11.01.2016 15:24 Uhr in Finanzen

Die zwielichtigen Geschäfte der Neckermann Neue Energien AG

Nachrangdarlehen


(Mynewsdesk) Unveröffentlichte Bilanzen, fehlende Rückzahlungen von Darlehen und Zinsen. Die Neckermann Neue Energien AG steht im Licht dubioser Geschäfte, bei denen sich die Gesellschaft Nachrangdarlehen zu einem Zins von 7,98 % p.a. mit nur einjähriger Laufzeit hat anbieten lassen. Diese wurden mittels externer Vertriebsmitarbeiter eingeholt. Nach Fristablauf und trotz mehreren Zahlungsaufforderungen, ist eine Rückerstattung seitens der Neckermann Neue Energien AG ausgeblieben.
Das Kapital sollte scheinbar in Kroatien investiert werden. So habe man aus der Investition in Solaranlagen Erträge erbringen wollen, welche über dem Niveau des Marktes lägen. Diese Investitionen seien nie in dem Ausmaß getätigt worden, wie zunächst avisiert. So wurden 2013 für die „Bio Block Kraft GmbH“, „Solar 9580“ und die „Sunrise Energie GmbH“, welche zur Firmengruppe der Neckermann Neue Energie AG gehören, rund 60 Millionen Euro eingesammelt. Deren Verantwortliche, Andreas B. und Reiner H., sind deshalb von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betroffen.

Neben dem Vorwurf der fehlenden Investitionen waren Renditen zugesichert, welche wegen der geringen Förderung, wie sie beispielsweise in Italien zu einem weiteren Objekt gewährt werden, realistisch nicht zu erwirtschaften waren.

Fraglich ist auch, wie eine solch langfristige Kapitalanlage im Bereich der Solaranlagen ertragreich umgesetzt werden soll, wenn man auf vergleichsweise kurzfristige Nachrangdarlehen zurückgreift. So wäre es nötig, auf schnellem Wege neue Anleger zu gewinnen, um die fälligen Zinsen mitsamt Nachrangdarlehen nach nur 1 Jahr zurückzuerstatten. In einem solch knappen Zeitraum kann nur durch neue Darlehensgeber genügend Kapital eingebracht werden, um die fälligen Nachrangdarlehen zurückzahlen zu können, woraus sich der Verdacht auf das Betreiben eines Schneeballsystems ebenso ableitet.

Die Neckermann Neue Energien AG wurde mit einem Stammkapital von 100.000,00 € erst am 11. Januar 2013 gegründet. Selbst wenn die Investitionen begonnen wurden, ermöglichten diese im Geschäftsjahr 2014 noch keinen Gewinn. Dies wäre frühestens im dem Abschluss der Investitionsphase folgenden Geschäftsjahr möglich geworden. Dennoch waren schon im Januar 2015 Nachrangdarlehen wegen Fristablaufs fällig.

Sollte sich im Laufe der eingeleiteten Ermittlungen ergeben, dass sich der Vorwurf eines Betrugs bestätigt, ist davon auszugehen, dass die involvierten Firmen insolvent werden und das Geld der Anleger zum größten Teil womöglich verloren ist. In diesem Fall bestünden Schadenersatzansprüche gegen die Firmenvorstände, Inhaber und Geschäftsführer. Auch gegen die involvierten Berater und Vermittler könnten Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Nach derzeitigem Stand haben sie die Anleger nicht über die bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse der Neckermann Neue Energien AG und deren Bedeutung für die Rückzahlungspflicht unter Bezug auf die Nachrangklausel informiert.

Nachrangdarlehen als ein Produkt des „grauen Kapitalmarkts“ unterliegen unter gewissen Voraussetzungen nicht der Aufsicht der BaFin. Ebenso wenig Pachtverträge und Ähnliches. Damit besteht auch keine verbindliche Prospektpflicht und jeder Anleger musste sich auf die Richtigkeit der Aussagen des Beraters verlassen. Ob vorliegend nicht doch eine Prospektpflicht bestand, werden die Gerichte beurteilen müssen. Weder bei der „Bio Block Kraft GmbH“, der „Solar 9580“ und der „Sunrise Energie GmbH“, noch bei der Neckermann Neue Energien AG selbst konnte deshalb von den Anlegern überprüft werden, welche wirtschaftlichen Verhältnisse tatsächlich vorliegen und wie sich dies auf einen Rückzahlungsanspruch auswirkt.

Es liegt deshalb nahe, dass die Inhalte der Nachrangklausel nicht vollends erfasst und verstanden worden sind. Sicher hätte kein Anleger ein Nachrangdarlehen gewährt, wenn erklärt worden wäre, dass auch bei Fristablauf der Rückzahlungsanspruch von der Neckermann Neue Energien AG erst dann erfüllt werden muss, wenn künftig tatsächlich ein Gewinn erzielt wird.

Es bleibt deshalb ratsam, sich wegen seiner Ansprüche gegen die genannten Firmen, Hintermänner und Berater an einen Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht zu wenden.

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