Ciper und Coll.

In einem Arzthaftungsprozess ist es für einen geschädigten Patienten generell wichtig, qualifiziert juristisch vertreten zu sein. Ciper & Coll. verfügen darüberhinaus über einen umfangreichen Pool hochqualifizierter fachmedizinischer Gutachter jeder Fachrichtung, die bei Bedarf hinzugezogen werden können. Die juristische und fachmedizinische Kompetenz führt zu einer Erfolgsstatistik, die bundesweit einmalig sein dürfte. Dr. Dirk C. Ciper, Fachanwalt für Medizinrecht informiert über einige aktuelle Prozesserfolge der Sozietät:

Landgericht Ulm - im Oktober 2013
Fehlerhaft vorgenommene Lungenpunktion, LG Ulm, Az. 6 O 119/13

Chronologie:
Die Klägerin befand sich im Jahre 2011 wegen einer Lungenentzündung zur stationären Behandlung im Hause der Beklagten. Es erfolgte eine Punktierung der Lunge links. Im Rahmen des Eingriffs kam es behandlungsfehlerhaft zu einem Einstich in den Herzbeutel, was zu einer lebensbedrohlichen Situation der Klägerin führte. Sie mußte mehrfach reanimiert werden und erlitt einen Sauerstoffmangel im Gehirn.

Verfahren:
Angesichts der Eindeutigkeit der Sach- und Rechtslage hat das befasste Landgericht Ulm den Parteien angeraten, sich vergleichsweise zu einigen. Danach solle die Beklagtenseite der Klägerin eine pauschale Entschädigung von 45.000,- Euro zahlen.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Das im Vorfeld der gerichtlichen Inanspruchnahme von der Gutachterkommission für Fragen ärztlicher Haftpflicht in Auftrag gegebene Gutachten hat bestätigt, dass ein Behandlungsfehler vorliegt. Trotz der eindeutigen Konstatierung lehnte jedoch die Versicherung der Beklagten die Anerkennung der Haftung bereits dem Grunde nach ab, stellt die allein sachbearbeitende Rechtsanwältin Irene Rist fest. Aus diesem Grunde musste die Klägerin gerichtliche Hilfe beanspruchen.

Landgericht Berlin - im September 2013
Verletzung der Arteria subclavia bei winkelstabiler Plattenosteosynthese, LG Berlin, Az. 13 O 156/12

Chronologie:
Die Klägerin stürzte anlässlich eines Radrennens und zog sich dabei einen Trümmerbruch des rechten Schlüsselbeins zu. Dieser Bruch ist in der Klinik der Beklagten nicht den Regeln der ärztlichen Kunst entsprechend behandelt worden. Die vorgenommene Operation war nicht indiziert.

Verfahren:
Das Landgericht Berlin hat den Vorgang fachmedizinisch mittels eines Unfallchirurgen hinterfragen lassen. Nachdem dieser eine Fehlbehandlung konstatierte, schlug das Gericht den Parteien einen Vergleich an, den diese akzeptierten. Der Streitwert wurde im fünfstelligen Eurobereich festgesetzt.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Entscheidend für die Bewertung eines Behandlungsfehlers war nach Meinung des gerichtlich bestellten Sachverständigen die nicht korrekte Versorgung der Fraktur, wodurch es zu einer Verletzung der Arteria subclavia gekommen ist, stellt der sachbearbeitende Rechtsanwalt Daniel C. Mahr fest. Außergerichtlich war der Versicherer der Klinik nicht bereit zu regulieren.

Landgericht Dortmund - im September 2013
Fehlerhafte Legung eines Venen-Katheters über Vena subclavia, LG Dortmund, Az. 4 O 55/11

Chronologie:
Der Kläger litt unter erheblichen Oberbauchschmerzen und begab sich ins Krankenhaus der Beklagten, wo ein zentraler Venenkatheter gelegt wurde. Dabei kam es zu einer Pneumothorax links und es musste eine Bülau-Drainage angelegt werden. Eine Nachoperation in einer Lungenklinik war erforderlich. In der Folge litt der Kläger unter Atembeschwerden, Luftnot bei Belastung und psychischen Problemen. Die Heilbehandlung ist noch nicht abgeschlossen.

Verfahren:
Das Landgericht Dortmund hat den Vorfall mittels einer Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie gutachterlich überprüfen lassen. Diese stellte im Ergebnis fest, dass mehrere Behandlungsfehler vorlagen, zudem bemängelte der Kläger Hinweis- und Aufklärungspflichten. Nach der Beweisaufnahme riet das Gericht den Parteien eine gütliche Einigung an, wonach die Beklagte dem Kläger eine pauschale Entschädigung von 9.000,- Euro zu zahlen habe. Hierauf ließen sich die Parteien an.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Der sachbearbeitende Rechtsanwalt Marius Gilsbach stellt heraus, dass auch in dieser Angelegenheit der hinter der Beklagten stehende Haftpflichtversicherer, die Zurich Insurance, mit Sitz in Bonn, nicht bereit war zu regulieren, so dass der Kläger gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen musste. In ihrem Schreiben vom 29.11.2010 führt die Versicherung aus: "Wir sehen keine Anhaltspunkte für ein ärztliches Fehlverhalten und weisen die Ansprüche als unbegründet zurück." Das Landgericht Dortmund hat den Versicherer nunmehr eines Besseren belehrt.

