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Lena und Jennifer im Finale von «Unser Star für Oslo»
Die jüngsten Teilnehmerinnen der Grand-Prix-Castingsendung setzen sich durch
Köln (ddp). Zwei Schülerinnen stehen im Finale des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest. Die beiden 18 Jahre alten Kandidatinnen Lena Meyer-Landrut aus Hannover und Jennifer Braun aus dem hessischen Eltville zogen am Dienstagabend in die entscheidende Runde der Showreihe «Unser Star für Oslo» ein.
Die beiden jüngsten Teilnehmerinnen des gesamten Wettbewerbs setzten sich im Halbfinale gegen ihre Mitbewerber Christian «Dursti» Durstewitz und Kerstin Freking durch. Die Entscheidung lag erneut beim Publikum. Gewählt wurde diesmal in zwei Durchgängen.
Nachdem alle vier Kandidaten einen ersten Song gesungen hatten, musste sich zunächst Kerstin, die 21-jährige Kunststudentin aus Osnabrück, verabschieden. Nach einer weiteren Nummer der verbliebenen Drei schied dann etwas überraschend der 20-jährige Christian aus Hessen aus, der als einer der Favoriten galt, acht Instrumente spielt und selbst komponiert.
Der Jury-Vorsitzende Stefan Raab versicherte Durstewitz im Anschluss an die Entscheidung: «Du hast alles richtig gemacht.» Raab hatte zuvor keinen Tipp über den Ausgang des Zuschauervotums gewagt. Alle Kandidaten des Halbfinals hätten sich durch eine besondere Entwicklung und eine interessante Songauswahl ausgezeichnet, sagte er. Unterstützt wurde der Moderator in der Jury diesmal von Sänger Jan Delay und Entertainerin Barbara Schöneberger. Beide zeigten sich über das Ausscheiden von Durstewitz überrascht. Dieser trug die Entscheidung mit Fassung: «Mit den Auftritten hier ist ein Grundstein für ein Leben voller Musik gelegt. Das macht mich glücklich.»
Im Halbfinale hatte vor allem Jennifer Braun die Juroren zum Staunen gebracht. Als sie die rasante Nummer «Heavy Cross» der US-Band The Gossip sang, tobte der Saal. Raab sprach von einer «Sensation» und lobte: «Das war die absolut beste Leistung, die ich von dir gesehen habe.» Auch Jan Delay war beeindruckt, hätte sich allerdings «ein bisschen mehr Craziness» wie bei der Gossip-Frontfrau Beth Ditto gewünscht. Als zweiten Song präsentierte Jennifer »Hurt« von Christina Aguilera. Die 18-jährige singt in einer Band und besucht die elfte Schulklasse. «Ich dachte, dass Lena und Christian ins Finale kommen. Dass ich es geschafft habe, ist echt fett», freute sie sich.
Lena Meyer-Landrut, die gerade ihr Abitur macht, sang in der ersten Runde die Ballade »Mr. Curiosity« von Jason Mraz. Die Jury störte sich an ein paar schiefen Töne nicht und befand: »Das war sehr berührend« (Raab) oder »Ich habe voll die Gänsehaut gehabt« (Delay). Als zweiter Song folgte bei Lena »Lovecats" von The Cure, bei dem sie wieder ihren speziellen Tanzstil zum Besten geben konnte.
Im Finale, das am Freitag (12. März, 20.15 Uhr) in der ARD läuft, können die Zuschauer zunächst festlegen, mit welchem Song Deutschland in Norwegen vertreten sein soll. Lena und Jennifer singen dabei jeweils drei Songs. Danach stimmt das Publikum über die Künstlerin ab. Als Juroren werden Xavier Naidoo und Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß erwartet.
Die gemeinsame Showreihe von ARD und ProSieben war Anfang Februar gestartet. Sechs Sendungen liefen bei ProSieben, das Viertelfinale und das Finale im Ersten.
Durchschnittlich verfolgten bei dem Münchner Privatsender 2,22 Millionen Zuschauer die Folgen des Vorentscheids, das entspricht einem Marktanteil von 7,2 Prozent. In der Zielgruppe der 14-bis 49-Jährigen lag dieser bei 13,4 Prozent. Das Halbfinale sahen am Dienstag 2,3 Millionen Zuschauer (7,3 Prozent). Bei den Jüngeren lag der Marktanteil bei 14,4 Prozent.
Die Zusammenarbeit des öffentlich-rechtlichen und des Privatsenders ist eine Premiere. Raab hatte selbst dreimal erfolgreich beim Grand Prix mitgemischt. Mit seiner Hilfe soll Deutschland beim Song Contest nach den schlechten Ergebnissen der vergangenen Jahre wieder punkten.
(ddp)
