Pressemitteilung

16.02.2018 07:03 Uhr in Vermischtes und Gesundheit

Pflege-Qualitätsbericht des MDS – Vorhaben im Koalitionsvertrag reichen aus Sicht der DAlzG nicht aus

(Mynewsdesk) Berlin, 16. Februar 2018. Am 1. Februar hat der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) seinen 5. Qualitätsbericht zur Pflege veröffentlicht. Dort heißt es: „Die Qualität der Pflege hat sich in den letzten Jahren, gemessen an den geprüften Qualitätskriterien, verbessert. Nicht zuletzt haben hierzu die externen Qualitätsprüfungen des MDK beigetragen.“ Am Beratungstelefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) häufen sich dagegen die Berichte über unzureichende Pflege, insbesondere in stationären Pflegeeinrichtungen. Angehörige und Pflegekräfte berichten am Alzheimer-Telefon über Personalmangel, Vernachlässigung und unwürdige Zustände. Die DAlzG bezweifelt, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben ausreichen werden, diese Situation tatsächlich zu verbessern.

Besonders bedenklich ist das Untersuchungsergebnis, dass der Anteil der Bewohner, die einen starken Gewichtsverlust erleiden, seit dem letzten Pflege-Qualitätsbericht deutlich gestiegen ist. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, bei denen das Gewicht gar nicht kontrolliert wurde, von etwa 10 Prozent auf fast ein Viertel der Bewohner angestiegen. Menschen mit Demenz machen inzwischen mehr als 70 % der Pflegeheimbewohner aus. Sie haben aufgrund ihrer Erkrankung ein besonders hohes Risiko für Unterernährung. Eine zunehmende Zahl von Angehörigen berichtet, dass sie selbst jeden Tag ins Pflegeheim gehen, um ihren demenzkranken Angehörigen Essen anzureichen. Angesichts des Personalmangels kann dies von den vorhandenen Pflegekräften nicht geleistet werden. Angehörige wagen es deshalb oft gar nicht, Urlaub zu machen oder zu einer benötigten Kur zu fahren. Sie haben Sorge, dass ihr Familienangehöriger im Heim nicht ausreichend versorgt wird.

In seinem Bericht kommt der MDS außerdem zu dem Ergebnis, dass bei Pflegeheim-Bewohnern mit Demenz zu 98,8 % die Angehörigen bzw. Bezugspersonen in die Planung der Pflege und sozialen Betreuung einbezogen würden. Dies widerspricht den Erfahrungen vieler Angehöriger, die häufig berichten, dass das Pflegepersonal noch nicht einmal Zeit für ein Gespräch über den aktuellen Gesundheitszustand hat. Auch beim Einsatz von Medikamenten werden Angehörige offenbar oft nicht einbezogen.

Bärbel Schönhof, 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, erklärte dazu: „Aufgrund der Häufung solcher Berichte stellt sich die Frage, ob die Qualität der Pflege in den Heimen tatsächlich besser geworden ist oder ob die Heime möglicherweise in erster Linie ihre Pflegedokumentationen optimiert haben. Angesichts dieser Situation haben wir erhebliche Zweifel, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben im Bereich Pflege ausreichen werden, die Qualität spürbar zu verbessern. Wir fordern deshalb, dass in einer Nationalen Strategie mit allen Akteuren gemeinsam daran gearbeitet wird, die Situation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu verbessern.“


Diese Pressemitteilung wurde via Mynewsdesk versendet. Weitere Informationen finden Sie im Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Heute leben in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60% davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzkranken wird bis 2050 auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.


Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von derzeit 134 regionalen Alzheimer-Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Service-Nummer 01803 – 17 10 17 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030 - 259 37 95 14 (Festnetztarif).


Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Friedrichstr. 236

10969 Berlin


Tel.: 030 - 259 37 95 0

Fax: 030 - 259 37 95 29


E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de

www.deutsche-alzheimer.de

<h1>Pflege-Qualitätsbericht des MDS – Vorhaben im Koalitionsvertrag reichen aus Sicht der DAlzG nicht aus</h1>
 
Weitere Pressemitteilungen
 
bpi solutions präsentiert auf der CeBIT „Trusted Solutions“ für das digitale Business (Pressemitteilung)

bpi solutions präsentiert auf der CeBIT „Trusted Solutions“ für das digitale Business

Die neue CeBIT findet in diesem Jahr vom 11.-15. Juni in Hannover statt und rückt thematisch die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt. bpi solutions ist in Halle 15, F38 am Gemeinschaftsstand des VOI mit zwei Präsentationsplätzen, sowie einem weiteren Präsentationsplatz bei CAS Software in Halle 16, J18 vertreten. Im Focus stehen die ...

06.06.2018 13:33 Uhr in Elektronik und Hardware
Pressemitteilung enthält BilderBild
 
Aus insight europe wird insight culture (Pressemitteilung)

Aus insight europe wird insight culture

Strategisch, ganzheitlich, international und interkulturell – mit der Neuausrichtung präsentiert sich insight europe nun als insight culture und stellt sich damit als Beratungsagentur breiter auf. Seit der Gründung 1999 fokussiert auf ethnografische Marktforschung, hat sich die Frankfurter Agentur kontinuierlich weiterentwickelt, das Team vergrößert, neue Expertise an ...

06.06.2018 12:03 Uhr in Multimedia
Pressemitteilung enthält BilderBild
 
Die Unternehmensgründung solide finanzieren (Pressemitteilung)

Die Unternehmensgründung solide finanzieren

Wer sein eigener Chef werden will, muss auch bereit sein, in das eigene Unternehmen zu finanzieren. Eine solide Kapitalausstattung ist entscheidend, um das Geschäft zügig ans Laufen zu bringen. Bei einer Franchise-Gründung müssen neue Franchise-Partner im Durchschnitt mit einer Startinvestition von durchschnittlich 35.000 bis 150.000 Euro rechnen (Quelle: Franchise-Monitor). ...

06.06.2018 09:33 Uhr in Wohnen & Bauen und Wirtschaft
Pressemitteilung enthält BilderBild