Pressemitteilung

12.01.2012 12:50 Uhr in Politik und Essen & Trinken

Antibiotika-Einsatz in Geflügelmast: Begrenzung der Medikamentengabe allein nicht ausreichend, Systemwechsel notwendig

(ddp direct) Kommentar von Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, zum Thema Antibiotika-Einsatz in der Geflügelmast:

Die nachgewiesenen Belastungen mit Antibiotika bei Geflügel sind ein deutliches Signal, wie sehr die Tiere in Intensivtierhaltungen belastet sind und leiden. Es belegt auch, wie eng die Fragen von Tierschutz mit Verbraucherschutz zusammenhängen. Die vielfach als besonders hygienisch gelobte, aber tierfeindliche Intensivtierhaltung ist eben nicht der Weg. Die Tiere werden an die Haltungssysteme angepasst, vielfach werden prophylaktisch Medikamente verabreicht, weil bekannt ist, dass die Tiere zusammengepfercht in riesigen Tierhaltungsanlagen die kurze Mastdauer sonst nicht überstehen. Es ist gut, dass die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner handeln will. Aber wenn sie sich nur auf Gesetze zur Begrenzung der Medikamentenbeigaben konzentriert, dann ignoriert sie die eigentliche Ursache. Ein bisschen verändern geht nicht, es braucht einen grundlegenden Systemwechsel in der Tierhaltung: kleinere Bestände, geringere Besatzdichten, tiergerechte Ausgestaltung der Haltung. Wer den Mut nicht hat, der doktert an Symptomen herum und riskiert auf Dauer weiteres Tierleid und erhebliche Gesundheitsgefahren für die Menschen.