPD-Politiker zu bedenken.
Den etablierten Parteien warf Buschkowsky vor, die Menschen mit ihrer Angst vor Überfremdung allein zu lassen. Auch bezweifelt er, dass Integration nach der Debatte um die umstrittenen Thesen von Thilo Sarrazin (SPD) tatsächlich zu einem "Megathema" der deutschen Politik werde, wie die CDU und SPD angekündigt haben. Im Moment wollten alle vor allem den "Störenfried" Sarrazin loswerden."
Der frühere Berliner Finanzsenator hat in seinem Buch mit Äußerungen über eine angeblich erbliche Dummheit muslimischer Einwanderer bundesweit für Empörung gesorgt. In der vergangenen Woche beschloss der Vorstand der Deutschen Bundesbank einstimmig, beim Bundespräsidenten die Abberufung Sarrazins als Mitglied des Vorstandes zu beantragen. Auch will die SPD ihn ausschließen.
ddp
