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16.02.2010 16:34 Uhr in Vermischtes

Fernöstliche Therapie für chronisch Kranke

Akupunktur in Hessen immer beliebter - Krankenkassen übernehmen nur eingeschränkt Kosten


Offenbach (ddp-hes). Heiner Kuse sieht ein bisschen aus wie ein riesiger Käseigel. Rücken und Beine des 71-Jährigen sind mit Akupunkturnadeln gespickt. Seit 40 Jahren plagen den Dietzenbacher die Bronchien, seit zehn Jahren der Magen. «Die ganze klassische Schulmedizin habe ich hinter mir und jahrelang Chemie gefressen», sagt er. Jetzt probiert der Rentner andere Behandlungswege. Seit zwei Wochen ist er im neu eröffneten Offenbacher «Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin» in Behandlung.

Unumwunden gibt Kuse zu, gewisse Vorbehalte gegen die alternative Behandlungsmethode gehabt zu haben. Doch inzwischen erkennt er «eine gewisse Perspektive auf Besserung».

Akupunktur ist in Deutschland schon lange keine therapeutische Randerscheinung mehr. Der Düsseldorfer Akupunktur-Forscher Albrecht Molsberger berichtet von zehn Millionen Behandlungen pro Jahr, allein durch Ärzte. Viele Orthopäden hätten die Technik erlernt, seit Krankenkassen die Kosten für die Behandlung für Rücken- und Knieschmerzen übernehmen. «Akupunktur ist keine Domäne von Heilkundlern und chinesischen Medizinern mehr», sagt Molsberger. Er schätzt die Erfolgschancen für das Offenbacher Zentrum daher als eher gering ein: «Das ist nichts Besonderes mehr.»

Nach Auskunft der Landesärztekammer haben sich von den 30 490 hessischen Ärzten 1073 zusätzlich in Akupunktur ausbilden lassen. «Das ist recht beliebt und liegt im Trend der Zeit. Die Nachfrage bei den Patienten ist groß», sagt ein Sprecher.

Heiner Kuses neue Ärztin heißt Wenjun Zhang. Sie hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der chinesischen Medizin, war Chefärztin in einem Lehrhospital der Universität Shaanxi in Nordchina und in Xian. Der Leiter des Offenbacher Zentrums, Johannes Nagel, schwört auf die Fähigkeiten der 60-Jährigen: «Es macht einen Unterschied, ob jemand jahrzehntelange Erfahrungen vorweisen kann oder seine Akupunkturkenntnisse bloß in Wochenendseminaren erworben hat.»

Nagel, Facharzt für Psychiatrie, sucht nach «interessanten Alternativen» im psychosomatischen Bereich. «Die meisten unserer Patienten haben bereits eine Odyssee durch Arztpraxen hinter sich», sagt er. Das Offenbacher Zentrum verspricht Heilung bei rheumatischen Beschwerden, Gastritis, Stoffwechselstörungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Tennisarm oder Arthrosen.

Bezahlen müssen die Patienten die 65 Euro pro Anwendung meist selbst. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur die Kosten bei Knie- und Rückenschmerzen. «Bei anderen Erkrankungen gibt es keinen ausreichend nachgewiesenen therapeutischen Nutzen der Akupunktur», sagt ein Sprecher der AOK Hessen.

Eine breit angelegte Studie der Universität Regensburg wies nach, dass bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken und in den Knien die Akupunktur besser hilft als Medikamente. Bei Migräne schnitt jedoch die Schulmedizin als wirksamere Behandlungsmethode ab.

Experte Molsberger hält dagegen auch bei Spannungskopfschmerzen und Migräne Akupunktur für «mindestens so gut wie Medikamente». Das sei durch Studien belegt, sagt er. Aus Erfahrung wisse man auch in Westeuropa und Nordamerika schon länger, dass Akupunktur bei Rheuma, Gastritis und sogar leichteren Depressionen helfen kann. Anhaltende Vorbehalte gegen die Nadel-Therapie erklärt Molsberger damit, dass Akupunktur aus einem anderen Kulturkreis kommt. «Es dauert immer eine Generation, bis so etwas breit anerkannt ist.»

Ein Arzt in der Landesärztekammer sagt, die Verbreitung von Akupunktur hänge auch von den Ärzten ab: «Wer davon überzeugt ist, macht eine Weiterbildung, und wer nichts davon hält, wendet es nicht an.» Manche Studien belegten immerhin eine Art Placebo-Effekt von Akupunktur. Demnach sei es egal, wohin ein Arzt die Nadeln stecke, trotzdem verschwinde der Schmerz. «Wer heilt, hat Recht», sagt der Arzt.

Heiner Kuse hat bereits sieben Akupunktursitzungen hinter sich. Die Frage, wie oft der 71-Jährige noch kommen muss, damit es ihm spürbar besser geht, stuft Wenjun Zhang als «kompliziert» ein. «Jeder Organismus reagiert anders», betont sie. Kuses Bronchitis und Gastritis seien vor allem Symptome für geschwächte Organe wie Lunge oder Leber. Die Akupunktur helfe, Stoffwechsel, Kreislauf und regenerative Prozesse anzukurbeln - und das ohne Nebenwirkungen.

(ddp)