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09.09.2010 12:53 Uhr in Wirtschaft

Langsamere Gangart

Kieler Institut erwartet gedämpfte Fortsetzung des Aufschwungs

Kiel (dapd). Die deutsche Wirtschaft wird nach Erwartungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in den kommenden Monaten eine langsamere Gangart einlegen. Vor allem getragen vom Zwischenspurt im zweiten Quartal wachse das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr voraussichtlich um 3,4 Prozent, teilte das Institut am Donnerstag mit. 2011 lege die gesamtwirtschaftliche Produktion indes nur noch um 1,7 Prozent zu.

Als Grund für das schwächere Wachstum sehen die Ökonomen vor allem ein Nachlassen der Impulse aus dem Ausland. Der Höhepunkt der weltwirtschaftlichen Expansion scheine überschritten, hieß es. In den wichtigen Volkswirtschaften lasse die konjunkturelle Dynamik sogar deutlich nach. Ferner stelle die immer noch brodelnde Finanzkrise erhebliche Risiken dar. Für weitere finanzpolitische Anschübe bestehe kein Spielraum mehr. Im Gegenteil nehme die Staatsverschuldung in den Industrieländern weiter kräftig zu, so dass erneute Turbulenzen an den Finanzmärkten wahrscheinlich seien. Ein solches Szenario würde dann auch Deutschland betreffen.

Die IfW-Experten erwarten jedoch, dass die deutsche Konjunktur in nächsten Jahr vergleichsweise robust bleibt. Stütze der Konjunktur bleibe die Inlandsnachfrage, auch wenn die Dynamik gegenüber 2010 nachlasse. Der Außenhandel dürfte unterdessen anders als im Vorjahr keinen Beitrag zum Anstieg des BIP leisten, hieß es. Zwar würden die deutschen Exporteure ihre Marktanteile am steigenden Welthandel verteidigen können, die Importe dürften aber noch etwas schneller wachsen. Die Investitionen stiegen nur moderat, der private Konsum werde durch die sich weiter verbessernde Lage auf dem Arbeitsmarkt angeregt.

Einen Sprung nach oben schaffen nach Einschätzung der Volkswirte auch die real verfügbaren Einkommen. Die Arbeitslosenzahl werde knapp unter der Drei-Millionen-Grenze liegen.

dapd