14.01.2014 09:48 Uhr in Wirtschaft und IT/Hightech

Fraunhofer-Experte fordert komfortable Biometrie

Alexander Nouak möchte nicht mehr an biometrische Systeme denken müssen


(Mynewsdesk) Fraunhofer-Biometrie-Experte Alexander Nouak fordert im Rahmen der Standardisierungs-Konferenz des Deutschen Instituts für Normung in Darmstadt ein Umdenken in der Biometrie. Die Systeme sollen komfortabler werden.

(Darmstadt/Rostock/Graz) Ob zur Grenzkontrolle am Flughafen, als Schlüsselersatz an der Haustür oder anstelle des Passworts für den Computer – Biometrische Systeme können unser Leben erleichtern. Anstatt sichere Passwörter zu erfinden und zu behalten sowie Karten oder Schlüssel mit sich zu führen, wird der Körper zum Universalausweis. Fingerabdruck, Gesicht oder Irisstruktur hat man immer dabei. Passende Scanner erkennen anhand dieser Merkmale, ob man zum Zutritt berechtigt ist oder eben nicht.

„Der nächste Schritt der Entwicklung muss der komfortablen Biometrie gelten“, fordert Alexander Nouak, Vorsitzender der European Association for Biometrics (EAB) und Leiter „Identifikation und Biometrie“ am Fraunhofer IGD. Es sei einfach nicht nachzuvollziehen, warum man sich über die Handhabung eines biometrischen Systems Gedanken machen sollte. „Ich wünsche mir Anwendungen, bei denen die Biometrie in die ohnehin alltäglichen Abläufe integriert wird“, sagt Nouak. Als Beispiel nennt er den Griff an die Türklinke. Ein System, das hierbei schon überprüft, ob derjenige die Türe öffnen darf, und zwar ohne irgendwelche besonderen Aktionen des Eintretenden, wäre in seinem Sinne. Aktuelle Smartphones, die in ihrem Aktivierungsknopf einen Fingerscanner integriert haben, gehen nach Nouak ebenfalls in diese Richtung. „Biometrie, die mich erst erkennt, wenn ich mich hierfür konform verhalte, ist nutzerunfreundlich und damit nicht für den Massenmarkt geeignet“, sagt Nouak.

Nouak äußerte sich zur Zukunft der Biometrie im Rahmen der Standardisierungs-Tagung des internationalen Normungsgremiums ISO/IEC JTC 1/SC 37 "Biometrics". Hierzu lädt das Deutsche Institut für Normung (DIN) vom 13. bis zum 21. Januar 2014 ins Fraunhofer IGD in Darmstadt. Ziel der Tagung ist es, die Interoperabilität verschiedener Systeme zu gewährleisten, damit zum Beispiel Passbilder in Reisepässen international vom Inhaber als sicherer Ausweis genutzt werden können.

Weiterführende Informationen:

http://s.fhg.de/DIN-laedt-nach-Darmstadt

Fraunhofer IGD

Das Fraunhofer IGD ist die weltweit führende Einrichtung für angewandte Forschung im Visual Computing. Visual Computing ist bild- und modellbasierte Informatik und umfasst unter anderem Graphische Datenverarbeitung, Computer Vision sowie Virtuelle und Erweiterte Realität.

Vereinfacht ausgedrückt, machen die Fraunhofer-Forscher in Darmstadt, Rostock, Graz und Singapur aus Informationen Bilder und holen aus Bildern Informationen. In Zusammenarbeit mit seinen Partnern entstehen technische Lösungen und marktrelevante Produkte.

Prototypen und Komplettlösungen werden nach kundenspezifischen Anforderungen entwickelt. Das Fraunhofer IGD stellt dabei den Menschen als Benutzer in den Mittelpunkt und hilft ihm mit technischen Lösungen, das Arbeiten mit dem Computer zu erleichtern und effizienter zu gestalten.

Durch seine zahlreichen Innovationen hebt das Fraunhofer IGD die Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Ebene. Der Mensch kann so mithilfe des Computers und der Entwicklungen des Visual Computing ergebnisorientierter und effektiver arbeiten. Das Fraunhofer IGD beschäftigt über 200 Mitarbeiter. Der Etat beträgt über 17 Millionen Euro.

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