Pressemitteilung

20.09.2012 11:45 Uhr in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik

Klaus F. Zimmermann: Euro-Krisenstaaten brauchen zehn Jahre Zeit

Europas führende Arbeitsmarktforscher beraten in Bonn über Zukunftsstrategien


(Mynewsdesk) Nach Einschätzung von Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), brauchen die notwendigen Reformen in den Euro-Krisenstaaten zehn Jahre Zeit, bis sie wirken. "Wir müssen aufgrund der Erfahrungen anderer Länder, insbesondere Deutschlands, davon ausgehen, dass es ein Jahrzehnt dauern kann, bis die begonnenen Maßnahmen in Ländern wie Griechenland, Italien oder Spanien umfassend greifen und die 'Reformrendite' spürbar wird. Wir stehen also vor einem langfristigen Umbruch", erklärte Zimmermann am Donnerstag zum Auftakt der dreitägigen Jahreskonferenz der European Association of Labour Economists (EALE) in Bonn.

Auf Einladung des IZA beraten anlässlich der größten europäischen Tagung von Arbeitsökonomen mehr als 450 internationale Fachleute im Kongresszentrum am ehemaligen Regierungssitz in rund 80 Einzelveranstaltungen und fast 400 Vorträgen Reformstrategien sowie aktuelle Fragen und Trends auf den globalen Arbeitsmärkten, darunter die Vor- und Nachteile von Frauenquoten in Führungspositionen, die Bedeutung der Zeitarbeit und die Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt Chinas.

Zimmermann betonte zur Kongresseröffnung: "Was wir jetzt in Europa brauchen, ist eine umfassende Agenda für einen wirklich flexiblen, offenen europäischen Arbeitsmarkt. Nur mit einer größeren Dynamik auf unseren Arbeitsmärkten und mit besseren Beschäftigungschancen in den aktuellen EU-Krisenstaaten haben wir wieder bessere Perspektiven für Wachstum und sozialen Wohlstand auf unserem Kontinent insgesamt. Je flexibler der Arbeitsmarkt, desto stärker kann sich die Wirtschaft nach einer Krise wieder erholen. Eine Währungsunion funktioniert letztlich nur, wenn mit ihr auch ein offener Arbeitsmarkt einhergeht. Dies ist die Lektion, die wir derzeit mühsam und bitter zu lernen haben."

Flexible Arbeitsmärkte seien die Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit, so Zimmermann. "Gelingt ihre Sicherung im Kontext der Reformpolitik, dann wird die europäische Währungsunion gestärkt aus der Krise kommen." Allerdings, so der Wirtschaftswissenschaftler, seien die einzelnen Staaten Europas noch sehr unterschiedlich aufgestellt. "Umso wichtiger ist der Erfahrungsaustausch, wie wir zentrale Arbeitsmarktreformen insbesondere in den Krisenstaaten zielorientiert voranbringen können." Die ökonomische Forschung könne viel dazu beitragen, diese schwierige Phase des Reformprozesses zu befördern und zu unterstützen.

Tagungsprogramm:
www.iza.org/eale2012

Über das IZA

Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) wurde 1998 in Bonn gegründet und konzentriert sich auf die Analyse der weltweiten Arbeitsmarktentwicklungen. Das unabhängige Forschungsinstitut ist mit mehr als 1.200 Wissenschaftlern aus rund 50 Ländern das größte internationale Ökonomen-Netzwerk.

Herr Mark Fallak

IZA
Schaumburg-Lippe-Str. 5-9
53113 Bonn
Deutschland

EMail:Kontakt aufnehmen
Website:www.iza.org/link/presse
Telefon:(0228) 3894-223
<h1>Klaus F. Zimmermann: Euro-Krisenstaaten brauchen zehn Jahre Zeit</h1><h2>Europas führende Arbeitsmarktforscher beraten in Bonn über Zukunftsstrategien</h2><br/>
 
Weitere Pressemitteilungen
 

Klaus F. Zimmermann: Rascher Euro-Beitritt Polens hilft ganz Europa

Bonn/Warschau. Donnerstag, 19. September 2013. SPERRFRIST: 19:00 Uhr. Ein baldiger Beitritt Polens zur Eurozone würde den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes weiter deutlich beschleunigen ...

19.09.2013 12:39 Uhr in Wirtschaftspolitik und Wirtschaft
 

IZA und Weltbank beraten Strategien gegen weltweite Jugendarbeitslosigkeit

Strategien für eine bessere Beschäftigungssituation junger Menschen und die Förderung des Unternehmertums in den weniger entwickelten Ländern stehen im Mittelpunkt der ...

30.10.2012 11:12 Uhr in Wirtschaftspolitik und Wirtschaft
 

IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann: Diskriminierung in der Arbeitswelt verursacht große wirtschaftliche Schäden

Mit der Anonymisierung von Bewerbungsverfahren kann unbewusster oder bewusster Diskriminierung erfolgreich entgegengewirkt werden. Zu diesem Ergebnis gelangt ein Pilotprojekt der ...

17.04.2012 11:05 Uhr in Wirtschaft und Unternehmen
Pressemitteilung enthält DokumenteDokument