03.04.2014 09:48 Uhr in Wirtschaft und IT/Hightech

Fraunhofer @ Hannover Messe 2014: Virtuelle und Digitale Fabrik verschmelzen

Industrie 4.0: Von der virtuellen Produktion in die reale Fabrik und zurück


(Mynewsdesk) Forscher des Fraunhofer IGD arbeiten daran, die Produktionsabläufe in einer Fabrik nachvollziehbar zu machen. Dafür realisieren sie einen ständigen Abgleich zwischen realer und digitaler Welt und ermöglichen so eine Evolution, deren Stand sie auf der diesjährigen Hannover Messe präsentieren.

(Darmstadt/Rostock/Graz) Die Forscher des Fraunhofer IGD entwickeln Lösungen, um die realen Abläufe in einer Fabrik wieder in den Computer zurückzuführen. Auf der diesjährigen Hannover Messe (Halle 7, Stand B10) zeigen sie, welche Vorteile sich daraus für die Industrie ergeben. In einer Miniaturfabrik sortiert ein Industrieroboter Spezialbehälter um. Die Szene wird von Kameras erfasst, die den Status der realen Welt kontinuierlich ins Virtuelle übertragen. Besucher des Messestands können direkt auf das Geschehen einwirken, indem sie beispielsweise mit ihrer Hand die Bewegung eines digitalen Gabelstaplers blockieren. Während sich dieser virtuell durch die digitalisierte Fabrikhalle bewegt, analysiert das System, wo und wann es zu einer Kollision zwischen ihm und dem realen Roboter kommt. Erkennt das System das neue Hindernis, stoppt der Gabelstapler und ändert sein Verhalten.

„Wir nennen dies ‚Cyber-physische Äquivalenz‘“, sagt Professor André Stork vom Fraunhofer IGD. Bislang nutzen Betriebe lediglich den umgekehrten Weg: Sie planen die Produktionsstraßen im Computer und übertragen sie ins Reale. Der Weg zurück wird noch nicht oder nur selten beschritten. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind enorm. „Fehler und auch mögliche Unfälle können frühzeitig erkannt oder zumindest sehr schnell analysiert werden“, erklärt Storks Kollege, Dr. Jörn Kohlhammer. Die Forscher entwickeln dafür Lösungen, um die bei der Produktion anfallenden Informationsmengen schnell zu analysieren. Diese Daten machen sie für den Menschen über Darstellungen einfach erfassbar. Leicht verständliche Grafiken zeigen dann zum Beispiel, welche Konfigurationen der Produktionsstraße zu Unfällen führen könnten.

Mit ihren Arbeiten sind die Forscher des Fraunhofer IGD an der Entwicklung hin zur Industrie 4.0 beteiligt. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine hochflexible Fabrik, die auch in der Lage ist, individualisierte Produkte in Einzelfertigung schnell und kosteneffizient zu produzieren. Mensch und Maschine kommunizieren in dieser Vision ständig miteinander, um zu den besten Lösungen zu kommen. „Gern wird hier von der 4. Industriellen Revolution gesprochen“, sagt Stork. „Wir rechnen aber mit einer kontinuierlichen Entwicklung — einer Evolution.“

Weiterführende Inforamtionen:

http://www.igd.fraunhofer.de/EventsMessen/Hannover-Messe-2014

Fraunhofer IGD

Das Fraunhofer IGD ist die weltweit führende Einrichtung für angewandte Forschung im Visual Computing. Visual Computing ist bild- und modellbasierte Informatik und umfasst unter anderem Graphische Datenverarbeitung, Computer Vision sowie Virtuelle und Erweiterte Realität.

Vereinfacht ausgedrückt, machen die Fraunhofer-Forscher in Darmstadt, Rostock, Graz und Singapur aus Informationen Bilder und holen aus Bildern Informationen. In Zusammenarbeit mit seinen Partnern entstehen technische Lösungen und marktrelevante Produkte.

Prototypen und Komplettlösungen werden nach kundenspezifischen Anforderungen entwickelt. Das Fraunhofer IGD stellt dabei den Menschen als Benutzer in den Mittelpunkt und hilft ihm mit technischen Lösungen, das Arbeiten mit dem Computer zu erleichtern und effizienter zu gestalten.

Durch seine zahlreichen Innovationen hebt das Fraunhofer IGD die Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Ebene. Der Mensch kann so mithilfe des Computers und der Entwicklungen des Visual Computing ergebnisorientierter und effektiver arbeiten. Das Fraunhofer IGD beschäftigt über 200 Mitarbeiter. Der Etat beträgt über 17 Millionen Euro.

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