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Grand-Prix-Vorentscheid gestartet
Fernsehzuschauer wählen fünf Sänger in nächste Runde - Raab sehr zufrieden
Berlin (ddp). In diesem Jahr setzen die deutschen Macher des Eurovision Song Contest auf Nachwuchstalente: Bei der ersten Ausscheidungsshow des gemeinsamen Vorentscheids von ARD und ProSieben traten am Dienstagabend vor rund 1000 Zuschauern in Köln durchgehend unbekannte Sänger auf. Es sei eine Sendung, die auch für ihn «mit vielen Überraschungen» verbunden sei, kündigte Grand-Prix-Experte und Jury-Präsident Stefan Raab zu Beginn an. Vier Sängerinnen und ein Sänger zwischen 18 und 27 Jahren schafften am Ende den Sprung in die nächste Runde.
Zehn Kandidaten, bei Castings unter mehreren tausend Sängern unter anderen von ProSieben-Entertainer Raab ausgewählt, wurden in die erste Live-Sendung auf ProSieben geladen. Darunter die 18-jährige Abiturientin Lena aus Hannover, die bisher nur auf einer Schulbühne gestanden hatte, und nun Raab mit ihrer Version von «My Same» von Adele «flashte».
«Ich freu mich so hart», rief sie ins Publikum, nachdem sie auch von den allein entscheidenden Fernsehzuschauern Zustimmung erhielt und nun weiter im Rennen um den Titel «Unser Star für Oslo» ist. Das sind auch die 21-jährige Studentin Kerstin aus Osnabrück, die 22-jährige Lehramtsstudentin Meri aus Würzburg, Verkäuferin Katrin (27) aus Köln und Sportstudent Cyril aus Hannover. Für diesen «super Sound in der Stimme» müssten andere «lange saufen», lobte Raab den Auftritt des 21-Jährigen.
Statt einem Kunstprodukt wie das im vergangenen Jahr für Deutschland angetretene Duo Alex swings Oscar sings samt Burlesque-Tänzerin Dita von Teese (Platz 20 beim Grand Prix 2009) waren zu Beginn der neuen Showreihe frische Gesichter zu sehen. Zwar kritisierten die Juroren Raab, Yvonne Catterfeld und Marius Müller-Westernhagen, denen das fast schon unangenehm schien, bei dem einen oder anderen Kandidaten stimmliche Unsauberkeiten. Allerdings erinnerte nur die Bühne ein wenig an «Deutschland sucht den Superstar», fiese Sprüche à la Dieter Bohlen gab es nicht. «Oh bin ich erleichtert, ich dachte, die zerfetzen mich jetzt», meinte Sängerin Meri nach ihrer Beurteilung.
Dem ARD-Koordinator Unterhaltung, Thomas Schreiber, gefiel denn auch die «sachliche und ehrliche Kritik». Es sei allein um die Musik gegangen.
«Die Aufgabe ist so schwer, weil ich die Kinder alle lieb habe», kommentierte Müller-Westernhagen. Insgesamt bescheinigte er den je fünf jungen Männern und Frauen: «Ihr macht Musik um der Musik Willen.» Normalerweise sei er ja kein Freund von Castingshows, betonte Müller-Westernhagen. Er sehe aber, dass Raab versuche, «das auf eine andere Plattform zu stellen». Raab, der drei Mal erfolgreich beim Grand Prix mitmischte, hatte zuvor die Nachwuchssänger Max Mutzke und Stefanie Heinzmann «entdeckt».
Er sei sehr zufrieden, bilanzierte Raab am Ende der Sendung. Sie hätten es wieder geschafft, dass viele talentierte Leute kommen, die ihnen das Vertrauen schenkten, «dass sie anständig behandelt werden».
Im Schnitt 2,62 Millionen Zuschauer verfolgten in der Prime Time den Auftakt der Showreihe, die eine Premiere für ProSieben und den öffentlich-rechtlichen Senderverbund ist. Das war ein Marktanteil von 8,5 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen waren es 16,5 Prozent.
In der nächsten Ausgabe des achtteiligen Vorentscheids, die zum Start ordentliche Unterhaltung bot, treten am 9. Februar zehn weitere Kandidaten an, von denen fünf weiterkommen. In der letzten Sendung am 12. März entscheiden die Zuschauer, wer von den beiden dann verbliebenen Sängern Deutschland beim Grand-Prix-Finale in Oslo vertritt und mit welchem Song. Die Endrunde des Song Contests findet am 29. Mai statt.
(ddp)
