28.02.2016 18:06 Uhr in Finanzen

Das Recht auf Widerruf bestehender Immobilienkredite erlischt am 21.06.2016

(Mynewsdesk) Der Bundestag hat am 18.02.2016 das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienrichtlinie der EU beschlossen, welches am 21.03.2016 in Kraft tritt. Mit diesem Gesetz werden einerseits eine ganze Reihe von Regelungen eingeführt, welche die Rechte der Verbraucher bei Abschluss eines neuen Kredits stärken sollen. Hierzu gehört u.a.

  • gesteigerte Prüfungs- und Informationspflichten vor Abschluss eines Immobilienkredits
  • Verbot der Kopplung eines Immobilienkredits an den Abschluss mancher Finanzprodukte oder –dienstleistungen
  • Schutz bei Fremdwährungsdarlehen mit Anspruch auf Umtausch in einen Euro-Kredit oder der Landeswährung
  • Pflicht zur Beratung mit Umschuldungsangebot bei längerer Inanspruchnahme von Überziehungs- oder Dispokrediten
  • Geltung der Verbraucherrechte auch bei Verträgen ohne Zins (0 % Finanzierung)
  • die Einführung der Honorarberatung bei Immobiliendarlehen und darüber hinaus.


Für bis 20.03.2016 abgeschlossene Immobiliendarlehen und andere Darlehen wird andererseits nach Ablauf einer Übergangsfrist von 3 Monaten zum 21.06.2016, das Recht auf Widerruf, bezeichnet auch als Widerrufs-Joker, abgeschafft. Im Ergebnis werden die betreffenden Verbraucher benachteiligt und ihnen das häufig nicht erkannte Recht ge­nom­men, auch nach Jahren noch den Darlehensvertrag widerrufen zu können. Nicht berücksichtigt wurde hingegen die Kritik der Verbraucherzentralen und von Rechtsexperten.

Der Hintergrund:
Immobiliendarlehensverträge, welche zwischen dem 01.11.2002 und Juli 2010 ab­ge­schlos­sen wurden, konnten bisher wegen einer häufig fehlerhaften Wi­der­rufs­be­leh­run­g "ewig" widerrufen werden, ob­wohl die gewährte Widerrufsfrist von 14 Ta­gen oder 1 Monat schon lange abgelaufen war. Dies selbst dann, wenn der Immobilienkredit schon zurückgezahlt war.

Trotz wörtlicher und gesetzlicher Vorgabe in der BGB-InfoV hatten es die betreffenden Kreditinstitute nicht verstanden, die Widerrufsbelehrungen fehlerfrei abzuschreiben.

Man kann durch den Widerruf auch einen hoch verzinsten Immobilienkredit beenden ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen, zu den aktuell niedrigen Zin­sen neu finanzieren und gleichzeitig eine teilweise Zinsrückforderung gel­tend machen.

Davon erfasst ist eine Großzahl der Widerrufsbelehrungen von Banken und Sparkassen. Immobilienkredite aus der Zeit nach dem Juli 2010 sind hiervon weniger betroffen.

Durch den Widerruf hat die Bank rückwirkend nur Anspruch auf einen Marktzins und nicht den vereinbarten Vertragszins, was zu einem Rückforderungsanspruch des Verbrauchers führen kann. Auch muss sie für jede gezahlte Rate eine Nutzungsentschädigung an den Verbraucher entrichten. Je nach Laufzeit und vereinbarten Zins kann hieraus eine hohe Rückforderung entstehen. Z.B. bei einem Immobiliendarlehen über 123.000 € vom März 2005 und Widerruf im Juni 2015 resultierte aus diesen Effekten ein Rückzahlungsanspruch von rund 25.000 €.

Die Anwaltskanzlei Gründig mit Ihren Niederlassungen in Dresden und Zwickau gehört zu den rund 25 versierten Kanzleien, die sich deutschlandweit formiert haben, um die neue gesetzliche Regelung zumindest öffentlich zu machen, damit Ver­brau­cher ihre Rechte noch nutzen können. Dazu bietet die Kanzlei eine Überprüfung von Wi­der­rufs­be­leh­run­gen an. Außerdem gibt es in ganz Deutschland seit Mitte Januar kostenfreie In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen zum Thema „Widerruf“. Die Termine sind unter www.jetzt-widerrufen.de veröffentlicht.

Die Teilnahme ist kostenlos, an­ge­mel­de­te Teilnehmer werden über den Veranstaltungsort von den jeweils zuständigen Rechtsanwälten gesondert informiert.

Weiter Informationen zum Thema Widerruf von bestehenden Immobilienkrediten

Anwaltskanzlei Gründig

Die in Dresden und Zwickau ansässige Anwaltskanzlei Gründig vertritt seit 1995 Mandanten überwiegend in den Bereichen Bankrecht und Kapitalmarktrecht. Seit 2008 ist Rechtsanwalt Steffen Gründig Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Durch umfangreiche Erfahrungen mit Immobilien und Erbsachen werden Mandanten auch in den anliegenden Rechtsgebieten Immobilienrecht und Erbrecht betreut und vertreten.

Anwaltskanzlei Gründig
Melanchthonstraße 7
01099 Dresden
Deutschland

EMail:Kontakt aufnehmen
Website:www.rae-gruendig.de
Telefon:0351 / 56 34 06 80
Fax:0351 / 56 34 06 819
<h1>Das Recht auf Widerruf bestehender Immobilienkredite erlischt am 21.06.2016</h1>
 
Weitere Pressemitteilungen von Anwaltskanzlei Gründig Pressemappe zur Pressemappe
 

Die zwielichtigen Geschäfte der Neckermann Neue Energien AG

Unveröffentlichte Bilanzen, fehlende Rückzahlungen von Darlehen und Zinsen. Die Neckermann Neue Energien AG steht im Licht dubioser Geschäfte, bei denen sich die Gesellschaft ...