22.01.2013 09:48 Uhr in Wirtschaft und IT/Hightech

Intelligente Wohnung: 7000 Senioren leben bald in der Zukunft

Um Senioren ein langes, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, arbeiten europäische Forscher intensiv an der intelligenten Wohnung. Die entwickelten Technologien werden nun in ganz Europa einem Praxistest unterzogen.


(Mynewsdesk) (Darmstadt/Rostock/Graz) Europäische Kommission und Forscher sind sich einig: Mit den richtigen Assistenzsystemen können Senioren länger in den eigenen vier Wänden leben, ohne in ein Pflegeheim zu müssen. Der vielversprechendste Lösungsansatz ist die Intelligente Wohnumgebung (Ambient Assisted Living, kurz AAL), welche über Sensoren die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner erkennt, an notwendige Handlungen erinnert oder diese sogar selbstständig ausführt. Dazu gehören der Hinweis auf den angelassenen Herd oder die vergessenen Medikamente, aber auch einen Sturz zu erkennen und Hilfe zu holen. Auch Licht und Fernsehen lassen sich ganz einfach per Handgeste und Sprachbefehl steuern.

„Obwohl sogar junge Menschen ein großes Interesse an AAL-Lösungen haben, gibt es die Intelligente Wohnung als Komplettlösung noch nicht zu kaufen“, erklärt Dr. Reiner Wichert vom Fraunhofer IGD, der weltweit führenden Forschungseinrichtung für angewandtes Visual Computing. „Es fehlt bisher ein einheitlicher Standard, die einzelnen Geräte zusammenschließen zu können und umfassende Praxiserfahrungen.“ In den vergangenen Jahren waren Wichert und sein Team maßgeblich an der Entwicklung der Softwareplattform universAAL beteiligt. Mit dieser ist es gelungen, einen quasi Industriestandart zu entwickeln, der moderne elektronische Geräte in die Lage versetzt, die Bedürfnisse eines Menschen zu erkennen. So könnten Sensoren im Sofa die Beleuchtung dimmen und den Fernseher anschalten, wenn der Bewohner sich hinsetzt.

Im EU-Projekt ReAAL wird universAAL nun einem Praxistest unterzogen. 7000 Nutzer in acht EU-Ländern, darunter auch Deutschland, dürfen bald in solchen Intelligenten Wohnungen leben. Hauptsächlich werden bestehende Wohnungen nachgerüstet. Projektleiter Wichert erhofft sich Erkenntnisse, welche die Marktreife der Intelligenten Wohnung unterstützen. Bei dem heute in Berlin beginnenden 6. Deutschen AAL-Kongress stellt das Fraunhofer IGD auch ReAAL vor. Vielleicht sind die Systeme in naher Zukunft der Standard in jeder Wohnung.

Weitere Informationen: http://conference.vde.com/aal/

Fraunhofer IGD

Das Fraunhofer IGD ist die weltweit führende Einrichtung für angewandte Forschung im Visual Computing. Visual Computing ist bild- und modellbasierte Informatik und umfasst unter anderem Graphische Datenverarbeitung, Computer Vision sowie Virtuelle und Erweiterte Realität.

Vereinfacht ausgedrückt, machen die Fraunhofer-Forscher in Darmstadt, Rostock, Graz und Singapur aus Informationen Bilder und holen aus Bildern Informationen. In Zusammenarbeit mit seinen Partnern entstehen technische Lösungen und marktrelevante Produkte.

Prototypen und Komplettlösungen werden nach kundenspezifischen Anforderungen entwickelt. Das Fraunhofer IGD stellt dabei den Menschen als Benutzer in den Mittelpunkt und hilft ihm mit technischen Lösungen, das Arbeiten mit dem Computer zu erleichtern und effizienter zu gestalten.

Durch seine zahlreichen Innovationen hebt das Fraunhofer IGD die Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Ebene. Der Mensch kann so mithilfe des Computers und der Entwicklungen des Visual Computing ergebnisorientierter und effektiver arbeiten. Das Fraunhofer IGD beschäftigt über 200 Mitarbeiter. Der Etat beträgt über 17 Millionen Euro.

<h1>Intelligente Wohnung: 7000 Senioren leben bald in der Zukunft</h1><h2>Um Senioren ein langes, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, arbeiten europäische Forscher intensiv an der intelligenten Wohnung. Die entwickelten Technologien werden nun in ganz Europa einem Praxistest unterzogen.</h2><br/>
 
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