dapd Nachricht

28.04.2010 07:36 Uhr in Transport

Innenraumpflege beim Auto

Schritt für Schritt zu neuem Glanz

München (ddp). Außen ist das mit der Reinigung ganz einfach: Man fährt mal eben mit dem Auto durch die Waschanlage, kurz nachgewischt, fertig. Ein Blick ins Fahrzeuginnere offenbart jedoch, dass der Alltag seine Spuren auch dort hinterlassen hat - und da muss selbst Hand gelegt werden, wenn man nicht die Dienste eines professionellen Aufbereiters bezahlen will.

Bevor die Putzaktion gestartet wird, sollten folgende Utensilien griffbereit in Stellung gebracht werden: Staubsauger, Glasreiniger, Polsterschaum, eventuell Lederpflegeschaum, Kunststoffpflegemittel, Fleckenwasser, ein Schwamm, Bürsten (Zahnbürste für kleine Ecken und Winkel) sowie ein Microfasertuch, empfiehlt Peter Klingenmeier, Geschäftsführer der TÜV-Süd-Tochter Auto-Pflege-Zentrum in München: «Da Strom und Wasser benötigt werden, ist die Garage im Regelfall der beste Ort für den Autoputz - zumindest, wenn sie genügend Platz bietet, gut ausgeleuchtet ist und man den Schmutz auch sehen kann.»

Zunächst sollten die Fußmatten entfernt, dann der gesamte Innenraum gründlich ausgesaugt und anschließend Luftschlitze, Lehnen, Handschuhfach und Aschenbecher mit einem feuchten Lappen oder mit einem neutralen Reiniger geputzt werden. Wichtig: Bei der Reinigung des Innenraums den Kofferraum nicht vergessen. Gerade hier und insbesondere in der Reserveradmulde sammelt sich schnell Schmutz, der gegebenenfalls sogar mit einem Fleckenreiniger entfernt werden muss. Einen Dachhimmel aus Stoff säubert man am besten mit dem Staubsauger. Ansonsten hilft wie bei der Polsterung ein spezieller Reinigungsschaum, lautet die Putzstrategie des Fachmanns.

Besitzt das Auto eine Lederausstattung, sollten sämtliche Lederteile zunächst sorgfältig abgebürstet oder mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Denn grober Staub und Schmutzpartikel in Poren, Falten und Nähten können scheuern und die Oberfläche des Leders beschädigen. Für die regelmäßige Säuberung des Leders reicht ein leicht angefeuchteter Baumwoll- oder Wolllappen. Unter allen Umständen sollte aber, um Wasserflecken zu vermeiden, großflächig gearbeitet werden. Auch darf sich in den Nähten kein Wasser sammeln und das Leder nicht durchfeuchtet werden. Spezialreiniger wie Lederpflegeschaum sind erst bei stärkeren Verschmutzungen und etwa alle sechs Monate nötig. Wer anschließend noch mit einer Lederlotion arbeiten möchte, muss das Leder vorher unbedingt absolut trocken reiben.

Bei der Reinigung von Armaturenbrett und Cockpit gibt es ebenfalls einiges zu beachten: Um Kunststoffteile auf Hochglanz zu polieren oder matte Oberflächen aufzufrischen, bietet der Handel unzählige Mittelchen und Sprays zum Kauf an. Für welches man sich entscheidet, ist nicht allein eine Frage des Geschmacks und des Preises: Einige Reiniger greifen das Material an, was insbesondere an hochsensiblen Stellen, vor allem im Airbag-Bereich, lebensgefährlich sein kann. «Es empfiehlt sich daher, sich für Markenprodukte zu entscheiden, deren Qualität bereits in Tests unter Beweis gestellt wurde», sagt Fachmann Klingenmeier. Gerade für die Pflege des Armaturenbretts reiche meistens aber schon klares Wasser sowie ein sauberes, fusselfreies Tuch. Sollte das im Einzelfall mal keinen Erfolg bringen, einfach ein lösungsmittelfreies Cockpitspray direkt auf den Schwamm sprühen, die Kunststoffteile einreiben und mit einem Microfasertuch nachpolieren.

Risiken und Nebenwirkungen: Wenn bei der Reinigung des Innenraums Kunststoffpflegemittel auf die Pedale, das Lenkrad oder die Handbremse gelangen, droht Lebensgefahr, da Cockpit-Sprays das Material zwar geschmeidig, aber auch spiegelglatt machen. Die Experten von TÜV Süd weisen ferner darauf hin, dass bei der Pflege der Instrumententafel und der Oberflächen der Airbagmodule keine lösungsmittelhaltigen Reiniger verwendet werden dürfen, weil sie das Material und die Sollbruchstellen des Airbags angreifen, porös machen und irreparabel beschädigen könnten. Zudem gelte grundsätzlich: «Haushalts- oder Geschirrspülmittel sind bei der Fahrzeuginnenreinigung absolut tabu.»

(ddp)