dapd Nachricht

31.03.2010 11:29 Uhr in Politik

«Wir dulden keine Intoleranz und keinen Antisemitismus»

Wowereit fordert konsequentes Vorgehen

Berlin (ddp-bln). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat den antisemitischen Überfall vom vergangenen Wochenende in der Hauptstadt scharf kritisiert. «Wir dulden keine Intoleranz und keinen Antisemitismus», sagte Wowereit in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp. Gegen solche Übergriffe müsse «konsequent vorgegangen werden».

Bei der Attacke waren ein Mann und zwei Frauen von einer Gruppe Jugendlicher geschlagen und verletzt worden. Nach Angaben der Jüdischen Gemeinde wurden sie zunächst von einem «südländisch» aussehenden Mann gefragt, ob sie Juden seien. Als sie dies bejahten, schlugen die Angreifer auf die Opfer ein. Vier Tatverdächtige wurden festgenommen. Die Jüdische Gemeinde äußerte sich besorgt und forderte entschiedene Maßnahmen gegen die aus ihrer Sicht zunehmende antisemitische Gewalt von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien.

Gegen solche Angriffe müsse es einen «Aufstand der Anständigen» geben, sagte Wowereit. Demokratie und Toleranz seien «nicht garantiert für alle Ewigkeit», sondern müssten jeden Tag neu erkämpft werden. Wowereit warnte aber auch davor, pauschal bestimmte gesellschaftliche Gruppen - etwa junge Muslime - zu verdächtigen.

Über antisemitische Haltungen «egal durch wen» dürfe genauso wenig hinweggeschaut werden wie über rechtsextremistische Straftaten, sagte der Regierungschef. Notwendig sei eine aktive Auseinandersetzung und Geschichtsarbeit, vor allem in den Schulen. Zur Aufklärung bei jungen Menschen könnten zum Beispiel der Besuch von Gedenkstätten oder Museen beitragen.

(ddp)