Fehlgeschlagener Herzklappeneinsatz - OLG Düsseldorf Az.: I - 8 U 80/07

Chronologie:

Der Vater des Klägers begab sich in das Krankenhaus der Beklagten zum Einsatz einer künstlichen Herzklappe, wobei es zu Komplikationen während der Operation kam, die in der Folge zu einer zerebralen Schädigung führten, in deren Folge der Patient im Dezember 1999 schließlich verstarb.

Die im Rahmen der Herzoperation erlittene zerebrale Schädigung war derart massiv, dass ein intraoperativer Fehler, namentlich eine fehlerhafte Entlüftung vorgeworfen wurde.

Das Landgericht Düsseldorf wies die Klage nach Beweisaufnahme ab, woraufhin der Kläger vor das OLG Düsseldorf zog. Das OLG hinterfragte nochmals die fachmedizinische Seite mittels Sachverständigen, der im Ergebnis mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck brachte, dass ein derartiges Versäumnis bei der Überwachung der Vitalparameter schlechterdings nicht vorkommen darf.

Es konnte ein Vergleich erzielt werden, wonach sich die Parteien auf eine Gesamtentschädigung in Höhe von rund 150.000,- Euro einigten.



Verzögerte Diagnostik bei akuter Ileus-Situation, LG Wuppertal, Az: 5 O 345/00

Chronologie: Die verstorbene Ehefrau des Klägers wurde im Februar 1998 im Klinikum der Beklagten stationär wegen akut auftretender Bauchschmerzen in der chirurgischen Abteilung des beklagten Klinikums behandelt. Trotz akut eintretender Schmerzprogressionen, Erbrechen, Übelkeit wurde weder anamnestisch, noch klinisch, sonographisch oder radiologisch der Ausschluss einer aktuen Ileus-Situation systematisch verfolgt und ausgeräumt. Durch diese zumindest über fünf Tage lang verzögerte Diagnostik entwickelte sich eine fortgeschrittene Bauchfellentzündung, aufgrund derer die Patientin verstarb.

Nach umfangreicher Beweisaufnahme vor dem LG Wuppertal mit einer Verfahrensdauer von rund 9 Jahren (!) in der der gerichtlich bestellte Gutachter grobe Fehlerhaftigkeiten der Behandlung im Klinikum der Beklagten konstatierte, wurde folgender Vergleich geschlossen:


Die Beklagte zahlt an den Kläger 15.000,00 Euro, hierin sind enthalten ein Betrag von 10.000,00 Euro auf das vom Kläger aus ererbten Recht nach seiner verstorbenen Ehefrau eingeklagte Schmerzensgeld der verstorbenen Ehefrau sowie ein weiterer Betrag in Höhe von 2.500,00 Euro als eigenes Schmerzensgeld des Sohnes.

Die Beklagte verpflichtet sich, allen materiellen Schaden zu ersetzen, der dem Kläger aus der Fehlbehandlung seiner verstorbenen Ehefrau in der Zeit vom 10.02.1998 bis 30.09.1998 entstanden ist, bzw. entstehen wird, soweit diese Ansprüche nicht auf Sozialversicherungsträger oder sonstige Dritte übergegangen sind bzw. übergehen.



Fehlgeschlagene Koronarangiographie, OLG Hamm Az. I-3 U 41/09


Chronologie:
Der Kläger, ein niedergelassener Urologe befand sich in der Zeit von 2001 - 2004 in kardiologischer Behandlung. Im Januar 2004 wurde eine Koronarangiographie vorgenommen, anlässlich derer es zu Komplikationen kam, der Kläger einen ausgedehnten Herzhinterwandinfarkt erlitt, die Nieren nicht mehr arbeiteten und der Kläger in ein künstliches Koma versetzt wurde. In der Folge musste dem Kläger zunächst ein Kunstherz, später ein neues Herz implantiert werden. Der Kläger ist seither gesundheitlich schwer geschädigt und mußte seine Arztpraxis aufgeben.

Nachdem das LG Essen die Klage nach umfassender Beweisaufnahme abgewiesen hatte, kam das OLG Hamm nach erneuter Beweisaufnahme zu folgendem Ergebnis:

Urteil:
Auf die Berufung des Klägers wird das am 07.01.2009 verkündete Urteil des Landgerichts Essen abgeändert.

Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger 100.000,- Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 % über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 20.10.2005 zu zahlen.

Es wird festgestellt, dass die Beklagten verpflichtet sind, dem Kläger sämtlichen aus der Behandlung vom 23.01.2004 entstandenen materiellen und zukünftigen immateriellen Schaden zu ersetzen, soweit Ansprüche nicht auf Sozialversicherungsträger oder sonstige Dritte übergegangen sind oder übergehen werden.

Die Kosten des Rechtsstreits tragen die Beklagten.


Aus den Urteilsgründen:
Die Beklagten haften jedoch für die aufgrund der Koronarintervention vom 23.01.2004 eingetretenen Gesundheitsbeeinträchtigungen des Klägers, weil dessen Einwilligung in die durchgeführten Maßnahmen nicht auf einer rechtzeitigen, die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes des Patienten ausreichend gewährleistenden ärztlichen Aufklärung beruhte.

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