Pressemitteilung

07.04.2017 12:57 Uhr in Wissenschaft und Essen & Trinken

"Gesetz zu Neuen Psychoaktiven Stoffen bereits Schnee von gestern?“

(Mynewsdesk) Hannover (nr). Mehr als 80 Teilnehmer zählte die wissenschaftliche Tagung "Neue Drogen und kein Ende" sowie "MPU und MPU-Reform", die der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS-Landessektion Niedersachsen) gemeinsam mit der hannoverschen Justiz jetzt im Landgericht Hannover durchführte. In der Tagung, dievorrangig fuer Entscheider bei Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Polizei organisiert wurde, hielten namhafte Experten Referate zu den inhaltlichen Themen.

Eine erschreckende Entwicklung auf dem Sektor der Neuen Psychoaktiven Stoffe demonstrierte dabei der Fachdozent für Pharmakologie und Medizinjournalist Matthias Bastigkeit. In seinem Referat wurde deutlich, dass das vor kurzem beschlossene Gesetz zum Verbot Neuer Psychoaktiver Substanzen (NPS) - auch als Legal Highs bezeichnet - den Erwartungen in keiner Weise gerecht wird. Zum einen würden nur zwei von mehr als 500 Substanzen erfasst, zum anderen bleibe ihr Konsum straffrei und greife eindeutig zu kurz. "Opioide wie der Stoff Kratom fallen ganz durchs Raster und sind legal erhältlich. Die Drogen werden oft verharmlosend als Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert, verpackt und verkauft", sagte Bastigkeit.

Der Hamburger Dipl.-Psychologe Dr. Paul Brieler mahnte in seinem Referat zur Reform der Medizinisch/Psychologischen Untersuchung (MPU) an, die nach dem deutschen Fahrerlaubnisrecht uneinheitliche Auslegung des Begriffs Alkoholmissbrauch gesetzlich zu vereinheitlichen. "Die bisherige Regelung, an einer MPU ab einem Alkoholgehalt von 1,6 Promille verpflichtend teilzunehmen, auf 1,1 Promille zu senken, hilft Alkoholfahrten zu vermeiden", so Brieler. Wenn aber darüber hinaus auch das wiederholte Auffälligwerden im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss im Regelfall die Anordnung einer MPU- Begutachtung ausmacht, sei es nur folgerichtig, jemand, der schon nach der ersten Alkoholfahrt sein Fehlverhalten nicht hinreichend erkennt, zur MPU zu verpflichten. Entscheidend sei es, festzustellen, dass eine Verhaltensänderung eintritt, um einen Wiederholungsfall auszuschliessen. "Würde der Proband also eine Rückfallwahrscheinlichkeit bereits bei erstmaligem Auffälligwerden zeigen, muesste schon dann die MPU angeordnet werden." Dies lägen die Ergebnisse einer aktuellen Studie nahe, die jüngst in der Fachzeitschrift BLUTALKOHOL erschienen ist, so Dr.Paul Brieler.

Der Landesvorsitzende des BADS- Niedersachsen, Helmut Trentmann, forderte in seiner abschließenden Bewertung, die Qualität der Beratung in der MPU zu verbessern. "Da sich auf dem Markt praktisch jedermann als Berater verdingen kann, muss mehr Transparenz hergestellt werden." Nur so könne die Qualifikation sichergestellt und verhindert werden, dass Probanden "ueber den Tisch gezogen" würden.

Der Einblick in den Markt der Neuen Psychoaktiven Substanzen sei furchterregend. "Es ist fuer die Gesellschaft eine bedrohliche Entwicklung festzustellen, wenn sich hinter Begriffen wie bei freiverkäuflichen Kräutermischungen und Badesalzen teilweise lebensgefährliche Substanzen verbergen. Nicht auszudenken, wenn sich Menschen nach deren Einnahme ans Steuer setzen und so Auslöser von verheerenden Folgen im Strassenverkehr würden.

Insgesamt bewertete Trentmann die Fachtagung als wertvollen Beitrag für die Arbeit von Justiz und Polizei. "Unsere Arbeit als Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr ist angesichts der bedrohlichen Entwicklung im Drogenbereich unverändert wichtig, wir werden unsere Arbeit in der Prävention weiter ausbauen“, so Trentmann.

Der BADS wird sich bereits am 26.April auf einem bundesweit ausgeschriebenen Symposium in Berlin erneut mit der Thematik befassen. Anmeldungen hierzu in der Bundesgeschäftsstelle unter hamburg@bads.de. Rueckfragen auch unter 0176 31 37 08 50 (Pressesprecher).


Diese Pressemitteilung wurde via Mynewsdesk versendet. Weitere Informationen finden Sie im B.A.D.S.

B.A.D.S.

Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr wurde 1950 gegründet. Nach der Satzung des gemeinnützigen Vereins gehören zu seinen Aufgaben unter anderem die Aufklärung über die Gefährlichkeit von Alkohol und Drogen und die Förderung der Forschung auf diesem Gebiet. Der Schwerpunkt seiner Erziehungs- und Aufklärungsarbeit wird von 21 Landessektionen getragen. Internationale Akzeptanz findet unsere renommierte wissenschaftliche Publikation BLUTALKOHOL. Jährlich verleihen wir an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für ihr Engagement um mehr Sicherheit auf unseren Straßen die Senator-Lothar-Danner-Medaille in Gold. Der B.A.D.S.  finanziert seine Arbeit hauptsächlich aus den von Staatsanwaltschaften und Gerichten zufließenden Geldbußen, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

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