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Gedenken an Luxemburg und Liebknecht in Berlin
Zu der traditionellen Kranzniederlegung hatte die Linkspartei aufgerufen.
Berlin (dapd-bln). Mit einem stillen Gedenken haben am Sonntag mehrere tausend Menschen in Berlin-Friedrichsfelde an die vor 92 Jahren ermordeten Sozialisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnert. Zu der traditionellen Kranzniederlegung an der "Gedenkstätte der Sozialisten" auf dem Zentralfriedhof hatte die Linkspartei aufgerufen.
Unter den Teilnehmern waren unter anderem die Chefs der Bundespartei, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, der Chef der Linke-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, der frühere Parteivorsitzende Oskar Lafontaine sowie der Berliner Parteivorsitzende Klaus Lederer und die Berliner Senatoren Harald Wolf, Carola Bluhm und Katrin Lompscher. Zudem war die Vizepräsidentin des Bundestags, die Linke-Politikerin Petra Pau, bei dem Gedenken dabei.
Lötzsch sagte zu ihren umstrittenen Kommunismus-Thesen: "Die Partei Die Linke strebt den demokratischen Sozialismus an." Die Bewertung ihrer Äußerungen nannte sie "Interpretationssache". Die Vorwürfe der Union, die Linke sei verfassungsfeindlich, wies sie als "absurd" zurück und fügte hinzu, dass die Linke "fest auf dem Boden des Grundgesetzes" stehe. Die Union sah in den Aussagen Lötzschs, nach denen sie ihre Partei zum Kommunismus führen will, einen Beleg für die Verfassungsfeindlichkeit der Linkspartei.
Als "böswillige Kampagne" bezeichnete Lafontaine die Kritik an Lötzschs Äußerungen. Gysi, der sich bereits zuvor von den Aussagen seiner Parteifreundin distanziert hatte, betonte, dass man sich "jetzt wieder auf die inhaltlichen Themen konzentrieren" müsse.
Lötzsch hatte in einem Beitrag für die Zeitung "Junge Welt" über "Wege zum Kommunismus" geschrieben: "Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung." Im letzten Satz hatte Lötzsch aber vom demokratischen Sozialismus als Zukunftsdevise gesprochen. Als Reaktion auf die Kritik an ihren Äußerungen hatte sie ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion am Samstagabend in Berlin abgesagt. Geplant war ein Streitgespräch mit der ehemaligen RAF-Terroristin Inge Viett und der DKP-Vorsitzenden Bettina Jürgensen auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz.
dapd
