Pressemitteilung

05.12.2011 15:50 Uhr in Transport und Verkehr

Deutsche fahren gern Rad und noch lieber Auto

(medienservice exklusiv) Deutschland ist eine Autofahrernation. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts SINUS nutzen zwei Drittel der befragten 2.000 Deutschen sehr gern ihren Pkw, jeder Zweite fährt täglich mit dem Kraftfahrzeug. Doch immer häufiger bleibt das Auto auch stehen: Vor allem Bewohner größerer Städte greifen auf das Fahrrad oder das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zurück, um von A nach B zu kommen. "Wer in der Großstadt wohnt, kommt mit dem Fahrrad bei Entfernungen von bis zu fünf Kilometern am schnellsten ans Ziel", weiß Sabine Kluth, stellvertretende Bundesvorsitzende des in Bremen sitzenden Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der die Umfrage in Auftrag gegeben hat.

26 Prozent der Befragten fahren demnach mehrmals pro Woche mit dem Drahtesel, weitere 15 Prozent sogar täglich. Mit Bus und Bahn sind immerhin 29 Prozent der Deutschen mehrmals pro Woche unterwegs. Jeder Dritte kombiniert die Fahrradfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit dies reibungsloser funktioniert, müssen laut der Studie an Bahnhöfen und Haltestellen noch mehr Abstellmöglichkeiten für das Zweirad entstehen. Als "sehr wichtig" erachten 41 Prozent der Umfrageteilnehmer außerdem, dass in Nahverkehrszügen die Mitnahme von Rädern erlaubt ist.

Junge Stadtmenschen nutzen Rad und ÖPNV

Einen entscheidenden Einfluss auf die Nutzung von Fahrrad und ÖPNV haben die Größe der Stadt und das Alter der Nutzer. Jüngere Menschen geben sich diesen Verkehrsmitteln gegenüber aufgeschlossen. Rund jeder zweite Deutsche bis 29 Jahre nutzt das Rad und öffentliche Verkehrsmittel regelmäßig. Mit zunehmendem Alter kommt jedoch die Bequemlichkeit, sodass Ältere das komfortable Auto den alternativen Verkehrsmitteln vorziehen. Die alltäglichen Einkäufe, die zwei Drittel einst mit dem Rad erledigt haben, werden dann in den Kofferraum gelegt und ohne große Anstrengungen transportiert.

Auch in ländlichen Regionen, wo mancherorts die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel schlecht und die Wege zur Arbeit oder Einkaufsstätte weit sind, herrscht das Auto vor. "Als Hindernisse bei der Fahrradnutzung nannten die Befragten bei Wegen zur Arbeit ‚zu weit‘ und ‚zu langsam‘. Um Autofahrer zum Umstieg zu bewegen, müssen daher bessere Angebote geschaffen werden: Mehr Fahrradstellplätze an Bahnhöfen, bessere Radwege oder ausreichende Fahrradmitnahmemöglichkeit", mahnt Kluth.

Dass eine bessere Anbindung ländlicher Regionen an den ÖPNV und das Radwegenetz nötig ist, hat auch das Bundesverkehrsministerium erkannt: Unter dem Motto „Wettbewerb Menschen und Erfolge – In ländlichen Räumen mobil“ sucht das Ministerium bis zum 24. Februar 2012 noch innovative Ideen für eine bürgernahe und flexible Gestaltung von Mobilitätsangeboten, die weite Wege verkürzen. Teilnehmen können Vereine und Initiativen, Kommunen, Unternehmen sowie Einzelpersonen (www.menschenunderfolge.de).

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