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Weber: Finanzsystem muss sich tiefgreifend verändern
Bundesbank-Präsident sieht keine Doppelrezession
Frankfurt/Main (dapd). Das internationale Finanzsystem muss sich nach Aussage von Bundesbank-Präsident Axel Weber tiefgreifend ändern. "Die Finanzmärkte haben sich zwar wieder beruhigt, sind aber noch immer von erhöhter Unsicherheit geprägt und nicht vor Rückschlägen gefeit", sagte er am Mittwoch in Frankfurt am Main bei der Konferenz "Banken im Umbruch". Die Realwirtschaft hingegen entwickle sich weit besser als zu Jahresbeginn erwartet. "Befürchtungen einer Doppelrezession oder einer Deflation teile ich daher nicht", sagte das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB).
Dennoch warnte Weber davor, das Ende der Krise auszurufen und zur Tagesordnung überzugehen. "Die mittel- und unmittelbaren Folgen werden uns nämlich noch über Jahre hinweg beschäftigen. Vor allem das Finanzsystem als Ausgangspunkt der Krise muss sich tiefgreifend und dauerhaft verändern", sagte er.
Weber verwies darauf, dass zur Stärkung des Finanzsystems bei der einzelnen Bank angesetzt werden müsse. Darauf ziele vor allem die Reform der als Basel II bekannten Vorschriften. "Darüber werden wir am Wochenende in Basel reden", sagte Weber am Rande der Konferenz. "Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die international harmonisierten Regeln mit national unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Je nach Ausgestaltung der Reform kann der Preis für ein stabileres Finanzsystem über Länder hinweg unterschiedlich hoch ausfallen", sagte Weber.
Weber plädierte jedoch dafür, nicht nur die Kosten, sondern auch den Nutzen eines stabilen Finanzsystems im Auge zu behalten. Es sei nicht zu erwarten, dass die geplante Anhebung der Kapitalquoten die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen werde, zumal großzügige Übergangsfristen vorgesehen seien.
dapd
